Was ist zu beachten?

Kostüm, Schminke, Maske: Narrensicher durch den Karneval

Masken, Perücken, grelle Schminke und ein verrücktes Outfit gehören zu Karneval dazu. Doch manche Kostüme und Accessoires haben es in sich – mit unseren Tipps kommen Sie und Ihre Kinder trotzdem sicher und gesund durch den Karneval.

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Kostüme von der Stange können Schadstoffe enthalten, die oft Hautreizungen und Allergien auslösen – besonders, wenn die Trägerin beim Tanzen schwitzt. Auch bei stark riechenden Masken und billiger Schminke ist Vorsicht geboten.
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Endlich Karneval: Die närrischen Tage mit Umzügen und Kostümpartys stehen vor der Tür. Die fünfte Jahreszeit ist zum Feiern und Spaß haben da. Kinder freuen sich oft schon Wochen vorher auf ihr Faschingskostüm, auch viele Erwachsene zieht es maskiert oder fantasievoll geschminkt zum Maskenball.

Aber so manche Karnevalsutensilien machen keinen Spaß, vor allem nicht Allergikern. Das fängt mit dem Kostüm an: Indianer-, Hexen- und Prinzessinen-Outfits oder jedes andere Kostüm von der Stange kann Schadstoffe enthalten, die Hautreizungen und Allergien auslösen können – besonders, wenn der Träger oder die Trägerin schwitzt. Dann kann der Schweiß die gesundheitsschädlichen Substanzen aus dem Stoff lösen.

Karnevalskostüme vor dem Einsatz waschen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin rät deshalb, Karnevalskostüme vor dem ersten Tragen in die Waschmaschine zu stecken, um so zumindest einen Teil der unerwünschten Substanzen aus dem Stoff zu waschen. Außerdem sollten die Verkleidungen nicht auf der bloßen Haut getragen werden. Eine Unterkleidung, möglichst aus Baumwolle, zum Beispiel dünne T-Shirts oder Leggings verhindert, dass Schadstoffe aus der Kleidung an die Haut gelangen.

Bei Kostümen für kleine Kinder sollten die Eltern darauf achten, dass sich keine verschluckbaren Knöpfe oder sonstige Applikationen lösen können. Auch bei Accessoires und Schmuck sollten Eltern darauf Wert legen, dass sie kindgerecht gefertigt sind, um Vergiftungen vorzubeugen oder Erstickungsgefahr durch verschluckte Gegenstände zu vermeiden.

Spielzeugpistolen können Hörschäden verursachen

Eine weitere Karnevalsgefahr für Kinder insbesondere im Alter von sechs bis elf Jahren stellen Spielzeugpistolen und –gewehre dar. Zu nahe am Ohr des Spielkammeraden abgefeuert, können sie ein Knalltrauma und in der Folge einen teils lang anhaltenden Tinnitus auslösen. Daher ist es wichtig, solche Spielzeuge nicht zu kleinen Kindern zu überlassen.

Erklären Sie Ihren jungen Sheriffs, Cowboys und Indianern den Umgang mit ihren Spielzeugwaffen und schärfen Sie ihnen ein, sie nicht in Kopfnähe zu halten – mindestens 25 Zentimeter Abstand zum anderen und zu sich selbst müssen es schon sein. Und schalten Sie sich beim "Waffenkauf" ein: Drängen Sie auf Karnevalsspielzeug, das nicht so laut kracht – Verkäufer in spezialisierten Spielzeugläden sollten in der Lage sein, entsprechend zu beraten.

Karnevalsmasken vor dem Tragen lüften

Für Groß und Klein gilt: Vorsicht bei Masken, die unangenehm riechen. Der penetrante Geruch kann auf krebserregende Stoffe oder schädliche Weichmacher hinweisen. Die Zeitschrift Ökotest stellte vor einigen Jahren bei einem Test von zehn verschiedenen Masken Schadstoffe fest: "Ausnahmslos alle Masken gasen flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus. Wer seinen Kopf in eine solche Maske steckt, atmet jede Menge übles Zeug ein, darunter Aromaten, die das zentrale Nervensystem und innere Organe schädigen können.

Aus sechs Masken kam Delta-3-Caren, ein starkes Allergen, das zur Gruppe der Terpene gehört, beschrieb das Magazin die Testergebnisse. Auch wenn der ein oder andere Hersteller inzwischen Nachbesserungen an seinem Produkt vorgenommen hat, ist als generelle Vorsichtsmaßnahme zu empfehlen: Vor dem Tragen Kunststoff-Masken gut lüften und sie an Karneval nicht zu lange tragen.

Auf ein weiteres Problem weist das BVL hin: Faschingsmasken können unter Umständen die Atmung einschränken. Deshalb sollten Narren vor dem Kauf die Maske am besten anprobieren und dann nicht nur die Optik überprüfen, sondern auch, ob sie damit später im Gedränge und stickigen Sälen genug Luft bekommen.

Schminke vorher testen – sonst drohen Pickel an Karneval

Wer statt zur Maske lieber zur originellen Schminke greift, sollte dabei ebenfalls Vorsicht walten lassen. Alte Produkte, vor allem, wenn sie schon ranzig riechen, gehören nicht auf die Haut, sondern in die Mülltonne. Außerdem können Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe in Kosmetikartikeln Allergien und Hautreizungen in Form von Juckreiz, Quaddeln oder Pusteln auslösen.

Mit einem Vorab-Test können Sie verhindern, dass Ihnen allergische Reaktionen oder Hautirritationen die Karnevalsparty verderben. Tragen Sie dazu etwas Schminke auf eine kleine Hautpartie der Innenseite des Unterarms auf. Reizungen wie Pickel oder Rötung durch die Karnevalsfarben zeigen sich meist schon in den ersten 20 Minuten nach dem Auftragen. Allergische Reaktionen können sich allerdings auch noch bis zu drei Tage nach dem Auftragen bemerkbar machen.

Loser Glitter an Karneval kann ins Auge gehen

Vor dem Auftragen der Karnevalsschminke kann eine Schicht Hautcreme die Haut vor Irritationen schützen. Kaufen Sie Schminke auf Wasserbasis – sie lässt die Haut besser atmen und ist leichter wieder zu entfernen. Wer zu Fasching gerne glänzen möchte, kann zu Glitzercreme greifen. Vor losen Glitterpartikeln warnt das BVL jedoch: Sie könnten sprichwörtlich ins Auge gehen und so den Karneval vermiesen statt einen glänzenden Auftritt zu garantieren.

Die größten Karnevalssünden

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2015
Quellen: Pressemitteilung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 31.01.2013: Karnevalsartikel vor dem Kauf ausprobieren; G. Fleischer, E. Hoffmann, R. Lang, R. Müller: Dokumentation der Auswirkungen von Kinderknallpistolen, in     HNO  Volume 47, Issue 6 , pp 535-540; Ökotest Januar 2011: Karnevals- und Spaßmasken (http://emedien.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=96868;bernr=23); dpa

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