Frisch oder tiefgefroren?

Spinat: Gesunder Schlankmacher

Bio-Spinat erhält die besten Noten

Spinat ist gesund und hilft beim Abnehmen. Tiefkühlspinat ist zwar praktisch, aber nicht immer gesund. Das zeigt eine Untersuchung von Öko-Test. Von 17 getesteten Produkten erhalten nur vier die Note "sehr gut" - und zwar ausschließlich Bio-Ware.

Spinatblätter in Schale auf Holztisch
Frischer Spinat wird nicht wie Tiefkühlspinat gleich nach der Ernte eingefroren. Die gefrorene Variante enthält häufig Gifte wie Cadmium.
© iStock.com/nata_vkusidey

Spinat macht schlank

Spinat macht nicht stark, wie früher vermutet, aber er kann dabei helfen, abzunehmen und schlank zu bleiben. Das hat eine Studie von Charlotte Erlanson, Universität Lund, ergeben. Denn das grüne Blattgemüse enthält bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, Thylakoide, die das bewirken können.

Moleküle, die satt machen

Ansatzpunkt der Wissenschaftlerin war, dass Übergewicht vor allem deshalb entsteht, weil viele Menschen vor allem verarbeitete Lebensmittel, also Fertiggerichte und Convenience essen. Diese werden bereits im oberen Darmabschnitt verarbeitet. "Der andere Teil vom Darm ist sozusagen arbeitslos",  erklärt Erlanson in der Pressemitteilung der Universität. Doch nur wenn dieser beschäftigt ist, werden Sättigungshormone gebildet. Sie fragte ihren Mann, der sich mit der Erforschung der Photosynthese beschäftigt, welche natürlichen Moleküle ein Sättigungsgefühl auslösen. Er gab ihr den Tipp Thylakoide, wie sie von Natur aus in grünem Blattgemüse vorkommen.

Fettverdauung verlangsamt, weniger Hunger

Die Wissenschaftlerin startete ihre Studie. Testpersonen durften morgens Spinatsaft trinken, eine Kontrollgruppe, erhielt ein grünes Placebogetränk. Es zeigte sich, dass die Spinattrinker den ganzen Tag über weniger Hunger hatten, ihr Blutzuckerspiegel blieb konstant und sie kamen mit weniger Kalorien aus als vorher. In der Kontrollgruppe traten diese Effekte nicht auf. Die Probanden hatten Heißhungerattacken und aßen deutlich mehr. Das Fazit: Der Spinatsaft verlangsamte die Fettverdauung. Das beschäftigte die unteren Darmbereiche und eine Menge Sättigungshormone wurden dabei produziert.

Spinat als Saft oder klein gehackt

Einfach damit, Blattspinat zu essen, ist es jedoch nicht getan. Die Thylakoide wirken nur, wenn sie aus den Zellen sozusagen befreit werden. Spinat muss also zerkleinert werden. Saft oder gehackter Spinat sind in diesem Zusammenhang sinnvoll. Zusätzlich führt Erlanson die gute Wirkung nicht nur auf die Thylakoide zurück, vermutlich ist es das Zusammenspiel vieler Substanzen im Spinat: "Er enthält Hunderte von Substanzen - Galactolipide, Proteine, Vitamin A, E  und K, Antioxidantien, Beta -Carotin, Lutein und viele weitere."

Was ist mit Tiefkühlspinat?

Die Hersteller werben häufig damit, dass ihr Spinat zum exakt richtigen Reifezeitpunkt geerntet wird, auch wenn der um zwei Uhr morgens ist. Frisch vom Feld wird das Gemüse gesäubert, blanchiert und gefrostet, so dass der Tiefkühlspinat mit allen seinen guten Inhaltsstoffen beim Verbraucher auf dem Teller landet. Doch neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten die Produkte eine Reihe von schädlichen Stoffen, wie Cadmium, Nitrat oder Perchlorat.

Viermal "sehr gut" für Bio-Spinat

Öko-Test hat 17 Marken Tiefkühlblattspinat, darunter viele Bio-Produkte sowie Eigenmarken der Supermärkte und Discounter untersucht. Klassiker wie Spinat von Iglo oder vom Tiefkühldienst Bofrost wurden ebenfalls geprüft. Dabei zeigt sich, dass ein Drittel der Ware bedenklich hohe Mengen an schädlichen Stoffen enthielten. Nur viermal konnten die Tester die Note "sehr gut" vergeben - ausnahmslos für Bio-Ware. Testsieger sind „Alnatura Blatt-Spinat“, „Biotrend Bio Blattspinat“ von Lidl und „Gut Bio Blattspinat“ von Aldi Nord.

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Höchstgrenze für Cadmium um das Doppelte überschritten

Ebenfalls viermal mussten die Tester "ungenügend" geben, etwa "Edeka Blattspinat ausgewählte Spinatsorten". Ein Cadmiumgehalt, der über dem Doppelten der gesetzlichen Höchstmenge lag, sowie erhöhte Nitrat- und Pestizidwerte wurden nachgewiesen. Edeka hat rasch reagiert und die Ware aus dem Sortiment genommen.

Rückstände aus Medikamenten im Spinat

Vor allem im TK-Spinat aus konventionellem Anbau fand Öko-Test:

  • Cadmium, giftiges Schwermetall.
  • Nitrat, vermutlich durch Düngemittel.
  • Nitrit, entsteht unter Wärme und durch Bakterien aus Nitrat, ist also ein Hinweis darauf, dass die Ware unsauber verarbeitet wurde. Aus Nitrit können sich wiederum krebserregende Nitrosamine bilden.
  • Perchlorat, eine Substanz, die in Schilddrüsenmedikamenten enthalten ist und die Aufnahme von Jod hemmt. Wie dieser Wirkstoff in das Gemüse kommt, ist noch nicht geklärt. Experten vermuten, es gelangt über das Wasser aufs Feld beziehungsweise ins Gewächshaushaus.

Was ist dran am Verbot, Spinat aufzuwärmen?

Bleibt etwas vom Spinat übrig, kann man die Reste schnell abkühlen und später wieder aufwärmen - "aber bitte nur einmal und direkt am Tag nach der Zubereitung", sagt Gabriele Kaufmann vom Verbraucherinformationsdienst aid. Das Gerücht, man dürfe Spinat nicht aufwärmen, rührt vom enthaltenen Nitrat her. Es verwandelt sich durch längere Lagerung und wiederholtes Aufwärmen in gesundheitsschädliches Nitrit. Die Empfehlung stammt allerdings aus einer Zeit ohne Kühlschränke, heute gilt sie für Spinat deshalb kaum noch.

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