Warum kommen Frauen in die Wechseljahre?

Dieser Frage sind Forscher aus den USA nachgegangen. Sie haben verschiedene Theorien dazu entwickelt.

Junge Frau mit Mutter
Auch der Mensch gehört als Art zu den Primaten. Warum aber haben unsere nächsten Verwandten nicht mit den Wechseljahren zu kämpfen?
© iStock.com/laflor

Pavianweibchen kommen nicht in die Wechseljahre, ebensowenig Schimpansen, Gorillas oder Bonobos. Zwar verringert sich auch bei (Menschen-)Affenweibchen mit zunehmendem Lebensalter die Fruchtbarkeit – aber nur der weibliche Mensch lebt noch Jahrzehnte, nachdem er in die Wechseljahre eingetreten ist und somit zwangsweise die Familienplanung abgeschlossen hat. „Schon vor der Ära moderner Medizin haben Frauen nach der Geburt ihres letzten Kindes oft noch 30 oder 35 Jahre gelebt“, sagt Studien-Mitautorin Susan Alberts von der Duke-Universität in North Carolina. Das allein kann nicht die Wechseljahre als lange, unfruchtbare Phase im Leben einer Frau erklären.

Für die Studie verglichen die Forscher Daten zur Sterblichkeit und Fruchtbarkeit von sieben Primatenarten mit denen des Naturvolks der !Kung (das „!“ steht für einen Klicklaut in der Sprache der Eingeborenen), die als Jäger und Sammler in Südafrika leben und keinen Zugang zu schulmedizinischer Versorgung haben.

Geschlechtsorgane bauen schneller ab als der restliche Körper

Für jede Art – inklusive Menschen – berechneten die Forscher den Rückgang der Fruchtbarkeit und verglichen ihn mit Einbußen im allgemeinen Gesundheitszustand. „So konnten wir sehen, ob die Alterungsrate der Reproduktionsorgane der Alterung des restlichen Körpers entspricht“, sagt Alberts. Wie sich herausstellte, gehen beide Hand in Hand – allerdings vor allem bei nicht-menschlichen Primaten: Nur wenige Affen erreichen das Ende ihrer fortpflanzungsfähigen Periode. Obwohl zum Beispiel ältere Schimpansen-Damen ab etwa Mitte 30 Einbußen in der Fruchtbarkeit erleiden.

"Zwei Drittel der Menschenfrauen haben ihre Menopause vor dem 50. Geburtstag, die Fertilität nimmt aber schon zwei Jahrzehnte vorher ab", erläutert Alberts. Warum aber konnte die Fruchtbarkeit der Frau nicht mit unserer langen Lebensdauer Schritt halten, obwohl eine längere Phase des Kinderkriegens und damit mehr Nachwuchs evolutionäre Vorteile bedeuten würde? Dazu haben die Forscher zwei Theorien: Die eine geht davon aus, dass Menschenbabys mehr Pflege brauchen und es deshalb von Vorteil ist, wenn die Mutter und Großmutter ab dem Alter von 50 ganz für Kinder da sind.

Wechseljahre durch Haltbarkeitsdatum der menschlichen Eizelle?

Die andere Möglichkeit wäre, dass menschliche – und tierische – Eizellen ein Mindesthaltbarkeitsdatum besitzen. Dagegen spricht jedoch das Beispiel der Elefanten: „Afrikanische Elefantenkühe bringen noch mit 50 oder vereinzelt sogar 60 Jahren Junge auf die Welt. Zumindest ein Säugetier scheint das Problem mit der Haltbarkeit von Eizellen überwunden zu haben“, sagt Anthropologin Alberts.

Wechseljahre: Die ersten Symptome

Lifeline/Wochit

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