Der Taillen-Hüft-Quotient

Fettverteilung: Apfel- oder Birnentyp?

Reiterhosen, Bierbauch, Schwimmringe – nicht nur ein Zuviel auf der Waage bedeutet ungesundes Übergewicht. Auch die Verteilung des Körperfettes spielt bei der Entstehung von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen eine entscheidende Rolle. Der Taillen-Hüftquotient soll die richtige Einschätzung der individuellen Fettverteilung ermöglichen.

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Der Taillen-Hüftquotient ist bei Frauen und Männern unterschiedlich.
© iStock.com/Pannonia

Was die Verteilung der Fettreserven betrifft, unterscheiden sich Frauen und Männer ganz wesentlich voneinander. Dabei gibt es gefährlichere und weniger gefährliche Fettreserven, die vom Taillen-Hüftquotient bestimmt werden. Im Wesentlichen gibt es zwei Typen der Fettverteilung:

Typisch Frau: der Birnentyp

Seit Urzeiten speichern Frauen Fettreserven an Hüfte, Po und Oberschenkeln –  im Grunde als Energiereserven für eine Schwangerschaft. Obwohl diese heute gar nicht immer nötig sind, hat sich die Biologie nicht umgestellt. Sind die Fettspeicher gut gefüllt, wirkt die Körperform ähnlich wie eine Birne: oben schlank, unten voluminös. Typisch für die Birnenform oder auch gynoide Fettverteilung: die von Frauen gehassten „Reiterhosen“ an den Oberschenkeln, die allerdings für die Berechnung des Taille-Hüftquotient keine Rolle spielen. Birnentypen klagen, dass sie immer an den falschen Stellen abnehmen. Da diese Fettpolster sich nur schwer abbauen lassen, dauert Abnehmen verhältnismäßig lange. Trotzdem hat der Birnenspeck einen entscheidenden Vorteil: Das gespeicherte Fett ist nicht ständig im Austausch mit dem Blutkreislauf. Deshalb sind Birnentypen weniger gefährdet, eine Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauferkrankung zu bekommen.

Typisch Mann: der Apfeltyp

Der Apfeltyp oder die androide Fettverteilung ist das Gegenteil des Birnentyps: Sein Speck sitzt hauptsächlich am Bauch und an der Taille. Beides relevante  Bereiche für die Berechnung des Taillen-Hüftquotienten. Und so schnell sich die Pölsterchen da auch ansetzen, so leicht sind sie wieder abgebaut. Der Bierbauch schwindet mit gesunder Ernährung schnell - meistens sind Männer Apfeltypen. Doch Apfeltypen haben ein viel höheres Risiko an Diabetes, Gicht, Fettstoffwechselstörungen, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Arterienverkalkung zu erkranken. Schon bei geringem Übergewicht empfiehlt es sich deshalb für sie, an eine gesunde Diät zu denken. Abnehmen ist die beste Möglichkeit, Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen.

Der Taillen-Hüftquotient unterscheidet Äpfel und Birnen

Wer Apfel- und wer Birnentyp ist, lässt sich mit der Formel für den Taillen-Hüftquotient, auch „waist to hip ratio“ (WHR) genannt, genau bestimmen. Ein Maßband, Papier und Stift oder einen Taschenrechner – und los geht's: Die Taille immer vor der Mahlzeit messen – zwischen Beckenkamm und unterer Rippe. Anschließend den Hüftumfang messen, wo sich der Po am meisten wölbt. Beide Werte aufschreiben. Dann den Taillenumfang durch den Hüftumfang dividieren.

Ein Beispiel: Taille: 98 Zentimeter: Hüfte 117 Zentimeter = 0,83. Anschließend geht es an die Auswertung.

Sollte ich abnehmen?

Dr. Heart / Expertenteam

 

Was bedeutet der Taillen-Hüftquotient?

Der normale Taillen-Hüftquotient: Frauen unter 0,80, Männer unter 0,90

Herzlichen Glückwunsch, weiter so! Mit einem Taillen-Hüftquotienten unter 0,9 liegen Männer goldrichtig, bei Frauen sollte der Wert unter 0,8 nicht liegen. Auf abwechslungsreiche Ernährung zu achten, kann trotzdem nicht schaden. Obst und Gemüse bieten Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe. Zudem ist es wichtig, reichlich Getreideprodukte, Kartoffeln und Vollkornbrot zu essen. Damit der Körper rundum gut versorgt ist, sollten auch Idealgewichtige mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich trinken.

Der erhöhte Taillen-Hüftquotient: bei Frauen ab 0,80, bei Männern ab 0,90

Liegt der Taillen-Hüftquotient bei Frauen über 0,8 und bei Männern über 0,9 handelt es sich wahrscheinlich bei beiden Geschlechtern um einen Apfeltyp. Das ist ein Grund ans Abnehmen zu denken. Vorher empfiehlt es sich, die Blutwerte, den Cholesterin-, Triglycerid-/Neutralfett-, Harnsäure- und Blutzuckerwert, sowie Ihren Blutdruck prüfen zu lassen. Auf den Speiseplan gehören jetzt nahezu fettfreie Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Kartoffeln, fettarmes Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Dabei immer ballaststoff- und abwechslungsreich essen, täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken. Gesünder und schneller purzeln die ungeliebten Pfunde durch regelmäßiges Ausdauertraining wie Rad fahren, Walking, Jogging oder Inline-Skating.

Zu hoher Taillenumfang: bei Frauen über 88 Zentimeter, bei Männern über 102 cm

Haben Männer einen Taillenumfang von über 102 Zentimeter und Frauen mehr als 88 Zentimeter, spielt der Taillen-Hüftquotient keine Rolle mehr. Das bedeutet deutliches Übergewicht und die Gefahr, eine Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauferkrankung zu erleiden. Betroffene sollten Blutdruck, Harnsäure, Blutzucker, Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut überprüfen lassen und mit dem Arzt über eine geeignete Methode zum Abnehmen reden und ihr Essverhalten zu einer gesunden Ernährung hingehend modifizieren. Qualifizierte Ernährungsfachkräfte können in diesen Fällen helfen.

Auf den Speiseplan gehören Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreideprodukte und Kartoffeln sowie möglichst fettarmes Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Täglich mindestens zwei bis drei Liter kalorienfreie Flüssigkeit trinken! Ausdauertraining wie Rad fahren, Walking, Schwimmen unterstützen beim Abnehmen. Gespräche mit einem Psychologen können helfen, ein neues Essverhalten zu erlernen.

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