Forever young nach den Regeln des Dr. Strunz

Strunz-Diät

Ewige Jugend durch mentales Training, hochkonzentrierte Eiweißdrinks und viel Bewegung - das ist das Prinzip der Diät des Ulrich Strunz. Vieles an dieser Diät ist nicht neu, sie kombiniert im Grunde die Formula-Diät mit der mediterranen Küche. Vorsicht ist allerdings geboten bei den übergroßen Mengen an Eiweiß, Vitaminen und Mineralien, die der Fitnesspapst empfiehlt.

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Die falsche Ernährung und wenig Bewegung sind schuld am Übergewicht, deshalb empfiehlt Mediziner Strunz eine Kombination aus mediterraner Kost mit straffem Sportprogramm.
iStockphoto

Hochkonzentrierte Eiweißdrinks ähnlich wie bei der Formula Diät sollen den Energiestoffwechsel anregen und von der Kohlenhydratverbrennung zur Fettverbrennung umprogrammieren. Regelmäßige sportliche Einheiten wie tägliches Joggen von 30 Minuten Dauer auf nüchternen Magen sollen den Fatburneffekt noch zusätzlich anregen. Neben den Proteinshakes gibt es außerdem Vitamin- und Mineralstoffpräparate.

Anfangs ausschließlich Eiweißdrinks

Die flüssige Nahrung wird angereichert mit Mittelmeerküche - also viel Obst und Gemüse dazu Hülsenfrüchte, Fleisch und Fisch, wobei Letztere Lebensmittel tierischen Ursprungs mager sein sollen. Die Strunz-Diät beginnt mit einer Vital-Fatburning-Phase, die sieben bis 14 Tage dauern kann. Dabei wird alle vier Stunden ein Eiweißdrink verzehrt. Danach kann über einen Zeitraum von weiteren zwei bis zehn Wochen nach der mediterranen Ernährungsweise gelebt werden, wobei die Proteindrinks nur noch einmal pro Woche in der Regelmäßgikeit am Tag getrunken werden sollen. In der dauerhaften dritten Phase können Mahlzeiten durch Eiweißshakes ersetzt werden.

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    Während sich manche Abnehmstrategien für die einen prima eignen, sind sie für andere überhaupt nicht ideal. Ermitteln Sie, zu welchem Diät-Typ Sie gehören.

Gegen die Empfehlungen viel Gemüse und Obst zu essen, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wenig einzuwenden. Vorsicht ist jedoch da geboten, wo die Strunz-Diät von geläufigen Empfehlungen abweicht:

  • So soll der Eiweißbedarf laut Strunz viel höher sein als gemeinhin angenommen und mit körperlicher Aktivität noch steigen.
  • Den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen hält Strunz im Gegensatz zu gängigen Empfehlungen für so hoch, dass er allein mit einer ausgewogenen Ernährung nicht zu decken ist.

Ohne gesunde Wirkung: zusätzliches Eiweiß

Wer den von Strunz behaupteten Bedarf an Eiweiß decken will, muss dies zusätzlich einnehmen. Die Mengen liegen dabei weit über dem medizinisch anerkannten Bedarf. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist dazu anzumerken:

  • Es gibt keinen Hinweis, dass der Körper bei ausgewogenen Ernährung zu wenig Eiweiß aufnimmt - eher im Gegenteil. Dass der Eiweißbedarf bei körperlicher Aktivität steigt, ist nicht nachgewiesen.
  • Vermehrte Eiweißzufuhr erhöht die Menge der Substanzen, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Das gilt auch für Kalzium, was die Gefahr von Nierensteinen und Knochenerkrankungen mit sich bringt.
  • 50 bis 60 Gramm Eiweißanteil an der täglichen Ernährung gelten als sinnvoll. Eine positive Wirkung größerer Mengen ist nicht bekannt. Der gesunde Körper toleriert allerdings eine Eiweißmenge bis zum Zwei- bis Dreifachen des eigentlichen Bedarfs.

Auch Vitamine können Nebenwirkungen haben

Bei Vitaminen und Mineralien rät Strunz zu Mengen, die über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegen. In einzelnen Fällen liegen die Mengenempfehlungen sogar im gesundheitsgefährdenden Bereich. Zum Beispiel:

  • Zu viel Vitamin E kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen, über 800 Milligramm sogar zu Blutungen. 200 Milligramm Vitamin E am Tag gelten als tolerierbare Höchstdosis. Strunz empfiehlt 300 Milligramm. Die DGE empfiehlt lediglich elf bis 15 Milligramm täglich.
  • Zu viel Niacin kann zu Gefäßerweiterungen, Hitzegefühl, Magen- und Leberzellschäden führen. 35 Milligramm täglich gelten als tolerierbare Höchstdosierung. Strunz empfiehlt 50 bis 200 Milligramm. Die DGE empfiehlt 13 bis 17 Milligramm am Tag.
  • Mehr als 50 Milligramm Zink am Tag kann zu Störungen des Eisen- und Kupferstoffwechsels führen. 30 Milligramm täglich gelten als tolerierbare Höchstmenge. Strunz empfiehlt 25 bis 50 Milligramm Zink am Tag. Die DGE rät zu täglich sieben bis zehn Milligramm.

Fazit: Die Strunz-Diät bietet zwar sinnvolle Ansätze - Sport, mentales Training und gezielte Ernährung.  Die hohe Eiweiß- und Vitaminzufuhr ist jedoch bedenklich.

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