Auch Pflegeprodukte haben ein Verfallsdatum

Lippenstift und Co.: Wie lange ist Kosmetik haltbar?

Kosmetische Produkte müssen mindestens 30 Monate haltbar sein. Das bezieht sich natürlich auf originalverpackte Ware, die sachgerecht aufbewahrt wird. Für geöffnete Cremes, Lippenstifte, Lidschatten und Mascarabürsten gilt dieser Zeitraum Regel nicht, sie sollten aus hygienischen Gründen früher ersetzt werden. Doch wann sind Mascara, Hautcreme und Puder fällig? Eine Orientierungshilfe.

Lippenstift-200290109-001.jpg
Laut der Kosmetikverordnung müssen originalverpackte kosmetische Produkte mindestens 30 Monate haltbar sein. Für geöffnete Produkte gelten andere Zeiträume, die je nach Art der Kosmetik sehr unterschiedlich ausfallen.
© iStock.com/Andry5

Jedes Mal, wenn der Cremetopf geöffnet wird, das Mascarabürstchen in der Flasche auf- und abpumpt oder das Gesicht mit dem Pinsel gepudert wird, siedeln sich Bakterien und andere Keime in Tiegeln und Töpfen an. Die Folge ist, dass die Haltbarkeit des Produktes herabgesetzt wird.

Bei geöffneten Kosmetika gilt das Haltbarkeitsdatum auf der Packung nicht mehr. Sind Cremes, Lotionen, Lidschatten, Lippenstift und Flüssig-Make-up verdorben, macht sich das auf der Haut bemerkbar: Es entstehen Pickel, Pusteln und andere Hautirritationen sowie vermehrt Allergien.

So bleibt Kosmetik länger frisch

Die maximale Verwendungsdauer des geöffneten Produkts ist auf der Packung mit dem Symbol eines offenen Cremetopfs gekennzeichnet. Der Zeitraum ist mit einer Zahl und dem Buchstaben M für Monat angegeben. Einige Kosmetika tragen das Symbol nicht – zum Beispiel Einmalampullen oder Produkte, die sich nicht öffnen lassen, wie Deosprays. Das Symbol gilt für alle kosmetischen Produkte, die verschlossen länger als 30 Monate halten. Sind sie kürzer als diese zweieinhalb Jahre haltbar, muss statt des Cremetopf-Logos ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) aufgedruckt sein.

Creme und Lotionen: Finger raus, wenn es müffelt

Alle Cremes und Lotionen sind im Prinzip ein Gemisch aus Wasser und Fetten oder Ölen. Hinzu kommen diverse Wirkstoffe und Düfte. Je öfter das Gemisch mit Luftsauerstoff in Kontakt kommt und je größer der Wasseranteil ist, desto schneller kann eine Creme schlecht werden. Mit jedem Griff in den Cremetopf werden außerdem Keime von der Haut oder aus der Luft eingebracht.

Damit die Produkte nicht bereits nach kurzer Zeit verderben, werden ihnen zugesetzt. Diese verhindern, dass sich Mikroorganismen und Pilzsporen auf der Creme ansiedeln und die Haltbarkeit drastisch herabsetzen. Doch die Wirkung der Konservierung ist begrenzt: Cremes halten geöffnet zwischen sechs und zwölf Monate lang. Produkte mit höherem Wasseranteil wie Gels, Lotionen und Cremes für die Augen (mit weniger Konservierungsstoffen) haben eine kürzere Haltbarkeit.

Auf den angegebenen Zeitraum sollte man sich jedoch nicht komplett verlassen, sondern auch seine Sinne einsetzen: Wenn eine Creme schlecht oder ranzig riecht, wenn sich in Topf oder Tube Wasser vom Fett trennt oder das Produkt ausflockt, ist es reif für den Abfall.

Mascara häufig schon nach sechs Monaten verdorben

Wimperntusche hat eine maximale Lebensdauer von sechs Monaten. Spätestens dann sollte eine neue Tusche gekauft werden. Veränderter Geruch, eine krümelige Konsistenz oder starke Klümpchenbildung sind eindeutige Anzeichen, dass die Mascara in die Mülltonne gehört.

