Regional, frisch, gesund: Die Sorte der Woche

Vogelbeeren

Oft werden Vogelbeeren irrtümlicherweise für giftig gehalten. Dabei sind sie keineswegs den Vögeln vorbehalten

Wer regionale Produkte genießen will, ist an die Jahreszeiten gebunden. Welche Lebensmittel gerade Saison haben und deshalb besonders frisch und lecker in den (Super-)Marktregalen oder - in diesem Fall - in der Natur - ausliegen, sagt Ihnen Lifeline mit der Sorte der Woche. Heute: Vogelbeeren.

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Die knallige Farbe der Vogelbeeren ist kein Warnsignal: Das Wildobst ist ungiftig und sogar sehr gesund-
© iStock.com/udra

Ab Herbst leuchten Vogelbeeren, die Früchte der Eberesche Sorbus aucuparia, Spaziergängern entgegen. Doch erst nach den ersten Frösten verlieren die Beeren den bitteren Geschmack und entfalten ein süßlich-herbes Aroma.

Zugleich sind Vogelbeeren sehr gesund: Sie enthalten reichlich Vitamin C (bis zu hundert Milligramm in hundert Gramm Beeren) - das ist etwa doppelt so viel wie in der gleichen Menge Orangen. Früher spielten die Früchte der Eberesche deshalb eine Rolle im Kampf gegen die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut.

Dazu stecken in den Vogelbeeren Provitamin A und sekundäre Pflanzenstoffe wie Gerbstoffe. Wer empfindlich auf saure Lebensmittel reagiert, sollte die Beeren aber nicht roh essen - sonst drohen Magenbeschwerden.

Vogelbeeren haben ein süßes Geheimnis

Gekocht können selbst sensiblere Naturen Vogelbeeren bedenkenlos genießen: Durch die hohen Temperaturen wird die bittere Parasorbinsäure in gut verträgliche Sorbinsäure umgewandelt. Die Beeren lassen sich zum Beispiel zu Konfitüre, Kompott, Sirup, Saft, Schnaps und Likör verarbeiten.

In der Naturmedizin gelten Vogelbeeren als wirksam gegen Gicht, Verdauungsprobleme, Heiserkeit und Husten. Diabetiker verdanken der Vogelbeere außerdem den Zuckeraustauschstoff Sorbit, der erstmals aus dem Ebereschen-Stoff Sorbose entstand, heute aber industriell auf anderem Wege hergestellt wird.

Sorbit findet sich in süßen, zuckerfreien Kaugummis, Bonbons und Zahnpasta. In einer Konzentration von über zehn Prozent ist es verantwortlich für den häufigen Hinweis "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".

Vogelbeeren im Eisfach von bitterer Note befreien

Botanisch gesehen gehört die Eberesche, genau wie Apfel und Kirsche, zu den Rosengewächsen. Sie ist in Europa und Westasien verbreitet und in lichten Laub- und Nadelwäldern sowie am Wegesrand und in Hecken zu finden. Die Vogelbeeren reifen bis in den Oktober hinein.

Das Wildobst ist allerdings beliebt bei Vögeln und Kleinsäugern, sodass Sie sich mit der Ernste nicht allzu viel Zeit lassen sollten. Wer die ersten Fröste deshalb nicht abwarten möchte, kann die Beeren über Nacht einfrieren, um den bitteren Geschmack loszuwerden. Inzwischen gibt es außerdem bitterstoffarme oder bitterstofffreie Zuchtvogelbeeren, die sich für den Frischverzehr eignen.

Rezepte mit Vogelbeeren: exotisches Ketchup und Chutney

Für ein leckeres Vogelbeer-Gelee werden die Beeren mit Apfel- oder Birnensaft weich gekocht, durch ein Sieb gestrichen und mit Zitronensaft und Gelierzucker eingedickt, rät der Verbraucherinformationsdienst aid. Ein Vogelbeer-Chutney mit Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Rosinen gebe Wildgerichten eine besondere Note. Hier können Vogelbeeren außerdem Preiselbeeren ersetzen. Exotisch schmeckt dem aid zufolge ein Tomaten-Vogelbeer-Ketchup - etwa zu Ofenkartoffeln und Gegrilltem.

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