Wissenswertes rund ums Sperma

Spermien: Der Stolz der Männer

Das, was für die Frauen die Manolo-Blahnik-Schuhe sind, sind für den Mann der tiefergelegte Golf und sein Sperma. Mit einer großen Portion Stolz wird die Menge des weißen Ejakulats bedacht und die Reisegeschwindigkeit der Spermien auf einen Rekord untersucht. Doch bei allem Interesse ist das Wissen über Sperma eher spärlich gesät. Das soll sich ändern.

Spermien
Im Durchschnitt verschleudert Mann bei einem Orgasmus ungefähr einen Teelöffel Sperma.
© iStock.com/ugurhan

Sperma ist eine weißlich bis gräuliche, gallerartartige Flüssigkeit, die bei der Ejakulation über die Harnröhre austritt. Es setzt sich zum überwiegenden Anteil aus Wasser und ein paar Millionen Spermien zusammen. Über die Samenflüssigkeit gelangen die eifrigen Spermien zur weiblichen Eizelle, um dort den Befruchtungsendspurt hinzulegen.

Der Samenerguss ist der krönende Abschluss des Orgasmus und ist in vielen Köpfen mit lustvollem Erleben verknüpft. Dabei hat die Ejakulation mit Befriedigung so viel zu tun, wie der Sonnenaufgang mit dem Gelingen der Intimrasur. Denn für viele Männer ist die Ejakulation keine Vorraussetzung für befriedigenden Sex und einige können ihr Sperma sogar gezielt unterdrücken, um schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Wo wird das Sperma produziert?

Viele Frauen und Männer vermuten, dass die weißliche Flüssigkeit von den Hoden produziert wird. Tatsächlich jedoch werden 95 Prozent Sperma von der Prostata und den Samenbläschen produziert. Lediglich fünf Prozent der Flüssigkeit stammen aus den Hoden. Die Entwicklung der Spermien findet in geschlängelten Hodenkanälchen statt, die in den Läppchen der Hoden liegen. Etwa 72 Tage brauchen sie, ehe sie voll ausgereift und fit für die Reise sind. Bevor es jedoch soweit ist, werden sie in den Nebenhoden gesammelt. Letztendlich gelangen sie dann über den Samenstrang, der gemeinsam mit dem Ausführgang der Samenbläschen in die Harnröhre mündet, in die Scheide der Frau oder ins nächste Taschentuch.

Interessante Fakten rund ums Sperma

  • Im Durchschnitt verschleudert Mann bei einem Orgasmus ungefähr einen Teelöffel Sperma. Das entspricht etwa zwei bis sechs Millilitern, in denen sich etwa 100 bis 300 Millionen eifrige Spermien tummeln.
  • Das Ejakulat besitzt einen pH-Wert von 5,5 bis 8,5 und schlägt mit schlanken 5 kcal zu Buche.
  • Zur Befruchtung der Eizelle sind zehn bis 20 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma von Nöten. Davon muss gut die Hälfte beweglich sein.
  • Pro Sekunde werden 1200 Spermien gebildet. Das sind stolze 4,3 Millionen in der Stunde und 104 Millionen am Tag.
  • Die Spermien machen drei bis fünf Prozent am Gesamtvolumen des Spermas aus. Der Rest dient als Nährlösung, die die Samenzellen versorgt, haltbar machen und Power spenden.
  • Die Nährflüssigkeit enthält neben Eiweiß Vitamine und einen geringen Anteil an Fruchtzucker, der als Energiequelle für die Spermienbewegung herhält.
  • Spermien sind winzige 0,06 Millimeter groß. Sie schlagen etwa 800 mal die Minute mit ihrem Schwänzchen und legen so drei bis vier Millimeter pro Minute zurück.
  • Samenzellen sind regelrecht darauf programmiert, die Eizelle zu finden. Als GPS dienen ihr chemische Reize der Gebärmutter, denen sie treu folgen.
  • Zunächst ist das Sperma zähflüssig – das schützt die Spermien. Dann verflüssigt es sich allmählich und die Schwimmer können sich auf die Reise machen. Diese führt sie durch die Scheide, dann über den Muttermund in die Gebärmutter und von dort zum Zielort – dem Eileiter. Dort treffen sie mit ein bisschen Glück auf die befruchtungsfähige Eizelle.
  • In der Scheide können Spermien nur eine Stunde überleben. Im Gebärmutterhals bleibt sie sieben Tage fit, an der Luft vier bis 24 Stunden und in ihrem Zuhause – den Samenbläschen – etwa einen Monat.
  • Je nachdem, was Mann vor den feurigen Liebesdiensten verspeist hat, kann das Sperma lieblich-süß (etwa nach dem Genuss von Ananas), schal und fade (nach ein paar Bier) oder faulig und muffig (nach einer gehörigen Dosis Knoblauch) schmecken.
  • Sperma kann nicht nur gewöhnungsbedürftig schmecken, sondern außerdem Allergien hervorrufen. Die unschönen Folgen sind Juckreiz, Erbrechen und Durchfall. In diesem Fall bleibt der Griff zum Kondom oder eine Hyposensibilisierung.
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