Käfigeier in Nudeln und Keksen

Sind Bio-Eier gesünder als normale?

Seit gut einem Jahr hat die sogenannte Kleingruppenhaltung von Hühnern die Legebatterien abgelöst. Das klingt zwar idyllisch, ist für die Tiere aber nahezu genauso furchtbar. In vielen Lebensmitteln sind dennoch Käfigeier drin – meist ohne, dass es die Käufer merken. Doch gibt es überhaupt einen gesundheitlichen Unterschied zwischen Bio-Eiern und konventionell erzeugten?

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Bio-Eier sind vor allem gesünder für die Hennen, die sie legen. Sie erkennen ein ökologisch erzeugtes Ei an der Kennziffer 0. Außerdem hat es häufig einen blasseren Dotter, weil das Hühnerfutter keine färbenden Zusätze enthalten darf.
© iStock.com/GCapture

Verbraucher müssen bei eihaltigen Fertigprodukten damit rechnen, Eier von Hühnern aus Kleingruppenkäfigen zu essen. Denn auf den Verpackungen ist meist nicht ausgewiesen, aus welcher Haltungsform die verwendeten Eier stammen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg hin. Sie hat 99 Hersteller und 17 Handelsketten zu dem Thema befragt und 243 eihaltige Supermarkt-Produkte untersucht.

Jeder dritte Produzent schweigt zur Legehennen-Haltung

Bei der Befragung teilte zwar mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Hersteller mit, dass sie nur Eier und Eiprodukte aus Boden- oder Freilandhaltung nutzen. Aber fast ein Drittel (28 Prozent) verweigerte die Auskunft, acht Prozent antworteten ausweichend. Bei diesen liegt nahe, dass sie Eier aus Käfighaltung verwenden. Immerhin jeder zehnte Produzent gab zu, teilweise Eier aus Kleingruppenkäfigen zu verarbeiten.

Nur etwa ein Drittel der Hersteller, von denen die Verbraucherschützer Antworten bekamen, machen auf der Verpackung Angaben zur Haltungsform. Die Warenprobe bestätigte das: Von 243 getesteten Produkten war auf mehr als 70 Prozent (174) keine Angaben zu finden. Fünf der 17 Handelsketten verwenden eigenen Angaben zufolge nur Eier aus alternativer Haltung für ihre Eigenmarken. Sechs weitere wollen zu mindestens 90 Prozent diese Eier einsetzen.

Wenig mehr als ein DIN-A4-Blatt pro Huhn

Hühner in Kleingruppenhaltung sitzen in Käfigen, für die seit dem Verbot der Käfighaltung zwar Mindeststandards gelten. Der vorgeschriebene Platz von maximal 30 auf 30 Zentimetern pro Henne reiche aber nicht annähernd, kritisieren Tierschützer. Den Begriff „Kleingruppenhaltung“ halten sie für unrealistische Schönfärberei.

Schade wäre es dennoch, wenn Verbraucher aus Angst vor falscher Deklaration, Tierleid oder auch Cholesterin die Hühnereier ganz vom Speiseplan verbannen. Studien zeigten, dass ein bis zwei Eier pro Tag keinen Einfluss aus den Cholesterinspiegel haben. Darüber hinaus enthalten Eier neben bestens verfügbarem Eiweiß alle bekannten Vitamine, mit einer Ausnahme: Vitamin C steckt nicht im gelben Dotter.

Apropos Dotter: Die bei Verbrauchern beliebte, ins Orange reichende Farbe haben eher Eigelbe aus Massenproduktion, da den Hühnern hier Karotinoide zugefüttert werden – nicht unbedingt das sprichwörtliche Gelbe vom Ei. Bio-Erzeugung dagegen führt eher zu hellgelbem Dotter, es sei denn, die Tiere bekommen viel Mais.

Breiter Antibiotika-Einsatz in Tierfabriken die Regel

Ganz abgesehen von der Haltungsform gilt: Nur ein gesundes Huhn legt gesunde Eier. Zwar sind selbst in der konventionellen Landwirtschaft vorsorgliche Antibiotika-Gaben verboten. Ob das gerade in großen Ställen wirklich umgesetzt wird, ist allerdings fraglich. Schließlich rechtfertigt schon ein einziges krankes Tier, dass allen anderen zugleich Antibiotika ins Futter gemischt wird. Und dass unter Zehntausenden Hühnern in einer Agrarfabrik eines krank wird, ist sicherlich die Regel. Der verantwortungslose Einsatz dieser stärksten Medizinwaffe schadet aber auch dem Menschen: Hühner und Eier aus konventioneller Haltung sind häufiger mit resistenten Keimen belastet als solche von Biohöfen.

Bio-Eier gesünder als konventionelle?

Aber unterscheiden sich Bio-Eier hinsichtlich ihrer Nährwerte von industriell erzeugten? Eher nicht: Die ernährungsphysiologischen Unterschiede sind verschwindend klein, zeigten Studien. Beide Sorten liefern pro Ei rund 100 Kalorien und oben genannte Vitamine, dazu zahlreiche Nährstoffe von Kalzium und Eisen bis hin zu Phosphor. Es bleibt also eine Gewissensentscheidung, zu welcher Kennzeichnung man im Supermarkt greift oder ob man sogar den Weg zum Bio-Bauern mit Hofverkauf auf sich nimmt.

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