Nahrungsmittelintoleranz

Sorbitintoleranz

Sorbitmalabsorption

Die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ist bei Menschen mit Sorbitintoleranz gestört. Demzufolge kommt es selbst nach der Aufnahme von geringen Sorbitmengen zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.

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Obstsorten mit einem besonders hohen Sorbitgehalt wie etwa Pflaumen sollten Betroffene besser meiden.
Zavalnyuk Sergey/ Thinkstock

Normalerweise gelangt Sorbit über die Darmwand ins Blut, über das Blut in die Leber, wo es schließlich in Glukose oder Fruktose umgewandelt wird.

Funktioniert dieses Transportsystem nicht optimal, entstehen bei der Verdauung Gase, die Bauchweh, Darmgeräusche und Blähungen verursachen. Darüber hinaus kann dies auch zu breiigen Stühlen oder gar wässrigen Durchfällen führen.

Diese Störung nennt man Sorbitunverträglichkeit. In der medizinischen Fachterminologie heißt sie Sorbitintoleranz oder auch Sorbitmalabsorption. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind und welche Menge Sorbit noch problemlos vertragen wird, ist individuell verschieden.

Sorbitintoleranz: Ursachen

Größere Mengen Sorbit (> 20 Gramm pro Tag) können auch bei Menschen ohne Unverträglichkeit die genannten Beschwerden verursachen.

Sorbit (Synonyme: Sorbitol, Glucitol, Hexanhexol) gehört zu den natürlich vorkommenden Zuckeralkoholen. Enthalten ist es in vielen Früchten und einigen Gemüsesorten. Zugesetzt wird Sorbit auch diverssen industriell hergestellten Lebensmitteln, vor allem energiereduzierten bzw. zuckerfreien Desserts und Speiseeisen, energiereduzierten oder zuckerfreien Süßwaren und Kaugummis, ebenso Soßen, Senf oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Mit Hilfe von Enzymen wird Sorbit aus Glucose hergestellt. In der Liste der Lebensmittelzusatzstoffe wird es als E 420 aufgeführt – allerdings nur, wenn es dem Lebensmittel explizit zugesetzt wurde. Sorbit, das in beigefügten Früchten enthalten ist, wird nicht deklariert. In industriell hergestellter Nahrung dient Sorbit als Zuckeraustauschstoff, als Feuchthaltemittel, oder auch als Trägerstoff für Aromen und Vitamine.

Sorbitintoleranz: Symptome

Etwa ein bis drei Stunden nach dem Verzehr von sorbithaltigen Nahrungsmitteln kommt es bei Menschen mit Sorbitintoleranz vor allem zu Blähungen (Meteorismus), Bauchschmerzen und Durchfall (Diarrhoe).

Manche der Betroffenen leiden auch unter Brennen und Juckreiz im Analbereich. Vermutliche entstehen diese Beschwerden durch eine Reizung der Schleimhäute, die von Fettsäuren verursacht werden. Denn beim Abbau von Sorbit entstehen neben Gasen auch Fettsäuren.

Sorbitintoleranz: Diagnose

Erste Hinweise auf eine Sorbitintoleranz kann ein Ernährungs- und Beschwerdeprotokoll liefern. Notiert wird darin, wann welche Menge von welchem Nahrungsmittel gegessen wurde und wann Beschwerden auftraten.

Abklären lässt sich der Verdacht auf eine Sorbitintoleranz mit einem Wasserstoff-Atemtest (H2-Atemtest), den beispielsweise Internisten oder Gastroenterologen durchführen.

Bei einem großen Teil aller Betroffenen - zwischen 80 bis 90 Prozent -  ist eine Sorbitintoleranz gekoppelt mit einer Fruktoseintoleranz und / oder einer Laktoseintoleranz.

Empfehlenswert ist deshalb, bei entsprechenden Beschwerden auch Tests auf andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu machen.

Manche Menschen vertragen jedoch Fruktose und Laktose prima, reagieren hingegen auf Sorbit mit Magen-Darm-Symptomen. Diese Störung heißt isolierte Sorbitintoleranz.

Sorbitintoleranz: Therapie

Hat ein Arzt eine Sorbitmalabsorption diagnostiziert, sollte der Patient für einige Wochen vollkommen auf sorbit-, fruchtzucker- und generell zuckerhaltige Nahrungsmittel verzichten. Meist bessern sich die Beschwerden schon in dieser Zeit. Anschließend beginnt derjenige schrittweise wieder Sorbit aufzunehmen und seine persönliche Toleranzgrenze auszutesten.

Empfehlenswert ist in dieser Testphase ein Ernährungs- und Symptomprotokoll. Denn mit Hilfe der Aufzeichnungen lassen sich Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und den verzehrten Speisen leichter erkennen.

Dauerhaft beschwerdefrei werden Menschen mit Sorbitintoleranz durch die dauerhafte Reduktion der Aufnahme von Sorbit. Die gerade noch problemlos tolerierte Menge variiert individuell, liegt in den meisten Fällen aber bei etwa zehn bis 20 Gramm Sorbit pro Tag.

Was bei einer Sorbitintoleranz zu meiden ist

Obstsorten mit einem besonders hohen Sorbitgehalt wie etwa Pflaumen, Birnen, Aprikosen, Rosinen und Pfirsiche – auch getrocknet, als Saft oder Konfitüre – sollten Betroffene besser weglassen. Zu meiden sind ebenfalls Produkte, die Sorbit als Zuckeraustauschstoff enthalten. Besondere Vorsicht ist bei Diät- und Lightprodukten sowie geboten.

Sorbitintoleranz: Verlauf und Vorbeugen

Eine Sorbitintoleranz ist nicht heilbar und bislang kann man ihr nicht vorbeugen. Wer sich jedoch sorbitarm ernährt, kann dauerhaft weitgehend beschwerdefrei leben.

Während sich Menschen mit neu diagnostizierter Sorbitunverträglichkeit zunächst relativ eng an die Empfehlungen des Ernährungsberaters halten sollten, bekommen die Betroffenen erfahrungsgemäß mit der Zeit ein gutes Gespür dafür, was ihnen in welcher Menge und in welcher Kombination gut bekommt.

Wie kann ich einer Sorbitintoleranz vorbeugen?

Bislang gibt es keinerlei wissenschaftlich belegte Empfehlungen, wie der Entwicklung einer Sorbitintoleranz vorgebeugt werden könnte.

Sorbitintoleranz: Weitere Informationen

  • Eine Liste mit sorbitfreien Lebensmitteln sowie Rezepte, die Menschen mit Sorbitintoleranz unbeschwert nachkochen können
  • Rezepte für sorbitfreie Süßspeisen
  • Basisinformationen über kombinierte Unverträglichkeit von Milchzucker, Fruchtzucker und Sorbit, sowie einen „3-Stufen-Plan zur Beschwerdefreiheit“ und Rezepte, die für kombinierte Intoleranzen geeignet sind, finden Betroffene in dem Buch von Christiane Schäfer und Anne Kamp: Köstlich essen: Fruktose, Laktose und Sorbit vermeiden: Über 90 Rezepte: Unbeschwert genießen trotz mehrerer Unverträglichkeiten. Trias Verlag, broschiert, Preis: 19,95 Euro.
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