Welche Anzeichen gibt es?

Eisenmangel in der Schwangerschaft: Folgen und was tun?

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Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft ist häufig, unbehandelt kann er der Gesundheit der Mutter und der Entwicklung des Babys schaden. Auch steigt damit das Risiko für Komplikationen wie einer Frühgeburt. Wie äußert sich ein Eisenmangel in der Schwangerschaft und wie lässt er sich verhindern?

Eisenmangel in der Schwangerschaft
© Getty Images/AleksandarNakic

Der Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft stark an, der Körper benötigt in den 40 Wochen bis zur Geburt rund doppelt so viel Eisen wie sonst. Auch wenn Frauen in der Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung achten, fällt es vielen schwer, ihren Tagesbedarf zu decken. Wie lässt sich einem Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen?

Im Überblick:

Eisenhaltige Lebensmittel: Diese elf liefern viel Eisen

Erhöhter Eisenbedarf in der Schwangerschaft

Das Spurenelement Eisen ist wichtig, da es unter anderem an der Blutbildung und dem Transport von Sauerstoff zu den Zellen beteiligt ist. Zu einem Eisenmangel kommt es beispielsweise durch erhöhte Blutverluste wie bei der Menstruationsblutung. Frauen vor den Wechseljahren leiden deshalb oftmals auch unabhängig von einer Schwangerschaft an einem Eisenmangel, da sie regelmäßig Blut und damit Eisen verlieren.

Eisen im Blut ist an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden, welches nur in Kombination mit dem Spurenelement funktionsfähig ist und Sauerstoff zu den Zellen liefern kann. Im Zuge eines Eisenmangels ist entsprechend auch das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen vermindert und die verschiedenen Organe sowie das Baby können nicht ausreichend versorgt werden. Fachleute sprechen dann von einer Anämie, wenn die Hämoglobinwerte (Hb-Wert) während der Schwangerschaft im Blut unter 11 Gramm pro Deziliter liegen. Eine Ausnahme bildet der Zeitraum zwischen dem vierten und sechsten Monat, dann gelten bereits Werte unter 10,5 Gramm pro Deziliter als anämisch.

Wird eine Anämie (Blutarmut) in der Schwangerschaft festgestellt, ist es wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, etwa ob ein Eisenmangel oder eine ernsthafte Erkrankung hinter dem verminderten Hämoglobin-Spiegel im Blut stecken. Es folgt dann eine Messung des Eisenwertes. Zudem können weitere Blutwerte für den*die Gynäkolog*in hilfreich bei der Stellung der Diagnose sein.

Erhöhtes Blutvolumen lässt den Eisenbedarf steigen

Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft gilt als typisch, da der Körper dann vermehrt Blut bildet und die Eisenreserven des Körpers schnell aufgebraucht sind. Damit steigt der Bedarf drastisch: Während eine erwachsene Frau rund 15 Milligramm Eisen pro Tag aufnehmen sollte, steigt der Tagesbedarf in der Schwangerschaft auf 30 Milligramm täglich an. Mit einem bis zu 30 Prozent erhöhten Blutvolumen stellt der weibliche Organismus die optimale Versorgung von Mutter, Gebärmutter, Plazenta und Kind sicher.

Symptome eines Eisenmangels in der Schwangerschaft

Im Zuge der Eisenmangelanämie können Körperzellen und verschiedene Gewebe nicht mehr ausreichend mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt werden. Die Folgen sind zunächst eher harmlos. So äußert sich ein Eisenmangel etwa durch vermehrte Müdigkeit und starke Erschöpfung. Da entsprechende Beschwerden allerdings häufig als gängige Schwangerschaftsprobleme abgetan werden, bleibt ein Eisenmangel in der Schwangerschaft oftmals lange unentdeckt. Dies kann schwerwiegende Konsequenzen für die Frau und auch das Kind haben.

