Typische Wechseljahresbeschwerden

Schlafstörungen, Hitzewallungen, Scheidentrockenheit: Wechseljahresbeschwerden sind vielfältig. Ein Überblick über typische Beschwerden während des Klimakteriums.

Lesende Frau in Wechseljahren
Es gibt eine Reihe von Beschwerden, die in den Wechseljahren auftreten können.
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Wechseljahre, medizinisch als Klimakterium bezeichnet, sind die Zeit der hormonellen Umstellung bei der Frau vor und nach der Menopause. Charakteristisch ist der Mangel am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen, was zu typischen Wechseljahresbeschwerden führt. Auf den Östrogenmangel reagieren Frauen allerdings äußerst unterschiedlich.

Artikelinhalte im Überblick:

Wechseljahre: Die ersten Symptome

Lifeline/Wochit

Häufige Wechseljahresbeschwerden

Nur jede dritte Frau erlebt die Wechseljahre mit belastenden Symptomen. Ein weiteres Drittel der über 50-Jährigen hat lediglich leichte Beschwerden, die oftmals nur kurze Phasen einer Behandlung etwa mit pflanzlichen Mitteln benötigen. Ein weiteres Drittel jedoch erlebt sehr starke Symptome der Wechseljahre, sie leiden massiv und bedürfen einer Therapie.

Dabei gibt es neben den bekannten Anzeichen eine Reihe von anderen Beschwerden, die auf den ersten Blick nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden.

  • Blasenentzündung: Der Östrogenmangel lässt den pH-Wert der Scheide steigen, wodurch der natürliche Schutz von Vagina, und Harnröhre gestört ist. Außerdem sind die Schleimhäute im Klimakterium schlechter durchblutet – beides lässt Viren und Bakterien leichter eindringen. Durch die nachlassende Kraft des Blasenschließmuskeln, wird das Eindringen und Aufsteigen von Keimen begünstigt.

  • Blasenschwäche: Durch den sinkenden Östrogenspiegel reagiert die Blase der Frau stärker auf reizende Stoffe im Urin und die Kraft des Blasenschließmuskels lässt nach. Dadurch nimmt der Harndrang zu. Ein weitere Grund für eine Blasenschwäche ist ein schwacher Beckenboden aufgrund von Schwangerschaften, Geburten und Unterleibsoperationen. Die Folge der Beckenbodenschwäche ist eine Belastungsinkontinenz: Frauen verlieren beim Lachen, Niesen, Husten, Treppensteigen oder Sex kleine Mengen Harn.

  • Haarausfall: Zu den Wechseljahresbeschwerden zählt auch, dass Haut und Haare zunehmend dünner und trockener werden. Eine der Folgen: Haarausfall.

  • Hitzewallungen: Am häufigsten klagen Frauen in den Wechseljahren über Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Ob die Ursache allein am veränderten Östrogenspiegel liegt, ist noch nicht abschließend geklärt.

  • Gedächtnisstörungen: Während der Wechseljahre wird das Gedächtnis bei einigen Frauen schlechter, besonders betroffen ist das Sprachgedächtnis. Nach der Menopause bessert es sich meist wieder.

  • Gewichtszunahme: Aufgrund der Veränderungen im Hormonhaushalt, haben viele Frauen während der Wechseljahre auch mit einer Gewichtszunahme zu kämpfen.

  • Mastodynie (Schmerzende Brüste): Unter dem Begriff werden verschiedene Beschwerden der weiblichen Brust zusammengefasst. Typisch sind Schmerzen und Spannungsgefühle in der Brust sowie Berührungsempfindlichkeit.

  • Scheidentrockenheit : Der Östrogenmangel macht die Schleimhaut der Scheide dünner und weniger. Die Folge ist Scheidentrockenheit – Cremes, Gele und Salben beugen ihr vor und lindern Schmerzen.

  • Schlafstörungen: Viele Frauen haben während der Wechseljahre Probleme mit dem Schlafen. So ist das Ein- oder Durchschlafen bei den Betroffenen gestört. Ursache für die Schlafstörungen können Hitzewallungen, hormonelle Veränderungen oder auch Ängste und Sorgen sein.

  • Sexualstörungen: In den Wechseljahren dauert es meist länger, bis die Scheide bei sexueller Erregung feucht wird: Der Körper produziert weniger Scheidensekret, außerdem ändert sich dessen Konsistenz. Durch Scheidentrockenheit kann es beim Sex zudem leicht zu Verletzungen der Schleimhaut kommen, die mit Brennen und Schmerzen einhergehen, was sexuelle Unlust hervorrufen kann.

  • Stimmungsschwankungen: Rund ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren leidet unter Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen.

  • Zyklusstörungen: Infolge der Veränderungen des hormonellen Gleichgewichts werden die Monatszyklen während der Wechseljahre unregelmäßig. So kann die Periode schwach sein und nur wenige Tage anhalten oder stärker als gewohnt ausfallen mit langen Pausen zwischen zwei Blutungen.

Hausmittel gegen Wechseljahresbeschwerden

Wechseljahresbeschwerden oder Schilddrüse?

Nicht jedes Symptom sollte zwangsläufig als Wechseljahresbeschwerden eingestuft werden, vielmehr kann dahinter auch eine Erkrankung der Schilddrüse stecken. Entsprechend häufig bleiben Schilddrüsenfunktionsstörungen gerade bei Frauen im betreffenden Alter lange unentdeckt.

Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen einer Überfunktion (Hyperthyreose) und einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) unterscheiden. Mögliche Beschwerden bei einer Überfunktion sind zum Beispiel starkes Schwitzen, Haarausfall, Zyklusveränderungen, Ausbleiben der Regelblutung, innere Unruhe oder Schlafstörungen. Eine Hypothyreose verursacht Beschwerden wie Gewichtszunahme, Leistungsminderung, depressive Stimmung und Zyklusstörungen.

Hinzu kommt, dass bestimmte Schilddrüsenerkrankungen bevorzugt in späteren Lebensjahren auftreten. So etwa eine Unterfunktion, die das eigene Abwehrsystem auslöst (Autoimmunthyreoiditis Hashimoto) oder eine häufig durch Jodmangel bedingte Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) mit Knotenbildung (Knotenstruma).

Welche Ernährung bei Wechseljahresbeschwerden?

Um einer Gewichtszunahme vorzubeugen und weitere Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern, eignet sich eine gesunde Ernährung in und nach dem Klimakterium. Sie sollte aus viel Obst, Gemüse und ballaststoffhaltige Vollkornprodukte bestehen. Pflanzliche Lebensmittel mit Phytoöstrogenen wie Soja und Hülsenfrüchten können den Östrogenmangel zu einem kleinen Teil ausgleichen.

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