Regional, frisch, gesund: Die Sorte der Woche

Kornelkirsche: Pflanzenmedizin am Straßenrand

Bei Kornelkirschen handelt es sich um die Früchte des gelben Hartriegels (Cornus mas). Das gesunde Wildobst wächst in Hecken und am Waldrand. Was drin steckt und wie man Kornellen sicher erkennt!

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Kornelkirschen sind Nahrung und Naturmedizin in einem. Die Wildfrüchte liefern viel Vitamin bei wenig Kalorien und sollen Gicht und Magenbeschwerden lindern.
© iStock.com/serezniy

Wie viele andere wilde Obstsorten gerieten Kornelkirschen im Lauf des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Die süß-säuerlichen Früchte zu kennen, lohnt sich aber: Ihr Fruchtfleisch liefert viele wertvolle Inhaltsstoffe – darunter Vitamin C und B sowie Kalzium, Kalium und Magnesium. Dabei liefern hundert Gramm Kornelkirschen bis zu zehn Gramm Fruchtzucker und rund 60 Kilokalorien (kcal).

Kornelkirsche in der Phytomedizin: für Magen und Nieren

In der Pflanzenheilkunde wird vor allem die mild adstringierende Wirkung der Kornelkirschen geschätzt: Die Früchte ziehen Gewebe wie die Mundschleimhaut leicht zusammen. Hildegard von Bingen riet Gichtpatienten dazu, regelmäßig ein Bad mit Blättern und Holz des Kornellenstrauchs zu nehmen. Die Früchte dagegen – ob als Marmelade, Mus oder roh – "reinigen und festigen den Verdauungstrakt", wusste die berühmte Naturheilkundlerin.

Kornelkirschen als Heilmittel

Verschiedene Bestandteile der Kornelkirschen und ihres Strauches werden seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt, aber auch als Droge namens Fructus Corni. In einem spätbaroken Buch werden der damals noch "cornell-Kirsche" genannten Frucht von kühlenden Eigenschaften sogar Heilungskräfte gegen Krebs (Öl der Zweige) nachgesagt.

Aus der Lehre der Hildegard von Bingen leiten sich folgende Anwendungsgebiete für die Kornelkirsche ab:

  • Darmreinigung und Behandlung der Collitis ulcerosa: Kornelkirschen als Marmelade oder Gelee verzehrt

  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): täglicher Verzehr mehrer Portionen der ganzen Frucht, ob roh oder gekocht (Langzeittherapie)

  • Magenprobleme und Magengeschwür: der in der Kornelkirsche enthaltene Farbstoff Anthocyan wirkt antioxidativ und somit entzündungshemmend auf Schleimhäute und Gefäße

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Mit richtigen Kirschen ist die Kornelle aber nicht näher verwandt. Mit ihnen haben die Wildfrüchte lediglich Farbe, Stiel und den harten Stein gemeinsam. Die Kornelkirsche gehört zu den Hartriegelgewächsen, einer verbreiteten und recht anspruchslosen Pflanzenfamilie.

Kornelkirschen essen: So erkennen Sie reife Kornellen

  • Kornelkirschen-Sträucher blühen leuchtend gelb,
  • die etwa zwei Zentimeter großen Früchte sind länglich und
  • hängen häufig paarweise an ihren dünnen Stielen.
  • Kornellen verfärben sich von grün über gelblich-orange hin zu einem satten Rot, wenn sie reifen.
  • Die Sträucher sehen wie kleine Bäume aus und wachsen mehrere Meter hoch.

Die Früchte reifen ab Mitte August bis in den Herbst hinein. Kornelkirsche oder Kornelle sind dabei nur zwei Namen für die Früchte, die regional sehr unterschiedlich heißen. Gängig sind zum Beispiel die Bezeichnungen Herlitze und Dirlitze. In Österreich, wo sie große Bedeutung für die Herstellung von Obstbrand haben, heißen Kornellen auch Dirndl.

Unreife Kornelkirschen wie Oliven oder für Marmelade verwenden

Doch auch für die gesunde Küche lassen sich die Früchte des gelben Hartriegels vielseitig verwenden. Roh zum Naschen schmecken vor allem dunkelrote, fast überreife Kornellen. Für Marmelade und Gelee eignen sich auch gelblich-orange Früchte, die eine stärkere Säure haben. Am besten mischt man sie dazu mit süßem Obst wie Birnen oder Zwetschgen. Noch nicht ausgereifte Kornelkirschen kann man wie Oliven in Salzwasser einlegen. Dann schmecken sie weniger herb. Außerdem lassen sich Kornellen einfrieren und trocknen.

Verwechslung mit dem ungenießbaren Hartriegel ausschließen

Verwechslungsgefahr besteht mit dem weit verbreiteten roten Hartriegel (Cornus sanguinea). Dessen Früchte sind ungenießbar bis leicht giftig und können Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Die Unterscheidung fällt aber vergleichsweise leicht: Roter Hartriegel hat weiße Blüten und blauschwarze, runde Früchte.

Unsere Bilderstrecke hilft Ihnen, die Kornelkirsche sicher zu erkennen:

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