Welche Folgen hat ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Wird ein Eisenmangel in der Schwangerschaft nicht rechtzeitig behandelt und behoben, drohen gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind. So setzt ein Eisenmangel etwa die Abwehrkräfte des Immunsystems herab, wodurch der Körper anfälliger für Infektionen wird. Viele Erkältungsviren sind harmlos, doch gibt es auch zahlreiche Infektionskrankheiten, die eine Gefährdung für das wachsende Kind im Mutterleib darstellen.

Daneben wird ein Eisenmangel in der Schwangerschaft mit einem geringen Geburtsgewicht des Babys assoziiert. Außerdem erhöht ein schwerwiegender, langbestehender Eisenmangel das Risiko für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt.

Welche Lebensmittel helfen, einem Eisenmangel vorzubeugen?

Wer Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen möchte, sollte auf eine eisenreiche Ernährung setzen, um so viel des Eisenbedarfs wie möglich über die Nahrung zu decken. Das grüne Blattgemüse Spinat galt lange als Spitzenreiter der eisenreichen Lebensmittel, diese Annahme ist allerdings heute widerlegt. Zwar enthält Spinat Eisen, doch nicht annähernd so viel wie ursprünglich vermutet. Ähnlich viel des Spurenelemtes enthält etwa auch anderes Blattgemüse wie Mangold oder Feldsalat.

Mit welchen Lebensmitteln sich ein Eisenmangel vorbeugen lässt :

Fleisch, insbesondere Innereien und Leber, enthält den höchsten Eisengehalt. Veganerinnen und Vegetarierinnen haben deshalb ein stark erhöhtes Risiko, einen Eisenmangel in der Schwangerschaft zu entwickeln. Sie sollten vor allem auf viele Hülsenfrüchte in der Nahrung setzen.

Eisenaufnahme in der Schwangerschaft verbessern

Daneben gibt es einige Lebensmittel, die die Aufnahme von Eisen im Darm beeinflussen können. Vorsicht ist beim Verzehr von schwarzem Tee und Kaffee geboten, da diese die Eisenaufnahme im Körper vermindern. Empfohlen wird hingegen eine ebenfalls vVtamin-C-reiche Ernährung, denn das Vitamin hilft dem Körper Eisen aufzunehmen und den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft zu decken. Vitamin C ist etwa in Zitrusfrüchten wie Zitronen und Orangen enthalten, aber auch Paprika, Petersilie und verschiedene Beerenfrüchte sind reich an Vitamin C.

Eisenpräparate in der Schwangerschaft?

Die Einnahme von Eisenpräparaten empfiehlt sich deshalb vor allem für Frauen, die nachweislich an einem Eisenmangel leiden. Die Dosierung sollte dann in ärztlicher Absprache abgestimmt werden.

Für Frauen mit einem gesunden Eisenwert im Blut ist keine zusätzliche Zufuhr des Nährstoffs über Eisentabletten notwendig. Außerdem enthalten auch andere Nahrungsergänzungsmittel, wie etwa Folsäurepräparate, oftmals zusätzlich Eisen. Wer trotzdem ein entsprechendes Präparat zur Vorbeugung eines Eisenmangels in der Schwangerschaft einnehmen möchte, sollte dies vorher mit der*dem behandelnden Arzt*Ärztin absprechen. So kann einer möglichen Überdosierung vorgebeugt werden. Denn ein Zuviel des Vitalstoffs wird in sogenannten Eisenspeichern abgelagert. Kommt es zu einem dauerhaften Überschuss, kann dies Schäden an Organen hervorrufen.

Daneben empfehlen Fachleute, Eisenpräparate nicht täglich, sondern wöchentlich in einer entsprechend höheren Dosierung einzunehmen, um so Nebenwirkungen abzumildern. Zu den Nebenwirkungen von Eisen-Supplementen können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung und Durchfall gehören. Auch eine Reizung der Magenschleimhaut ist möglich, obwohl Eisenpräparate in der Regel als gut verträglich gelten.

Folsäure: 17 Lebensmittel mit hohem Gehalt
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Beratender Experte
Frau Dr. Barbara Grüne

Fachärztin für Gynäkologie u. Geburtshilfe

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