Nährstoffreich – kalorienarm

Gesunde Ernährung während der Schwangerschaft

Gesunde Ernährung während der Schwangerschaft
Die Ernährung während der Schwangerschaft spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Kindes
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Die möglichen Folgen einer unzureichenden Ernährung während der Schwangerschaft gehen weit über ein geringes Geburtsgewicht des Kindes hinaus: Nicht nur Frühgeburten und Fehlentwicklungen drohen, sondern auch mögliche Erkrankungen im Erwachsenenalter. Vielen Schwangeren gelingt es nicht, den erhöhten Nährstoffbedarf ausreichend zu decken.

Die Ernährung während der Schwangerschaft   hat einen massiven Einfluss auf die Entwicklung des Ungeborenen. Auch die eigene Gesundheit kann die Frau durch eine unzureichende Ernährung gefährden. Die möglichen negativen Auswirkungen auf das Ungeborene sind jedoch weitreichend: So gibt es Hinweise, dass Entwicklungs- und Wachstumsstörungen des Fötus womöglich Herz- und Gefäßerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder endokrine Erkrankungen im Erwachsenenalter zur Folge haben. In Langzeit-Studien zeigten sich diejenigen Männer und Frauen anfälliger für Herzkrankheit, Diabetesoder Bluthochdruck, die bei ihrer Geburt unvollständig entwickelt waren und ein geringes Gewicht hatten. Ein erhöhtes Risiko bestand besonders bei den Personen, deren Mutter zum Zeitpunkt der Geburt untergewichtig war.

Allerdings kann auch Übergewicht während der Schwangerschaft zum Problem werden. Es erhöht das Risiko von Gestationsdiabetes, Kaiserschnitt, Geburtskomplikationen, Makrosomie, angeborenen Behinderungen und Übergewicht in der Kindheit. Darüber hinaus fällt es übergewichtigen Frauen, die während der Schwangerschaft zu viel zunehmen, häufig schwer, nach der Geburt durch gesunde Ernährung wieder abzunehmen.

Mikronährstoffe in Schwangerschaft sind wichtig

Neben dem Gewicht und der Energieaufnahme spielt die Versorgung mit Mikronährstoffen eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Mutter und Kind. Im Vordergrund stehen insbesondere Folsäure (Vitamin B9), Eisen, Jod und unter Umständen auch Kalzium, weil ihr Bedarf zum Teil erheblich steigt und eine ausreichende Versorgung über die normale Ernährung häufig nicht gewährleistet ist.

Gewicht sollte im Verhältnis zum BMI stehen

Entgegen der weit verbreitenden Meinung sollte eine Frau während der Schwangerschaft nicht für Zwei essen, sondern in erster Linie bewusst auf den Nährstoffgehalt ihrer Ernährung achten. Auch sollte auf gesundheitsgefährdende Produkte wie Zigaretten oder Alkohol möglichst vollständig verzichtet werden. Nahrungsmittel, die Infektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose übertragen können, sollten nicht verzehrt werden. Hierzu zählen Rohmilchprodukte und rohes Fleisch (zum Beispiel Tartar).

Der Energiebedarf durch die Ernährung nimmt während der Schwangerschaft selbstverständlich zu, doch nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) steigt er erst ab dem vierten Monat um 300 auf 2500 Kilokalorien pro Tag an. Der Mehrbedarf entspricht einem Früchtemüsli oder einem Knäckebrot mit einem Apfel – also erhöht sich die Gesamtmenge der konsumierten Lebensmittel nicht wesentlich. Insgesamt ist laut DGE bei normalgewichtigen Frauen eine Gewichtszunahme von zehn bis zwölf Kilogramm natürlich. Bei unter- und übergewichtigen Frauen ergibt sich die empfohlene Gewichtszunahme aus dem Body-Mass-Index (BMI: Gewicht / Körpergröße zum Quadrat) vor der Schwangerschaft.

Mikronährstoffe: Bedarf steigt in Schwangerschaft um bis zu 100 Prozent

Anders als beim Energiegehalt steigt der Bedarf bei nahezu allen Mikronährstoffen durch die Ernährung zum Teil erheblich an. So benötigen Frauen während der Schwangerschaft beispielsweise im Vergleich zu Nichtschwangeren 15 Prozent mehr Jod, 50 Prozent mehr Folsäure und sogar 100 Prozent mehr Eisen.

Um diesen Mehrbedarf tatsächlich decken zu können, ohne übermäßig zuzunehmen, müssen Schwangere sehr bewusst auf eine vitamin- und mineralstoffreiche, aber fettarme Ernährung in der Schwangerschaft achten. Außerdem sollten sie auf komplexe Kohlenhydrate zurückgreifen, also nicht zucker-, sondern stärkehaltige Lebensmittel zu sich nehmen, wie Brot, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und einige Gemüsesorten.

Das Verhältnis der Hauptnährstoffe ändert sich während der Schwangerschaft nicht. Die DGE empfiehlt die Aufnahme von:

  • circa zehn Prozent der Energie in Form von Eiweiß
  • 30 bis 35 Prozent in Form von Fett
  • 55 bis 60 Prozent in Form von Kohlenhydraten

Der Eiweißbedarf steigt zwar im Laufe der Schwangerschaft, doch eine Unterversorgung ist in Deutschland in der Regel nicht zu erwarten. Bei den Fetten, die häufig eher zu viel aufgenommen werden, sollte während der Schwangerschaft insbesondere auf langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCP) in der Ernährung geachtet werden, da diese von besonderer Bedeutung für die fetale Entwicklung sind. Und Kohlenhydrate sollten die Frauen bevorzugt in Form von Vollkornprodukten zu sich nehmen, um auch die Versorgung mit Ballaststoffen sicherzustellen - empfohlen werden mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag. Des Weiteren erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf von täglich 1500 auf 1750 Milliliter.

Da es im Gegensatz zu diesen Nahrungsbestandteilen bei den Mikronährstoffen während der Schwangerschaft auch in Deutschland zu einer Unterversorgung kommen kann, empfiehlt die DGE während der Schwangerschaft bestimmte Nahrungsmittel bevorzugt auf den Speiseplan zu nehmen, die besonders viel von den wichtigen Mikronährstoffen enthalten (siehe auch Jod, Eisen, Folsäure). Nach aktuellen Untersuchungen scheint die Umsetzung dieser Empfehlungen zur Ernährung allerdings vielen Frauen im Alltag nur unzureichend zu gelingen.

So zeigte im Jahr 2003 die Auswertung von 3210 Ernährungsanalysen von Teilnehmerinnen an dem Programm zur Senkung der Frühgeburtenrate in Deutschland (BabyCare) eine zum Teil erhebliche Unterversorgung. Diese war besonders ausgeprägt bei der Versorgung mit Folsäure, Jod und Eisen. Daher empfiehlt die DGE auch zusätzlich zur gesunden Ernährung in der Schwangerschaft eine gezielte Nahrungsergänzung von Mikronährstoffen, bei denen ein Mangel droht.

Hitliste der gesündesten Lebensmittel

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Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2007

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