Gefährliche Süße

Zucker: Wann wird er zum Gesundheitsrisiko?

Zucker ist schädlich für den Körper, wenn man ihn im Übermaß konsumiert. Hier ist vor allem versteckter Zucker in Fertiglebensmitteln, Soßen und sogar Wurst tückisch. Doch ab welcher Menge wird es kritisch und macht Zucker wirklich süchtig?

Zucker
Zucker versteckt sich in vielen Lebensmitteln. Daher nehmen viele Verbraucher mehr davon zu sich, als ihr Körper verkraftet.
© iStock.com/idildemir

Zucker, auch als Saccharose bekannt, wird entweder aus Zuckerrohr- oder -rüben gewonnen. Er gehört zu den Kohlenhydraten und ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), das aus je einem Molekül Fructose und Glucose besteht. Zucker enthält etwa 400 Kilokalorien (kcal) pro 100 Gramm und liefert schnelle Energie, dafür jedoch fast keine Mineralstoffe und Vitamine.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, dass Zucker weniger als zehn Prozent der täglich aufgenommenen Kalorienmenge ausmachen sollte. Besser noch sei, sich auf fünf Prozent zu beschränken. Das entspricht etwa 25 Gramm Zucker am Tag. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, Zucker wie auch Lebensmittel mit einem hohen Anteil der verschiedenen Zuckerarten nur gelegentlich zu verzehren. Doch das ist gar nicht so leicht.

Warum Zucker dem Menschen schadet

Zucker im Übermaß fördert Krankheiten wie Karies oder Diabetes und sorgt für Gewichtszunahme. Dabei ist nicht nur Süßkram bedenklich, sondern auch versteckter Zucker. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnt insbesondere vor zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden, die den täglichen Zuckerkonsum rasch und unbemerkt in die Höhe schnellen lassen. Die steigende Anzahl von Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas führen Experten unter anderem auf hohe Zuckeranteile in Hamburger-Brötchen und anderen vorgefertigten Lebensmitteln zurück. Zucker versteckt sich zum Beispiel Ketchup, Wurstwaren, Soßen und sogar Erbsen aus der Dose.

Verborgene Süße: 13 fiese Zuckerfallen

Für den Verbraucher ist er nur schwer zu erkennen, da süßende Zutaten unter einer Vielzahl von Begriffen auf dem Etikett von Lebensmitteln ausgewiesen sind: Industriell gefertigte Lebensmittel enthalten beispielsweise Maltodextrin, Lactose, Milchzucker, Saccharose, Oligofructose, Dextrose. Letztlich gehören sie alle zu den Zuckerarten und führen dem Körper ähnlich viele Kalorien zu.

Auf Zuckerersatz und -alternativen umzusteigen, ist nur bedingt sinnvoll, denn alle haben sie Vor- und Nachteile. Wer wiederum auf setzt, ist nicht auf der sicheren Seite: Hinter Bezeichnungen wie "weniger Zucker" oder "zuckerreduziert" können sich ebenfalls große Zuckermengen verstecken – es muss laut Gesetzgeber lediglich 30 Prozent weniger Zucker sein als in vergleichbaren Produkten.

Macht Zucker süchtig?

So manchem Süßmaul fällt es schwer, die Finger von Schokolade und Bonbons zu lassen. Viele vergleichen die Lust auf Süßes deshalb mit einer Sucht – und den Verzicht mit einem Drogenentzug. Tatsächlich regt Zucker ähnlich wie Drogen das Belohnungssystem des Gehirns an. Der ausgeschüttete Botenstoff Dopamin sorgt für körperliches Wohlgefühl und führt zu dem Wunsch, sich erneut so zu fühlen.

Von einer Sucht sei nach aktuellem Wissensstand trotzdem nicht zu sprechen, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in ihrem Ratgeber "Achtung, Zucker!". Denn wer auf Zucker verzichte, leide nicht körperlich unter dem Entzug, wie es bei Drogen der Fall sei.

Um vom Heißhunger nach zuckerhaltigen Speisen loszukommen, empfehlen die Verbraucherschützer, sich zunächst zu fragen, in welchen Situationen der Griff nach Süßem automatisch erfolgt. Das kann zum Beispiel Ärger oder Langeweile sein. Dann sollte sich der Betroffene alternative Verhaltensstrategien überlegen: etwa Spazierengehen, ein Bad nehmen oder Musikhören. Auch das schüttet wohltuende Botenstoffe aus. Zuckrige Süßigkeiten werden dann unnötig.

Zuckeralternativen: Abwechslungsreich, aber nicht immer gesünder
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