Hätten Sie es gewusst?

Fakten rund um die Fruchtbarkeit

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Ab wann tickt die biologische Uhr wirklich? Erfahren Sie mehr über die weibliche Fruchtbarkeit.
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Die Fruchtbarkeit nimmt mit dem Alter ab – so viel ist bekannt. Doch ab wann tickt die biologische Uhr lauter? Wie verhält es sich mit der Fruchtbarkeit nach einer Geburt? Und ist während der Stillzeit überhaupt Verhütung nötig? Die wichtigsten Fakten rund ums Thema Fruchtbarkeit.

Dank moderner Verhütungsmittel haben Frauen heute die Möglichkeit, ihren beruflichen Weg gezielt zu planen und die Entscheidung über den „richtigen“ Zeitpunkt zum Kinderkriegen der individuellen Lebensplanung anzupassen. Aber auch aus biologischer Sicht stellt sich die Frage, welche Zeitspanne im Leben einer Frau „geeignet“ ist, die Familienplanung anzugehen und ab wann die Aussichten auf eine Schwangerschaft der Statistik zufolge schwinden. Bis wann also dauert die fruchtbare Phase einer Frau durchschnittlich an und welchen Einflüssen unterliegt die Fruchtbarkeit?

Außerdem: Wie lange sollten Paare verhüten, damit eine unerwünschte Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden kann? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Ab wann nimmt die natürliche Fruchtbarkeit ab?

Die Fruchtbarkeit der Frau hängt unter anderem von der Menge der Eizellen ab. Eizellen können nicht neu gebildet werden, sie sind bereits bei der Geburt angelegt. Jedes Mädchen kommt mit etwa ein bis zwei Millionen weiblichen Keimzellen (Primordialfollikel) zur Welt. Bis zu Pubertät reduziert sich deren Zahl durch bestimmte zellbiologische Prozesse auf etwa 300.000 bis 400.000. In der fruchtbaren Phase sinkt die Zahl der Eizellen (Follikelzahl) weiter ab, pro Monat um circa 1.000. Etwa ab dem Alter von 37 Jahren kommt es zu einer noch deutlicheren Abnahme der Follikelzahl.

Der Zeitpunkt der letzten Regel (Menopause) markiert das Ende der follikulären Reserve. Bei den meisten Frauen tritt die Menopause mit etwa 50 Jahren ein.  Davor nehmen auch die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke und die Qualität der Eizellen mit zunehmendem Alter ab. Als Folge sind immer weniger gesunde, funktionsfähige Eizellen vorhanden, womit auch die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft sinkt.

Die Chancen auf eine Schwangerschaft sinken schon ab 30

Die altersbedingte Abnahme der Fruchtbarkeit lässt sich auch mit Studien belegen. Bei Paaren, bei denen sich trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung nach zwölf Monaten keine Schwangerschaft einstellt, geht man von einer verminderten Fruchtbarkeit („Subfertilität“) aus.  

Der Anteil subfertiler Paare nimmt mit steigendem Alter der Frau zu. Bei Frauen zwischen 30 und 35 Jahren liegt dieser Anteil bei zehn bis 20 Prozent. Ist die Frau jünger als 30, sind es nur vier Prozent. Bei Paaren, bei denen die Frau über 35 ist, ist bei 30 bis 50 Prozent der Kinderwunsch nach einem Jahr noch nicht erfüllt.

Große individuelle Unterschiede

Während die Fruchtbarkeit bei gesunden Frauen bis zum 30. Lebensjahr relativ gleich ist, zeigen sich mit zunehmendem Alter große individuelle Unterschiede.

Bei vielen Frauen nimmt die natürliche Fruchtbarkeit ab 30 rasant ab. Andere Frauen werden auch im höheren Alter (über 35 Jahre) noch recht schnell schwanger.  Die Entleerung des Eizellreserven scheint also nicht bei allen Frauen gleich schnell zu verlaufen. Das Alter allein reicht demnach für die Einschätzung der Fruchtbarkeit nicht aus. Ebenso kann sich eine Frau mit 45 nicht darauf verlassen, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht mehr schwanger zu werden. Frauen, die keine Kinder mehr möchten, sollten daher auch in dieser Lebensphase verhüten.

Fruchtbarkeit in der Stillzeit

Frauen sind sich häufig unsicher, ob sie während der Stillzeit verhüten müssen, wenn sie nicht schwanger werden möchten. Allerdings ist die Meinung, dass Stillen zuverlässig vor Empfängnis schützt, aus heutiger Sicht der Wissenschaft nicht haltbar. Insofern sollten auch voll stillende Mütter an das Thema Verhütung denken! Wichtig: Experten empfehlen während der Stillzeit östrogenfreie Verhütungsmethoden.

Verhütung in verschiedenen Lebensphasen

Heute stehen Frauen viele unterschiedliche Verhütungsmethoden zur Verfügung. Bei der Auswahl ist entscheidend, in welcher Lebensphase sich die Frau gerade befindet und welche individuellen Gesundheitsrisiken bestehen. Während für junge Frauen ohne gesundheitliche Einschränkungen oder Risikofaktoren wie z.B. Rauchen in vielen Fällen die Pille eine geeignete Methode sein kann, kommen in der Stillzeit oder mit steigendem Alter vor allem östrogenfreie Alternativen in Betracht. Die Hormonspirale ist in beiden Fällen sehr gut geeignet. Lassen Sie sich vom Arzt beraten.

