Heilende Antioxidantien

Heidelbeeren: Was die Früchtchen so gesund macht

Wer regionale Produkte genießen will, ist an die Jahreszeiten gebunden. Welche Lebensmittel gerade Saison haben und deshalb besonders frisch und lecker in den (Super-)Marktregalen ausliegen, sagt Ihnen Lifeline mit der Sorte der Woche. Heute: die Heidelbeere.

blaubeeren heidelbeeren
Unter der Schale von Heidelbeeren konzentrieren sich die sekundären Pflanzenstoffe, die im Menschen Krebs und weiteren Zivilisationskrankheiten vorbeugen können. Dank vieler Ballaststoffe helfen Heidelbeeren sogar beim Abnehmen.
© iStock.com/eli_asenova

Wilde Blaubeersträucher bedecken den Boden ganzer Wälder. Weil sie sich – neben der Bestäubung durch Tiere – unterirdisch und vegetativ vermehren, gelten die Heidepflanzen der Art Vaccinium myrtillus als nahezu unsterblich. Menschen verhelfen die Früchte zwar nicht zum ewigen Leben. Verlängern dürften sie es aber: Die gesundheitlichen Vorzüge der Heidelbeere sind kaum zu toppen, die amerikanischen Ureinwohner verehrten den Strauch als Heilpflanze. 2015 wurde die Blaubeere zur Frucht des Jahres gekürt.

Die Wirkung von Heidelbeeren beruht vor allem auf sekundären Pflanzenstoffen wie den Polyphenolen. Diese Radikalfänger stoppen reaktionsfreudige Moleküle, die Zellen schädigen und damit an Alterungsprozessen, aber auch entzündlichen Vorgängen beteiligt sind. Im schlimmsten Fall löst oxidativer Stress, also ein Übergewicht an freien Radikalen, Krebs aus.

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Heidelbeeren führen Rangliste der Radikalfänger an

Genau hier setzen Anthocyane an, die roten und blauen Pflanzenfarbstoffe, die vor allem unter der Schale von Heidelbeeren stecken. Wilde Blaubeeren weisen mehr sekundäre Pflanzenstoffe auf als Kulturheidelbeeren, zudem stecken in kleineren Früchten prozentual gesehen mehr Anthocyane.

Im Vergleich mit anderem Obst – auch Beeren – haben die kleinen blauen Früchte bei weitem das höchste antioxidative Potenzial. Beispielsweise schlagen Heidelbeeren Honigmelonen hier um das 33-Fache. Himbeeren und Erdbeeren enthalten zwar ebenfalls viele antioxidative Stoffe – aber immer noch nur etwa die Hälfte derer von Blaubeeren. Auf mehr Radikalfänger bringen es lediglich die Gojibeere und je nach Untersuchung die Aronia. Auch die Acai-Beere hat eine stark antioxidative Wirkung.

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Je nach Form regulieren Heidelbeeren die Verdauung

Neben Anthocyanen liefern Blaubeeren – genau wie ihre Verwandten Him-, Brom- und Erdbeere – Karotinoide. Besonders Beta-Carotin sorgt als Vorstufe von Vitamin A für gutes Sehen. Gerbstoffe (Tannine) in Heidelbeeren, darunter die Hydroxyzimtsäure, haben krebsvorbeugende und entzündungshemmende Wirkung. Damit schützen Tannine die Gefäße und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Außer sekundären stecken in Blaubeeren aber auch eine Menge primäre Pflanzenstoffe – darunter Eisen, Kalium, Vitamin C – ein Multitalent Vitamin C, Folsäure und Zink. Dabei schlagen die Früchte mit nur 43 Kilokalorien pro hundert Gramm zu Buche.

Während getrocknete Heidelbeeren als Hausmittel Durchfall kurieren können, wirken die frischen Früchte eher abführend. Außerdem gelten Blaubeeren als günstig für den Blutzucker von Diabetikern und abwehrstärkend. Das in hellen und großen Kulturheidelbeeren enthaltene Pterostilben kann außerdem den Cholesterinspiegel senken.

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Wilde Heidelbeeren färben die Zähne blau

Nah verwandt ist die Heidelbeere mit Cranberry und Preiselbeere, die ebenfalls zur Gattung Vaccinium zählen. Die Kulturheidelbeeren aus dem Supermarkt (Vaccinium corymbosum) stammen übrigens nicht von der europäischen Wildheidelbeere ab, sondern von der amerikanischen. Regional heißt die Blaubeere Bick-, Heu-, Moll- oder Schwarzbeere. Letzteres vielleicht, weil der dunkle Saft wilder Heidelbeeren Zähne und Zunge blauschwarz einfärbt.

Saison haben Heidelbeeren in Deutschland von Juli bis September. Verwenden kann man sie zum Beispiel als Topping für Müsli, Quark oder Joghurt, aber auch für Gebäck wie Muffins und Pfannkuchen – so wie im folgenden Rezept:

Rezept für Heidelbeer-Buttermilch-Pancakes

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Stack of freshly prepared blueberry ricotta pancakes with fresh berries, yogurt and honey for breakfast
© iStock.com/KateSmirnova

Zutaten für vier Personen:

  • 25 Gramm Butter, Margarine oder Öl sowie Fett zum Backen
  • 200 Milliliter Buttermilch
  • zwei Eier
  • rund 250 Gramm Heidelbeeren (TK oder frisch)
  • 150 Gramm Mehl 
  • drei gehäufte Esslöffel Zucker 
  • etwas Salz
  • wenig Zucker zum Bestreuen der fertigen Pancakes  
  • ein Teelöffel Backpulver
  • zwei Eier

Zubereitung:

Butter oder Margarine schmelzen. Die Eier mit Buttermilch und Zucker verrühren, flüssige Butter daruntergeben. Mehl, eine Prise Salz und Backpulver vermengen und unter die Eier-Buttermilch-Mischung rühren. Den Teig zugedeckt etwa eine Viertelstunde quellen lassen.

Inzwischen die Beeren waschen, verlesen und mit Küchenkrepp gut trocknen. Heidelbeeren unter den Teig mischen. Fett in einer Pfanne erhitzen, jeweils zwei Esslöffel Teig in die Pfanne geben, leicht schwenken und verteilen. Die Pancakes pro Seite drei bis vier Minuten backen, so nacheinander den gesamten Teig verarbeiten. Fertige Pancakes im heißen Ofen bei 60 Grad warm halten, dann mit Zucker bestreut servieren.

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