Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Süßungsmittel für Diabetiker

Süßstoffe können bei Diabetes als Alternative zu Zucker eingesetzt werden - da sie keine Kohlenhydrate enthalten, müssen sie auch nicht angerechnet werden. Spezielle Diabetiker-Produkte mit sogenannten Zuckeraustauschstoffe hingegen werden heute eher kritisch beurteilt.

Süßungsmittel für Diabetiker
Süßstoff kann von Diabetikern als Alternative zu Zucker eingesetzt werden.
(c) iStockphoto

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe werden als Süßungsmittel bezeichnet. Nicht alle sind für Diabetiker geeignet. Süßungsmittel werden generell als Zuckerersatz bei der Herstellung von energieverminderten, nicht kariesfördernden oder zuckerfreien Lebensmitteln sowie von Diätkost eingesetzt.

Zuckeraustauschstoffe – für Diabetiker entwickelt

Als Zuckeraustauschstoffe sind die Zuckeralkohole Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit, Xylit und Erythrit zugelassen. Sie können wie Zucker als Süßungsmittel verwendet werden. Zuckeraustauschstoffe wurden als Zuckerersatz für Diabetiker entwickelt. Sie werden insulinunabhängig verstoffwechselt und führen nur zu einem geringen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels. Ihr Einsatz erschien ideal in der Diabetesdiät, die lange ein striktes Verbot von Kohlenhydraten wie Glukose, Invertzucker, Saccharose, Maltodextrin und Glukosesirup beinhaltete.

Spezielle Diabetiker-Lebensmittel abgeschafft

Menschen mit Diabetes benötigen spezielle Süßungsmittel, aber keine speziellen Diabetiker-Lebensmittel. Die sogenannten Diabetikerprodukte haben einen fast gleichen Kaloriengehalt wie übliche Lebensmittel und somit im Hinblick auf eine Gewichtsreduktion keine Vorteile (zum Beispiel enthalten 100 g Vollmilchschokolade 530 kcal, 100 g Diät-Vollmilchschokolade 500 kcal). Aus diesem Grund beschloss der Bundesrat im September 2010 die Streichung spezieller Anforderungen an diätetische Lebensmittel in der Diätverordnung. Bald wird es also keine speziellen Diabetiker-Lebensmittel mehr geben. Für die Unternehmen gilt allerdings eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

Sonderfall Fruktose

Fruktose war lange ein beliebter Ersatzstoff für Saccharose. Bei gleichem Brennwert (4 kcal/g) entspricht die Süßkraft etwa dem 1,2-Fachen von Saccharose. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass eine erhöhte Aufnahme mit Fruktose gesüßter Getränke oder Diät-Lebensmittel negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel bei Diabetikern hat. So kann das Süßungsmittel Fruktose über eine Beeinflussung der hormonellen Gewichtsregulierung Fettleibigkeit begünstigen. Auch eine Insulinresistenz* und Fettstoffwechselstörungen (Hypertriglyzeridämie) werden gefördert. Zudem wird eine überhöhte Fruktoseaufnahme für die Entwicklung der nicht alkoholisch bedingten Fettleber mitverantwortlich gemacht.

Süßstoffe – für Diabetiker geeignetes Süßungsmittel

Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Verbindungen mit einer hohen Süßkraft. Sie sind kalorienarm beziehungsweise -frei, werden insulinunabhängig verstoffwechselt und wirken nicht kariesfördernd. Süßstoffe sind Süßungsmittel, die nicht zu einem Blutzuckeranstieg führen und somit von Diabetikern zum Süßen verwendet werden können, und sie machen auch nicht dick. Bislang konnte keine gewichtssteigernde Wirkung wissenschaftlich belegt werden. Machen Süßstoffe Hunger? Diese Frage kann man mit Nein beantworten, da sie die Insulinsekretion nicht fördern. Derzeit sind neun Süßstoffe in der Europäischen Union zugelassen.

 

Glossar

Insulinresistenz: Insulinresistenz bedeutet eine verminderte Empfindlichkeit des Gewebes, vor allem der Muskeln, der Leber und des Fettgewebes, gegenüber Insulin. Die Folge ist ein gesteigerter Insulinbedarf. Eine Insulinresistenz ist eine der Hauptursachen des Typ-2 Diabetes.

Zehn versteckte Zuckerfallen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Februar 2012
Quellen: Info Diabetologie 3 (2010) 54-55, Springer Medizin / Urban & Vogel 2010

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