Fettsäuren helfen dem Gehirn auf die Sprünge

Omega-3-Fettsäuren stärken die Konzentration bei ADHS

mädchen mit fisch
Kaum ein Kind kann sich für häufige Fischmahlzeiten begeistern. Omega-3-Fettsäuren sind jedoch wichtig für Denkleistung und Konzentrationsfähigkeit.
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Omega-3-Fettsäuren gelten als Schmieröl fürs Gehirn, bei ADHS-Patienten wirken sie sich positiv auf Konzentration und Lernen aus. Ihr Kind mag keinen Fisch? Auch kein Problem: Die gesunden Fettsäuren stecken bei weitem nicht nur in Lachs und Makrele.

Mit einer ausgewogenen Ernährung kann man die Entwicklung des Gehirns sowie die Konzentrationsfähigkeit schon von Kindesbeinen an positiv beeinflussen. Eine besonders wichtige Rolle kommt dabei den sogenannten Omega-3-Fettsäuren zu.

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Bei Omega-3-Fettsäuren handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die bekannt für ihren positiven Einfluss auf Gefäße und Gehirn sind. Tatsächlich weiß man, dass sich Omega-3-Fettsäuren insbesondere in den Gehirnzellen, aber auch in den Zellen der Netzhaut im Auge finden. Sie sind also Teil unseres Zell-Grundgerüstes.

Was Omega-3-Fettsäuren im Gehirn leisten

Manche Omega-3-Fettsäuren, vor allem die Lipide EPA und DPA, spielen eine wichtige Rolle bei der Synapsenbildung sowie bei der Signalübertragung im Gehirn.  Neuere Studien legen sogar eine gewisse Schutzfunktion vor Alzheimer nahe.

Das erklärt, warum bestimmte Omega-3-Fettsäuren von Experten als wichtige Nährstoffe für das Denken und Lernen eingestuft werden. Kein Wunder also, dass diese Fettsäuren heute auch als „Gehirnfettsäuren“ bezeichnet werden und unterstützend auch zur Behandlung von ADHS zum Einsatz.

Omega-3-reiche Ernährung gegen ADHS-Symptome

Gerade Kinder sollten ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, sagt Alex Richardson von der Uni Oxford - unter anderem, um dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) vorzubeugen. Allerdings bekommen bei weitem nicht alle Kinder genug von den wichtigen Hirnfettsäuren ab.

Richardson hat sogar ein Buch über diese Versorgungslücke geschrieben, "They are what you feed them" heißt es ("Sie sind, was Ihr ihnen zu essen gebt"). "„Die körperlichen Risiken, die von einer Mangelernährung ausgehen, sind wohlbekannt", sagt er – "aber nicht die Schäden, die Verhalten, Lernfähigkeit und Laune von Kindern davontragen."

Fisch aus Aquakultur hat ein ungünstiges Omega-3-Profil

Vergrößert wird die Omega-3-Lücke in der Bevölkerung nach Ansicht der Forscher dadurch, dass jeder zweite gegessene Fisch aus Aquakultur stammt – und dadurch eine Ernährung bekommt, die seine Omega-3-Bilanz verschlechtert .

Zusätzlich zu natürlichen Quellen für Omega-3-Fettsäuren – wie Seefisch, Leinöl und Walnüssen – besteht die Möglichkeit, die Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. Neuerdings gibt es sogar eigens mit Omega-3 angereicherte Wurstwaren zu kaufen.

Omega-3-Fettsäuren: 13 Lebensmittel fürs Gehirn

 

kommen.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren immer dann besonders gefragt ist, wenn es um

  • Denkvermögen
  • Lernvermögen
  • Konzentrationsfähigkeit

geht.

Wie Eltern die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sichern

Im Zusammenhang mit der Förderung von Denk- und Lernvermögen heben Forscher immer wieder die Bedeutung von zwei besonderen Omega-3-Fettsäuren hervor: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Diese Omega-3-Fettsäuren finden sich vor allem in fettreichem Seefisch. Gute Lieferanten sind zum Beispiel:

Um Ihr Kind ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen, empfehlen Experten etwa 300 mg EPA und DHA pro Tag – das entspricht etwa zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Doch welches Kind isst schon gerne Fisch, wenn Pizza und Pasta doch viel, viel besser schmecken? Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihr Kind ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren versorgen können:

  • Mit gutem Beispiel voran: Was bei Mama und Papa regelmäßig auf dem Teller landet, kann doch gar nicht so schlecht schmecken - oder?

  • Gut getarnt: Fisch ist nicht gleich Fisch. Filetiert und mit leckeren Kartoffeln, vielleicht auch das bunte Lieblings-Gemüse dazu: So lassen es sich die Kids schmecken!

  • Fisch als Ritual, zum Beispiel: Freitag ist Fisch-Tag! Führen Sie das Ritual doch einfach ab sofort und ohne großes Aufhebens ein. So wird Fisch nicht mehr zum Thema, über das großartig diskutiert werden muss. Und schon haben Sie eine Fisch-Mahlzeit pro Woche sicher.

  • Ihr Haushalt lebt vegetarisch oder vegan? Auch kein Problem: Massenhaft Hirnfettsäuren stecken in Lein- und Rapsöl, Leinsamen und Walnüssen. Sie sind zwar schlechter verwertbar als die tierischen Omega-3-Quellen, dennoch ist ein Mangel sehr unwahrscheinlich.

  • Noch ein Tipp: Wenn Sie Ihr Kind trotzdem nicht zum Fisch-Freund machen können und auch die Omega-3-reichen Kerne nicht gut ankommen, könnten Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise eine Alternative sein, um die empfohlene EPA- und DHA-Zufuhr zu sichern.

Kinderernährung und geistige Leistungsfähigkeit

Grundsätzlich sollte man bei seinen Kindern natürlich auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit all die komplexen Gehirnfunktionen möglichst reibungslos ablaufen können. Empfohlen für Kinder ist in etwa eine Trinkmenge von einem Liter pro Tag – dabei sollten sie aber möglichst auf zuckerhaltige Getränke wie Limonade oder Cola verzichten. Besser sind Wasser, ungesüßter Tee oder auch Fruchtsaftschorlen.

Nicht zuletzt sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind regelmäßige Mahlzeiten und gesunde Zwischenmahlzeiten zu sich nimmt. Losgehen sollte es jeden Tag mit einem reichhaltigen Frühstück, schließlich ist gerade vormittags in der Schule jede Menge Hirnleistung gefragt.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. August 2015
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