Dicksäfte, Süßstoffe und Co.

Zuckerersatz: Vor- und Nachteile der süßen Alternativen

Natürlich oder künstlich, mit vielen Kalorien oder ganz ohne: Es gibt etliche Alternativen zum gewöhnlichen Haushaltszucker, auch als Saccharose bekannt. Manche gelten als gesünder, andere als schädlich. Doch sie alle haben Vor- und Nachteile. Am Ende sollten daher Verwendungszweck, gesunder Menschenverstand und nicht zuletzt persönlicher Geschmack entscheiden!

Yacon Sirup
Dicksäfte und Sirupe aus Früchten oder Getreide sind aufgrund ihres Wassergehalts meist kalorienärmer, aber oft auch weniger süß als Haushaltszucker.
© iStock.com/Amawasri

Haushaltszucker wird oft als Gift für den Körper verschrien. Dabei ist es vielmehr der Umgang damit, der unserer Gesundheit schadet: Zu viel Süßkram, Softdrinks und versteckter Zucker lassen den Konsum in Industrienationen in bedenkliche Höhen schnellen. Da liegt es nahe, nach gesünderen Alternativen zum "weißen Gold" aus Zuckerrüben oder -rohr zu suchen. Doch auch sie haben ihre Mängel:

Dicksaft und Sirup

Fruchtdicksäfte, etwa aus Agave, oder Sirup zum Beispiel aus Zuckerrüben, Reis oder Dinkel gelten als besonders natürlich, bestehen aber selbst zu einem großen Teil aus Zucker in Form von Saccharose, Glucose, Fructose oder Maltose. Meist sind in ihnen mehr Mineralstoffe und Vitamine, die angesichts der geringen Mengen, in denen Süßungsmittel verwendet werden sollten, allerdings nicht ins Gewicht fallen. Dicksäfte und Sirupe weisen aufgrund des höheren Wassergehalts etwa ein Viertel weniger Kalorien (kcal) auf. Dafür braucht man häufig mehr, um die Süßkraft von Zucker zu erlangen. Ein Pluspunkt: Dicksaft und Sirup aus unterschiedlichen Pflanzenarten bietet eine große Geschmacksvielfalt. Welcher Sirup zu welchen Speisen passt, erfahren Sie in der Bildergalerie zum Thema:

Zuckerersatz und süße Alternativen: Abwechslungsreich, aber nicht immer gesünder

Honig

Honig gilt als naturbelassene Zuckeralternative. Tatsächlich enthält er mehr Vitamine und Mineralstoffe als Saccharose, was trotzdem für die Bedarfsdeckung wenig entscheidend ist. In der Kalorienbilanz kommt Honig (etwa 300 kcal pro 100 g) aufgrund eines höheren Wassergehalts etwas besser weg als Zucker (etwa 400 kcal pro 100 g). Gleichzeitig hat Honig eine höhere Süßkraft. Er ist nicht nur als Brotaufstrich oder zum Süßen von Tee beliebt, sondern auch zum Backen. Hier sollte man die im Rezept angegebene Flüssigkeitsmenge aber um 20 Prozent reduzieren, weil der Honig selbst schon einen nennenswerten Wassergehalt hat.

Süßstoffe

Süßstoffe sind hundertfach süßer als Saccharose, haben aber praktisch keine Kalorien und wirken sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus, was vor allem Diabetikern zugutekommt. Auch wirken sie nicht kariogen (kariesauslösend). Dennoch sind die meist künstlich hergestellten Zusatzstoffe nur in Maßen unbedenklich und dürfen beispielsweise nicht in Säuglings- oder Kleinkindnahrung verwendet werden. Auch sagt der Eigengeschmack nicht jedem zu.

Im Haushalt verwendet man die sogenannte Tafelsüße meist in flüssiger oder Tablettenform, aber auch als Pulver ist sie erhältlich. In den Produkten, die man im Supermarkt oder Internet kaufen kann, sind in der Regel mehrere Süßstoffarten enthalten, etwa Cyclamat und Saccharin, sowie geringe Mengen des Monosaccharids Fructose.

Auch Steviolglycoside gehören zu den Süßstoffen. Sie werden durch chemische Verfahren aus der Steviapflanze gewonnen. Die Blätter an sich sind in der Europäischen Union nicht für den Verzehr zugelassen.

Zuckeralkohole

Zuckeralkohole oder Zuckeraustauschstoffe wie Xylit und Erythrit (auch bekannt unter den Produktnamen Xucker und Xucker Light) wirken wie Süßstoffe nicht kariogen und lassen den Blutzuckerspiegel nur leicht ansteigen. Anders als bei Süßstoff handelt es sich bei Zuckeralkoholen aber um Kohlenhydrate, aus denen sie auch hergestellt werden. Sie haben eine zuckerähnliche Konsistenz und meist eine geringere Süßkraft als Zucker, dafür nur etwa 40 Prozent des Kaloriengehalts. In größeren Mengen wirken sie abführend. Für den Hausgebrauch sind vor allem Sorbit, Maltit, Erythrit und Xylit in Pulverform erhältlich, zum Beispiel im Internet.

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