Hormonspirale – häufige Fragen im Überblick
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    Intimhygiene mit Hormonspirale: Allgemeine Hygienemaßnahmen reichen aus

    Die Hormonspirale ist eine komfortable und stressfreie moderne Verhütungsmethode. Trägerinnen müssen keine besonderen Regeln bei der Intimhygiene beachten. Wie für alle anderen Frauen auch gilt: den Intimbereich regelmäßig, aber nicht übertrieben oft mit klarem Wasser oder einem seifenfreien pH-neutralen Duschgel reinigen. So bleiben der natürliche pH-Wert der Haut und damit die beste Schutzbarriere vor Keimen erhalten. Zu häufiges Waschen, Desinfektionsmittel und Seifen zerstören den natürlichen Schutz.

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    Hormonspirale & Sport

    Sport gehört für viele Frauen zum Alltag. Auch mit der Hormonspirale ist dies uneingeschränkt möglich. Aufgrund ihrer elastischen und T-förmigen Struktur ist die Hormonspirale sicher in der Gebärmutter verankert und passt sich den Bewegungen der Trägerin an. Ein erhöhtes Risiko, dass sie verrutscht, besteht im Normalfall auch bei Leistungssport oder anderer starker körperlicher Beanspruchung nicht, sodass keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden müssen.

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    Hormonspirale & Sex

    Beeinträchtigt die Hormonspirale den Geschlechtsverkehr oder spürt man den Fremdkörper beim Sex? Auch dies ist eine häufige Frage von Paaren, die eine Verhütung mit der Hormonspirale in Erwägung ziehen. Die Antwort lautet: Nein. Es kann zwar vorkommen, dass der Partner den Rückholfaden beim Verkehr spürt. In diesem Fall ist es problemlos möglich, dass der Frauenarzt ihn kürzt. Die Spirale an sich ist nicht zu spüren.

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    Veränderte Regelblutung durch die Hormonspirale – Grund zur Sorge?

    Veränderungen der monatlichen Blutungen treten bei den meisten Anwenderinnen der Hormonspirale auf. Die kontinuierliche Abgabe geringer Mengen des Hormons Levonorgestrel bewirkt einen verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, ein Einnisten befruchteter Eizellen wird so verhindert. Entsprechend werden auch die Blutungen zumeist schwächer und bleiben bei 20 Prozent der Anwenderinnen nach einigen Monaten sogar ganz aus. Ein Schwangerschaftstest beim ersten Ausbleiben der Regel räumt Unsicherheiten aus.

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    Wie oft muss der Sitz der Hormonspirale kontrolliert werden?

    In sehr seltenen Fällen kann es zu Lageveränderungen der Hormonspirale kommen. Dies kann die verhütende Wirkung vermindern oder Verletzungen der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen. Daher kontrolliert der Arzt im Rahmen von regelmäßigen Kontrollterminen Lage und Sitz der Spirale. Eine erste Ultraschall-Kontrolle findet meist nach der ersten Regelblutung, eine zweite etwa 6-12 Wochen nach Einlage statt. Im Anschluss werden halbjährliche, mindestens jedoch jährliche Kontrollen empfohlen.

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    Und wenn ich mir doch ein Kind wünsche?

    Viele Frauen wünschen sich eine sichere Verhütung, die aber auch die Option offenlässt, noch Kinder zu bekommen. Die Hormonspirale bietet diese Möglichkeit. Bei Kinderwunsch kann sie problemlos entfernt werden. Die natürliche Fruchtbarkeit der Frau ist nach der Anwendung nicht beeinträchtigt. Untersuchungen belegen, dass die Schwangerschaftsrate bei Frauen auch schon kurze Zeit nach Entfernung der Hormonspirale der Rate von Frauen ohne vorherigen Empfängnisschutz entspricht.

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    Welche Gründe sprechen für eine vorzeitige Entfernung der Hormonspirale?

    Die meisten Frauen vertragen die Hormonspirale sehr gut. Mögliche leichte Schmier- und Zwischenblutungen verschwinden zumeist nach wenigen Wochen von allein. Sehr selten treten Ereignisse ein, die ein vorzeitiges Entfernen notwendig machen, z.B. eine Schwangerschaft, anhaltende Nebenwirkungen, schwere oder wiederkehrende Infektionen, Lageveränderungen der Hormonspirale oder Verletzungen der Gebärmutter. Starke und anhaltende Schmerzen und Blutungen können Warnzeichen sein.

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Autor: Claudia Urban / Lifeline.de
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2012
Quellen: Gnoth, C.: Das Anti-Müller-Hormon - Ein Blick auf die biologische Uhr? In: Gynäkologische Endokrinologie (4) 2011, S. 238-246 von Otte, S.: Die ältere Kinderwunschpatientin Grundlagen, diagnostische und therapeutische Aspekte des reproduktiven Alterns. In: Der Gynäkologe (10) 2007, S. 766-772 Raith-Paula, E.; Frank-Herrmann, P.; Freundl, G.; Strowitzki, T.: Natürliche Familienplanung heute. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2008, S. 61-69; Franz, M.; Kainer, F.: Nachuntersuchungen. In: Schneider, H. et al.: Die Geburtshilfe. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011, S.1126-1135

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