Diätpillen
Schlank werden auf Rezept
Schlank werden leicht gemacht? Schlankheitspillen können Menschen mit pfundigen Problemen dabei helfen, Übergewicht abzubauen. Jedoch sind schwere Nebenwirkungen keine Seltenheit.
Schlank werden ohne schweißtreibende Workouts und entbehrungsreiche Ernährungsumstellung: So leicht soll es gehen, glaubt man den Werbebotschaften, die auf so manchen Schlankheitspräparaten prangen. Wieso also kompliziert, wenn es auch so einfach geht, denken sich viele pfundige Menschen und greifen zu Appetitzüglern oder Fettaufnahmehemmern, die einen ansehnlichen Gewichtsverlust binnen kurzer Zeit versprechen. Doch was leisten die Tabletten für die schlanke Taille wirklich und wie verträglich sind sie?
Appetitzügler tricksen das Gehirn aus
Appetitzügler signalisieren dem Gehirn, dass der Magen voll ist. Sie beeinflussen Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin, die dadurch länger wirken. Auf diese Weise sorgen für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und drosseln den Appetit. Außerdem versetzen Appetitzügler den Körper in Allarmbereitschaft. Die Herztätigkeit wird verstärkt, der Kreislauf angeregt und die Stoffwechselprozesse verstärkt. Dadurch steigt der Grundumsatz und der Körper verbrennt mehr Energie.
Appetitzügler sind verschreibungspflichtig und sollen Übergewichtigen mit einem Body-Mass-Index über 30 beim Abspecken helfen. Vorsicht ist jedoch bei der Dauer der Anwendung geboten, weil die Wirkung bei einer längeren Behandlung nicht ausreichend erforscht ist. Ganz ohne Entbehrungen geht das Abnehmen übrigens auch hier nicht, denn es wird empfohlen, zusätzlich die Ernährung umzustellen.
Fettaufnahmehemmer drosseln die Fettverwertung
Fett gilt mit stolzen 9 Kalorien pro Gramm als Dickmacher Nummer 1. Fettaufnahmehemmer enthalten den Wirkstoff Orlistat, der die Aufnahme von Fett verhindert. Das Ganze funktioniert über eine Hemmung des Enzyms Lipase, das sich für die Spaltung von Nahrungsfetten verantwortlich zeigt. Unterbleibt die Spaltung, können die Fette nicht mehr aufgenommen werden und verschwinden mit dem nächsten Stuhlgang aus dem Körper.
Wie auch Appetitzügler sind die meisten Fettaufnahmehemmer verschreibungspflichtig und sollen Menschen mit einem BMI über 30 dabei helfen, ihr Übergewicht abzubauen. Begleitend ist eine fettarme Ernährung anzustreben. So purzeln die Pfunde nicht nur schneller, sondern es werden außerdem unangenehme Nebenwirkungen wie Fettstühle und Durchfall reduziert.
Schlank werden mit Schlankheitspillen birgt zahlreiche Gesundheitsrisiken
Um schlank zu werden können eine Zeit lang Schlankheitspillen unterstützend eingenommen werden, wenn gleichzeitig eine dauerhafte Ernährungsumstellung gelingt. Andernfalls nimmt man nach Absetzen der Pillen schnell wieder zu und bringt nach der Behandlung womöglich mehr auf die Waage als vor der Abspeckkur. Zu bedenken ist außerdem, dass die Pillen oft schwere Nebenwirkungen mit sich bringen. Erst kürzlich wieder haben Forscher vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin der Technischen Universität in München vor den gesundheitlichen Risiken von Diätpillen gewarnt. Mögliche Nebenwirkungen solcher Präparate sind etwa Kopfschmerzen, alle erdenklichen Beschwerden des Verdauungstraktes, Angstzustände, Infektionen der oberen Atemwege, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Herzrasen und Influenza. Viele zugelassene Appetitzügler mussten aufgrund gravierender Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen werden. Im Glauben, dem Körper weniger stark zuzusetzen, greifen viele Menschen zu Entwässerungstabletten, um schlank zu werden. Tatsächlich stellen sich auch bei solchen Präparaten relativ schnell Gewichtsverluste ein, die jedoch lediglich daher rühren, dass der Körper vermehrt Wasser ausscheidet. Mineralstoffmangelerscheinungen und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Mit ähnlichen Nebenwirkungen ist bei längerer Behandlung mit Abführmitteln zu rechnen. Außerdem schwächen diese den Darm und schädigen die natürliche Darmflora. Aus diesem Grund raten Experten dazu, zum schlank werden die Ernährung umzustellen und den Pfunden mit reichlich Bewegung den Garaus zu machen.
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