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Aufklärung: Wie sage ich es meiner Tochter?

Mit der eigenen Tochter über Sex und Verhütung zu sprechen, empfinden die meisten Frauen als schwierige Angelegenheit. Denn in vieler Hinsicht ist die Tochter noch ein Kind, teilweise aber schon sehr erwachsen. Erste Fragen kommen meist schon im Alter von zehn oder elf Jahren auf. Schon die Hälfte aller Elfjährigen wissen, wie Sex grundsätzlich abläuft.

Mutter mit jugendlicher Tochter
Mit ein wenig Humor ist auch das Aufklärungsgespräch keine peinliche Angelegenheit.
©iStock.com/vadimguzhva

Neben der Mutter kommt auch der Schule eine große Rolle bei der Aufklärung zu. Auch durch Gespräche mit ihren Freundinnen bekommen Mädchen vieles mit. Wie wichtig Kondome zum Schutz vor Krankheiten sind und wie schnell man ungewollt schwanger werden kann, sollte aber unbedingt auch zu Hause nochmals angesprochen werden.

Wie war es denn bei Ihnen?

Um sich eine geeignete Strategie zurechtzulegen, denken Sie doch einfach daran, wie es war, als Sie selbst mit Ihrer Mutter das erste ernsthafte Gespräch über Sex und Verhütung hatten. Welche Fragen waren Ihnen peinlich? Haben Sie gefragt oder kam Ihre Mutter auf Sie zu? Und was sind die guten und was die negativen Erinnerungen, die Sie aus diesem Gespräch mitgenommen haben? So orientiert können Sie sich überlegen, welche Punkte Ihnen persönlich besonders wichtig sind.

Geben Sie ihr das Gefühl, dass Sie sie als Erwachsene ernst nehmen

Für Jugendliche hat das Thema Sex oft viel mehr mit Emotionen als mit Gesundheit zu tun und sie möchten sich deshalb dabei nicht hineinreden lassen. Darum ist es wichtig, dass Ihre Tochter spürt, dass ihre Privatsphäre ernstgenommen wird. Trennen Sie im Gespräch klar zwischen Gefühl und Medizin. Beginnen Sie z.B. damit, dass Sie Ihrer Tochter einige gesundheitliche Informationen mit auf den Weg geben wollen. Viele Teenager wissen nicht, an welchen Tagen des Zyklus die Gefahr besteht, schwanger zu werden. In einer Umfrage der Universität Brüssel lagen rund die Hälfte aller 15- bis 17-Jährigen, die es zu wissen glaubten, komplett daneben.

Auch auf das Thema HPV-Impfung sollten Sie dabei zu sprechen kommen. Gerade wenn für Ihre Tochter die ersten eigenen sexuellen Erfahrungen noch nicht aktuell sind, sollte sie gegen HPV geimpft werden. Die Impfung schützt vor Infektionen mit Humanen Papillomviren, die hässliche Genitalwarzen oder Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Intime Fragen sind eine heikle Sache

Eine gute Mutter-Tochter-Beziehung beruht immer auf einem Vertrauensverhältnis. Viele Mädchen sprechen mit ihrer Mutter offen über ihre Verliebtheiten, über Liebeskummer und auch über Verhütung und Sex. Aber sehr viele andere verschließen sich auch und hüten diese neuen Emotionen, Gefühle und Erfahrungen wie einen Schatz. Sie können Ihre Tochter nicht dazu zwingen, sich Ihnen zu öffnen.

Im Gegenteil, mit zu vielen Fragen nach Jungs und Freundschaften wird die Ablehnung eher noch größer. Darum sollten Anfragen wie: "Hast du denn schon...?" oder: "Wann planst du denn...?" besser nicht direkt gestellt werden. Sprechen Sie stattdessen lieber darüber, dass jeder Mensch früher oder später intime Kontakten haben wird. Unterstellen Sie aber keinesfalls, dass es schon so weit ist - selbst wenn sie es zu wissen glauben - und machen Sie ganz klar, dass Sie alle Informationen, die Ihre Tochter Ihnen anvertraut, streng vertraulich behandeln werden.

Ein Termin beim Frauenarzt

Ein guter Aufhänger für ein Aufklärungsgespräch ist auch der erste Besuch beim Frauenarzt. Beraten Sie sich mit Ihrer Tochter über einen passenden Termin, fragen Sie, ob und was Sie ihr vorher erklären sollen und ob sie möchte, dass Sie sie begleiten. Natürlich sollten Sie Ihre Tochter auch allein gehen lassen, wenn sie es wünscht. Viele Mädchen sind allerdings sehr froh, wenn die Mutter mit ins Sprechzimmer kommt oder zumindest im Wartezimmer bleibt. Bieten Sie alle mögliche Hilfe an und machen Sie ihr klar, dass Sie ihr trotzdem zutrauen, Verhütung und Schutz vor Krankheiten wie eine Erwachsene zu behandeln.

Geben Sie Ihrer Tochter Selbstvertrauen mit

Eine der wichtigsten Botschaften, die nicht verloren gehen darf, ist, dass Ihre Tochter die Einzige ist, die darüber bestimmt, ob und wann sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen macht. Sie soll sich von nichts und niemand unter Druck setzen lassen. Wenn ihr Freund keine Kondome benutzen will, muss sie genügend Selbstbewusstsein haben, um Nein zu sagen. Mädchen in der Pubertät leiden häufig unter Selbstzweifeln und haben Angst vor Zurückweisung, wenn sie glauben, zu viel für sich selbst zu fordern. Machen Sie Ihrer Tochter daher ganz klar, dass sie niemals ihre Gesundheit aufs Spiel setzen sollte. Die ersten Schritte ins Liebesleben sind für Ihre Tochter nicht leicht. Seien Sie Ihr ein guter Halt.

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