Harmlos, aber störend

Besenreiser entfernen: Was tun gegen unschöne Äderchen an den Beinen?

Besenreiser werden als hellrote oder blaue Verästelungen an den Beinen sichtbar. Sie verursachen zwar keine Beschwerden, können aber eine Vorstufe von Krampfadern sein. Wer Besenreiser entfernen lassen möchte, erzielt mit Veröden gute Ergebnisse. Die Kosten werden allerdings in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Frau hat Besenreiser
Besenreiser betreffen nicht nur ältere Menschen, sondern auch mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen.
iStock

Besenreiser sind keine typische Alterserscheinung, denn schon junge Menschen haben mit ihnen zu kämpfen: Etwa 60 Prozent der Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren seien von den roten oder blauen Äderchen an den Beinen betroffen, sagt Aljoscha Greiner, Allgemeinarzt und Spezialist für Venenerkrankungen.

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Bei Besenreisern handelt es sich zunächst aber um ein rein ästhetisches und kein medizinisches Problem. Allerdings: Besenreiser können die Vorstufe zu Krampfadern sowie ein Anzeichen für Venenerkrankungen sein. Sie entstehen durch einen Elastizitätsverlust der Venen, wodurch diese als rote bis bläulich-violette Verästelungen an der Hautoberfläche sichtbar werden. Manchmal treten sie auch in Gestalt roter Flecken auf. Theoretisch können sich Besenreiser an allen Hautarealen bilden, finden sich aber vor allem an den Beinen. Im Gesicht stellen sie ein eigenes Beschwerdebild namens Couperose dar.

Besenreisern vorbeugen: Ursachen vermeiden

Meist ist eine genetische Veranlagung schuld an Besenreisern. Doch auch andere Faktoren können ihre Entstehung begünstigen. Die Ursachen im Überblick:

  • genetische Veranlagung

  • starke Belastung durch langes Stehen, Übergewicht oder Schwangerschaft

  • hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren und der Schwangerschaft oder durch Einnahme bestimmter Medikamente

  • Bewegungsmangel, langes Sitzen

  • Wärmebelastung durch Sauna oder Sonnenbäder, durch die sich Gefäße erweitern

  • zum Special Füße und Beine

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Vorbeugen lässt sich am besten, indem man die genannten Ursachen vermeidet. Während sich die erbliche Vorbelastung nicht zu ändern sind, kann man andere Risikofaktoren für Besenreiser günstig beeinflussen.

Eine der wichtigsten Stellschrauben ist Bewegung, weil sie die Blutzirkulation fördert. Experte Greiner empfiehlt Schwimmen, Radfahren und Walking. Langes Sitzen und Stehen sollte man vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, können Besenreiser durch das Tragen leichter Kompressionsstrümpfe verhindert werden. Sauna, Thermalbad oder Sonnen ist nicht verboten; treten dabei jedoch Schwellungen und Schmerzen auf, sollte darauf verzichtet werden. Gegen durch Wärme erweiterte Gefäße helfen kurze Kälteduschen nach der Wärmebelastung.

Besenreiser abdecken mit Spezial-Make-up

Nach der Schwangerschaft verschwinden Besenreiser oft von selbst wieder. Ist das nicht der Fall, müssen sie in der Regeln nicht entfernt werden, weil sie lediglich ein kosmetisches Problem darstellen. Vielen Betroffenen ist daher schon geholfen, wenn sie die kleinen Äderchen zeitweise durch Kosmetika zum Verschwinden bringen. Spezielles Korrektur-Make-up wie Camouflage machen Besenreiser, blaue Flecken oder auch Pigmentstörungen auf der Haut unsichtbar. Die Farbcreme wird dazu auf der Haut eingearbeitet und mit einem Fixierpuder abgetupft. Die Produkte gibt es in Apotheken, Drogerien und im Internet.

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Lifeline/Wochit

Auch Selbstbräuner helfen, kleine Hautprobleme zu überdecken. Bei Besenreisern sind sie dadurch doppelt wirksam, weil sich die ungünstige Effekte durch langes Sonnenbaden vermeiden lassen.

Besenreiser entfernen: Kosten etwa bei 70 Euro pro Sitzung

Generell müssen Besenreiser nicht behandelt werden, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Wenn man sich optisch an den feinen Äderchen stört, kann man sie durch Veröden (Sklerotherapie) entfernen lassen. Dieses Verfahren wird auch zur Behandlung oberflächlicher Krampfadern eingesetzt und kommt meist ohne Betäubung aus. Dabei wird eine Substanz in die Vene injiziert, die diese verklebt und somit undurchlässig macht. Dafür sind meist drei bis vier Sitzungen nötig, die jeweils etwa 15 Minuten dauern. Laut Greiner kann allerdings nicht garantiert werden, dass die Besenreiser dadurch für immer verschwinden: "Manchmal tauchen die Besenreiser an anderen Stellen der Beine wieder auf."

Wenn es sich bei der Entfernung von Besenreisern nicht um einen medizinischen, sondern um einen rein kosmetischen Eingriff handelt, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Sie belaufen sich auf etwa 70 Euro pro Sitzung für beide Beine.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. August 2016
Quellen: Deutsche Venen-Liga

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