Männerproblem

Bierbauch: Kommt die "Plauze" wirklich vom Bier?

Von hinten schlank, doch vorne wölbt sich ein dicker Bauch: Wenn das bei Männern der Fall ist, spricht man schnell von einem Bierbauch. Welche Rolle das Getränk dabei spielt, wie man den Bierbauch loswerden kann und warum Frauen meist davon verschont bleiben.

Mann mit Bier und Bierbauch
Der Bierbauch ist ein typisches Männerproblem und kommt nicht allein vom Bier!
© iStock.com/Tomwang112

"Bier schuf diesen wunderbaren Körper" oder "Schwanger? Nein, Bierbauch!": T-Shirts mit Aufdrucken wie diesen sollen den Bierbauch humorvoll verharmlosen. Auch der Begriff "Dadbod" ("Väterkörper") schlägt in diese Kerbe. Leider ist das viszerale Fett im Bierbauch aber gefährlicher als andere Fettdepots. Warum ist das so und woher kommt die männertypische Plauze eigentlich?

Bierbauch durch östrogenähnliche Pflanzenhormone?

Verstärkt werden soll der Effekt noch durch bestimmte Zutaten im Bier. Hopfen enthält Pflanzenhormone, die ähnlich wie Östrogen wirken. Bei Männern führen diese Phytohormone dazu, dass am Bauch besonders viel Fett eingelagert wird, so die gängige, aber bisher unbewiesene These. Häufig schwillt auch die Brust an. Viele Männer mit Bierbauch könnten deshalb durchaus einen BH mit Körbchengröße A oder B ausfüllen.

Auch die Hefe im Bier enthält übrigens nicht nur wertvolle B-Vitamine, sondern zudem Östrogen und soll den Bierbauch zusätzlich begünstigen. Dass Weintrinker keinen Bierbauch entwickeln, stützt die Theorie: Denn Trauben enthalten die östrogenähnlichen Phytohormone nicht.

Die größten Bier-Mythen

Allerdings gibt es keine Studien, die beweisen, ab welcher Menge Bier man befürchten muss, dass der Bauch wächst. Denn der Gehalt an Pflanzenhormonen im Bier ist relativ gering. Berechnungen gehen davon aus, dass kaum ein Mensch solche Mengen trinken kann, dass nennenswerte Menge der weiblichen Sexualhormone zusammenkommen.

Fazit: Wissenschaftlich gesehen gibt es den Bierbauch gar nicht. Dass die im Bier enthaltenen weiblichen Pflanzenhormone dabei eine Rolle spielen, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Als gesichert gilt, dass der Bierbauch durch eine zu hohe Kalorienaufnahme entsteht, häufig gepaart mit Bewegungsmangel.

Bierbauch: So viel Kalorien hat Bier

Bier enthält gesunde Nährstoffe und hat im Vergleich zu anderen Getränken zunächst einmal relativ wenige Kalorien. Je nach Sorte liefern ein halber Liter diese Kalorienmengen:

  • Export-Bier mit 4,9 Vol.%: 200 Kalorien (kcal)

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    Doppelbock mit 8 Vol.%: 275 kcal

  • Weizenbier mit 5 Vol.%: 250 kcal

  • Kölsch mit 4,9 Vol.%: 260 kcal

  • Pils mit 4,9 Vol.%: 210 kcal

Im Vergleich zu anderen Getränken, etwa Cola oder Apfelsaft, ist das nicht so viel. Ein halber Liter Apfelsaft liefert 270 Kilokalorien, Cola 240.

Wer jedoch täglich zwei oder mehr Biere trinkt, bekommt damit rund 500 zusätzliche Kilokalorien auf sein Energiekonto. Das entspricht einer Mahlzeit, etwa einem Wiener Schnitzel mit Salat oder einem Teller Spaghetti Bolognese. Auf Dauer steigt damit das Gewicht.

Im Vergleich mit dem Schnitzel sättigt Bier jedoch wenig. Hauptlieferant für die Kalorien im Bier ist Alkohol, den der Körper zwar in Fett umwandeln kann, der jedoch keine Nährstoffe und Energie liefert. Zudem regt der Gerstensaft auch den Appetit an. Bier macht somit doppelt dick.

Wieso nur Männer einen Bierbauch bekommen

Doch warum bildet sich bei Männern das Fettdepot direkt vorne am Bauch – und wieso bekommen im Gegensatz dazu Frauen, die gerne Bier trinken, keinen Bierbauch? Die Antwort liegt in den Genen.

Sollte ich abnehmen?

Dr. Heart / Expertenteam

Männer sind darauf programmiert, Fettpolster vorne am Bauch anzulegen, Frauen nehmen eher an Po und Oberschenkeln zu. Eine Studie des Londoner University College zeigt sogar, dass Frauen, die moderat Bier trinken, schlanker sind als solche, die gar keinen Alkohol zu sich nehmen. Eine Erklärung dafür fanden die Forscher jedoch nicht.

So gefährlich ist der Bierbauch

Ein Bierbauch ist nicht ungefährlich. An keiner anderen Stelle des Körpers haben Fettdepots dermaßen fatale Folgen. Das Bauchfett (viszerale Fett) produziert mehr als 20 Hormone und Signalstoffe, die unter anderem die Lebenserwartung senken. Zusätzlich gelangen aus dem Bauchfett besonders viele schädliche Fettsäuren ins Blut, etwa Cholesterin.

Die Bierkugel ist also alles andere als harmlos. Abnehmen, vor allem am Bauch, sollte deshalb das Ziel sein, um keine gesundheitlichen Spätfolgen zu riskieren. Am besten gelingt das über bewusste und ausgewogene Ernährung plus Bewegung oder Sport. Ausdauersportarten wie Walken, Radfahren und Schwimmen sind für stark Übergewichtige ideal. Schränken Sie Ihren Bierkonsum ein und verzichten Sie auf zu viel Fett, Wurst und Fleisch.

Mit Bierbauch nicht joggen

Joggen sollten stark Übergewichtige vorerst nicht. Die Gelenke werden dabei extrem belastet, Arthrose in den Knien und Fußgelenken kann die Folge sein.

Um abzunehmen, achten Sie darauf, dass Ihr Kalorienkonto am Ende des Tages im Minus steht. Das bedeutet, Sie haben mehr Energie verbrannt als zu sich genommen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper die Fettreserven angreift. Nur auf diese Weise lässt sich auch der ungeliebte Bierbauch loswerden.

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