Klimakterium: Was passiert im Körper?

Wechseljahre - hormonelle Veränderungen

Wie lange dauern die Wechseljahre bis zur Menopause?

In den Wechseljahren ändert sich der Hormonhaushalt des Körpers. Die Eierstöcke produzieren immer weniger Sexualhormone. Bis die Umstellungen abgeschlossen sind und der Organismus sich an die neuen Hormonspiegel gewöhnt hat, vergehen im Schnitt fünf bis zehn Jahre. Während dieser Zeit können sich für die bis zur Menopause typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, eine trockene Scheide oder Schlafstörungen einstellen.

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Bis zur Menopause dauern die Wechseljahre in der Regel zwischen fünf und zehn Jahre.
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Sie gehören zum Leben jeder Frau: Die Wechseljahre sind das körperliche Gegenstück zur Pubertät: Bei jungen Mädchen stellt sich der Körper darauf ein, befruchtungsfähige Eier herzustellen. Das endet mit der letzten Regelblutung (Menopause) – die Frau wird unfruchtbar. Beide Lebensphasen gehen mit hormonellen Veränderungen einher. In den  Wechseljahre stellen die Eierstöcke langsam die Produktion der Sexualhormone (Östrogene und Gestagene) ein. Andere Organe produzieren aber weiterhin welche.

Hormonspiegel ändert sich schrittweise

Alle Hormone im Körper unterliegen einer komplizierten Steuerung. Jede Drüse produziert so lange eigene Hormone, bis deren normaler Pegel im Blut erreicht ist. Dann setzt eine Rückkopplung ein – das Gehirn schüttet Kontrollhormone aus, die beispielsweise die Eierstöcke in ihrer Hormonherstellung stimulieren oder hemmen. In den Wechseljahren passiert Folgendes: Stellen die Eierstöcke keine Hormone mehr her, versucht das Gehirn, diese Unregelmäßigkeit auszugleichen. Misslingt das, muss der Körper ein neues Gleichgewicht finden. Das geschieht in einem langsamen, wechselhaften Prozess, der gewöhnlich zwischen fünf und zehn Jahre dauert.

Bis zur Menopause: Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Während sich der Hormonhaushalt umstellt, können in den Wechseljahren verschiedene Beschwerden auftreten. Am häufigsten sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Jucken und Brennen beim Sex sowie Schlafstörungen und depressive Verstimmungen. Laut Studien leiden rund zwei Drittel aller Frauen an mäßigen bis starken Wechseljahrssymptomen, nur ein Drittel fühlt sich körperlich nicht beeinträchtigt.

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Falls Sie nicht sicher sind, ob Ihre Beschwerden mit den Wechseljahren zusammenhängen könnten, kann Ihnen der bei der Einschätzung helfen.

Sechs Monate oder mehrere Jahre dauert die Umstellung

Die Dauer der Beschwerden in den Wechseljahren ist von Frau zu Frau verschieden: Sie können nur sechs Monate anhalten, aber auch fünf bis zehn Jahre. Unabhängig davon birgt die hormonelle Umstellung langfristig gesundheitliche Risiken. Zu den bekanntesten gehört die Osteoporose (Knochenschwund). Außerdem geht mit dem fehlenden Östrogeneinfluss der Schutz der Blutgefäße vor Arteriosklerose und damit verbundenen Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) verloren. Frauen sind nach dem Klimakterium genauso herzinfarktgefährdet wie Männer, vor allem wenn sie erblich vorbelastet sind, rauchen oder fettreich essen. Und nicht zuletzt wirkt sich die veränderte Hormonsituation auf Schleimhäute, Haut, Haare und die Figur aus. All diesen Problemen ist heute keine Frau hilflos ausgeliefert: Eine positive Grundeinstellung, die moderne Medizin und eine bewusste Lebensweise sorgen dafür, den Körper weiterhin gesund, attraktiv und leistungsfähig zu halten.

Frauen kommen heute später ins Klimakterium als vor hundert Jahren

Frauen in den Wechseljahren sind meist zwischen 45 und 50 Jahre alt; manche Frauen spüren schon ab 40 erste Änderungen oder besser Umstellungen an ihrem Körper. Diese erste Phase nennt sich die Prämenopause. Die letzte Menstruation (Menopause) haben die meisten Frauen in den Industrieländern zwischen dem 50. und 52. Lebensjahr. Im Einzelfall kann sich die Menopause aber auch später oder früher einstellen. Tritt sie vor dem 40. Lebensjahr ein, sprechen Mediziner von vorzeitiger Menopause. Und die Zeit von zwölf Monaten nach der letzten Regelblutung bis zum Lebensende wird als Postmenopause bezeichnet.

Raucherinnen kommen früher in die Wechseljahre

Untersuchungen deuten darauf hin, dass starke Raucherinnen die letzte Blutung früher erleben als Nichtraucherinnen. Ebenso Untergewichtige. Bei Frauen, die mit Antibabypille verhütet haben, ereignet sich die letzte Menstruation dagegen oft später. Statistisch gesehen sind Frauen heute vier Jahre später in den Wechseljahren als noch im vergangenen Jahrhundert. Als Grund sehen Experten vor allem eine gesündere Ernährung.

Überblick: Begriffe rundum die Wechseljahre

  • Klimakterium und Wechseljahre bezeichnen die gesamte Zeit des hormonellen Umbruchs.
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  • Menopause steht für den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung.
  • Prämenopause: Die Wechseljahre haben schon begonnen, die Periode tritt aber noch auf.
  • Postmenopause ist die Zeit der Wechseljahre, die nach der letzten Blutung folgt.
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