Biologische Uhr und Fruchtbarkeit

In den besten Jahren ist es zu spät für ein Kind

Mit zunehmendem Alter sinkt die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern. Wer ungesund lebt, raucht und viel Alkohol trinkt, beschleunigt den Prozess.

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Gesund leben fördert Fruchtbarkeit
Getty Images/Creatas RF

Vorrat an Eizellen erschöpft sich mit dem Alter

Es ist kein Geheimnis: Je älter ein Paar ist, desto geringer ist seine Chance, noch ein Kind zu bekommen. Biologisch gesehen verfügen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren über die höchste Fruchtbarkeit. Eine 20-Jährige muss nur etwa 2,5 Monate bis zu einer erfolgreichen Empfängnis warten, eine 40-Jährige fast zwei Jahre. Der Grund ist, dass mit zunehmendem Alter nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet. Eine Frau besitzt nämlich nur eine begrenzte Zahl Eizellen. Sie kommt mit etwa 700.000 Eizellen zur Welt, die bis zu ihrem 37. Lebensjahr bereits auf etwa 25.000 gesunken sind und dann rasant weiter abnehmen. Um das 51. Lebensjahr herum finden sich in den Eierstöcken nur noch etwa 1.000 Eizellen und die Menopause steht bevor. Aber auch die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke lässt mit dem Alter nach und die Qualität der Eizellen leidet. Grund: Je später eine Eizelle reift, umso mehr schädlichen Einflüssen war sie bis dahin ausgesetzt. Bei älteren Frauen nimmt außerdem das Risiko für hormonelle Störungen sowie vernarbte oder verklebte Eileiter zu – alles Hindernisse für eine Schwangerschaft.

Auch bei Männern tickt die biologische Uhr

Bei Männern verringert sich die Fruchtbarkeit ebenfalls mit dem Lebensalter. Im Vergleich zu 18-Jährigen produzieren 45-Jährige ein Drittel weniger Spermien und die Anzahl der lebensfähigen Samenzellen reduziert sich um 50 %. Außerdem sind die Spermien älterer Männer weniger beweglich. Reproduktionsmediziner betonen: Ab dem 35. Lebensjahr sinkt die Samenqualität und damit die Chance, Nachwuchs zu zeugen. Zudem steigen die Gesundheitsrisiken für das Baby. Studien zufolge bekommen Männer in den mittleren und späten Vierzigern mehr Kinder, die genetische Schäden haben oder später an Autismus oder Schizophrenie erkranken. Männer über 60 tragen drei Mal häufiger mindestens eine Mutationen im Erbgut ihrer Spermien als ihre Geschlechtsgenossen unter 30 Jahre.

Ungesunder Lebensstil senkt Fruchtbarkeit

Gegen das Altern lässt sich nichts tun, zusätzliche Risiken für die Fruchtbarkeit können Frauen und Männer jedoch meiden. Dazu gehören Rauchen und Alkohol. Beide senken die Fruchtbarkeit; Raucherinnen kommen zudem eher in die Wechseljahre. Aber auch schwere körperliche Arbeit und Extremsport sind imstande, den Hormonhaushalt zu stören und die Zeugungskraft zu drosseln. Ein weiterer Faktor: starker Stress. Er bewirkt, dass der Körper vermehrt das Hormon Prolaktin ausschüttet. Folgen können ein unregelmäßiger Zyklus sowie geschwächte Eierstöcke und Hoden sein. Relativ unbekannt ist, dass auch starkes Unter- oder Übergewicht auf die Fruchtbarkeit Einfluss nimmt. Sehr magere Frauen erleben oft keinen Eisprung und keine Monatsblutungen. Viele übergewichtige Frauen haben hingegen wegen eines hormonellen Ungleichgewichts Zyklusstörungen. Eine Studie zeigte sogar, dass jeder einzelne Punkt oberhalb eines BMI (Body Mass Index) von 29, die Chance für eine Schwangerschaft um 4 % senkt.

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