Mineralstoffe

Natrium: Die meisten essen zu viel davon

Ein Natriummangel wäre verheerend. Die Ernährung liefert in der Regel aber genug von dem Mineralstoff - oder sogar zu viel. Denn Natrium wird dem Körper meist in Form von Natriumchlorid zugeführt, Kochsalz. Ein hoher Salzkonsum ist aber ein Risikofaktor für Bluthochdruck und damit für das Herzkrankheiten.

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Ein echter Natriummangel ist selten. Stattdessen essen die meisten Deutschen zu viel Kochsalz, in dem Natrium enthalten ist.
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Natrium spielt im Wasserhaushalt des Körpers eine wichtige Rolle. Das Mineral ist vor allem für den Wasserbestand außerhalb der Zellen zuständig. Außerdem sorgt es für die Funktion der Zellmembranen und hält den Säure-Basen-Haushalt aufrecht. Die Weiterleitung von Signalen über Nervenfasern hinweg ist unter anderem von Natrium abhängig.

Natriummangel führt zu Herzrasen und Krämpfen

Ein Mangel kann bei extrem natriumarmer Ernährung entstehen, durch häufigen Durchfall und Erbrechen, durch stark entwässernde Mittel (Diuretika), starkes Schwitzen und nässende Hauterkrankungen. Für die schwere Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose, eine von vielen seltenen Krankheiten, ist ein Natriummangel typisch. Ein Natriumdefizit führt zu Schwäche, Apathie, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, schnellem Herzschlag und Muskelkrämpfen.

Als Schätzwert für die minimale Zufuhr gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 550 Milligramm pro Tag an, also rund 1,4 Gramm Salz. Deshalb ist ein Mangel an Natrium sehr selten. Dieser Richtwert gilt für Jugendliche und Erwachsene, bei Kindern liegt der Natrium- und damit Salzbedarf entsprechend niedriger.

Zu viel Salz treibt Blutdruck in die Höhe und fördert Knochenschwund

Als maximale Natriummenge gibt die WHO 2000 Milligramm Natrium täglich an. Das entspricht fünf Gramm Kochsalz. Der tatsächliche durchschnittliche Salzverbrauch pro Kopf und Tag liegt aber deutlich höher. Das kann Probleme aufwerfen: So gibt es Menschen, die aufgrund einer Veranlagung mit Bluthochdruck auf Kochsalz reagieren. Der wiederum ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall (Stroke): Gesunde Blutdruckwerte senken das Risiko eines Hirnschlags um rund 60 Prozent. Die Gefahr von Bluthochdruck ist besonders gegeben, wenn jemand viel Natrium und zugleich wenig Kalium (steckt zum Beispiel in Bananen) zu sich nimmt.

Zu viel Kochsalz führt außerdem dazu, dass die Nieren vermehrt Kalzium ausscheiden, das für die Knochenstabilität notwendig ist. Möglicherweise kann Kochsalz auf diese Weise sogar Osteoporose fördern. Nimmt ein Erwachsener 200 Gramm Kochsalz auf einmal ein, ist das tödlich. Deshalb dürfen durstige Schiffbrüchige niemals Salzwasser trinken.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. August 2013
Durch: sw

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