Bei der Anwendung wird immer wieder neue Luft in den Behälter gepumpt, zudem vermehren sich Bakterien in Wimperntusche durch ihre feuchte Konsistenz besonders schnell. Das kann zu Augenreizungen führen. Deshalb gilt für Mascara: Lieber öfter eine neue Tusche mit sauberer Bürste verwenden. Das Gleiche gilt auch für flüssige Eyeliner aus der Kartusche.

Puder, Rouge, Lidschatten: Wenn sie krümeln, ab in den Müll

Wenn Kompaktpuder, Lidschatten oder Puderrouge sehr stark krümeln, gehören sie in den Abfall. Spätestens, wenn sie mit einem Hauch Schimmel überzogen sind, kann dies zu Hautirritationen und Allergien führen. Deshalb gehören verschimmeltes Puder oder Puderrouge sowie verschimmelter Lidschatten in die Mülltonne. Zwei Jahre behält ein Puderstein bei richtiger Aufbewahrung – sauber und fest verschlossen – seine Haltbarkeit.

Haltbarkeit von Lippenstift: Je fettreicher, desto kürzer

Lippenstifte und Lippenbalsam mit einem hohen Anteil pflegender Öle und Fette haben eine kürzere Lebensdauer als die weniger fettreichen Varianten. Das Fett in den roten Schminkstiften wird schnell ranzig. Daher sind fettreiche Lippenstifte nur ein halbes bis ein Jahr haltbar. Alle anderen Sorten kann man dagegen mindestens zwei Jahre lang verwenden. Sobald ein Stift jedoch einen eigentümlichen Geschmack und Geruch entwickelt, sollte man ihn nicht mehr verwenden.

Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sollten Sie Ihren Stift übrigens schon im Frühstadium der Bläschenbildung weglassen. Die Herpesviren siedeln sich schnell auf dem Lippenstift an, es kommt zu einer ständigen Reinfektion mit den Erregern oder zur Ansteckung anderer, wenn sie den Stift mitbenutzen.

Kajal- und Lipliner sind über zwei Jahre haltbar

Gerade bei Kajalstiften ist es sehr wichtig, auf saubere Stifte zu achten. Hat der Kajal- oder Liplinerstift eine weiß verfärbte Spitze, muss das kein Schimmel sein. Dies entsteht oft durch eine Versalzung, die durch enthaltene Wachse auftritt. Spitzen Sie den Stift und er ist wieder okay. Haben Sie jedoch das Gefühl, dass es sich bei der weißen Spitze um Schimmel handelt, gehört der Stift in den Müll.

Von Keimen befallene Stiftreste sind ein Garant für Augenreizungen. Sie führen zum Beispiel zu tränenden Augen oder sogar zu Bindehautentzündung. Saubere und einwandfrei aufbewahrte Stifte sind mindestens zwei Jahre haltbar.

Make-up: Einfach schütteln, wenn sich Farbpigmente absetzen

Sobald Flüssiggrundierung die Farbe verändert oder ranzig riecht, gehört sie in den Müll. Auch Make-up, welches das Haltbarkeitsdatum überschritten hat, sollte nicht mehr verwendet werden. Durch die enthaltenen Bakterien wird die Haut nur unnötig gereizt und es können Pusteln, Pickel und Rötungen im Gesicht und Dekolléte entstehen.

Wenn sich die Farbpigmente, Öl oder Wasser absetzen, ist das Make-up aber noch in Ordnung. Man braucht es nur kräftig schütteln, damit sich die Komponenten wieder miteinander verbinden. Zum Auftragen sollten ein sauberes Schwämmchen oder die – natürlich ebenfalls gereinigten – Hände benutzt werden. Flüssiggrundierung hält sich mindestens eineinhalb Jahre, wenn sie sauber und fest verschlossen gelagert wird.

Von Kosmetik bis Smartphone: Die übelsten Keimfallen im Alltag
Artikel zum Weiterlesen
Eingewachsene Haare: Diese Hausmittel helfen!
Beauty & Wellness

Spitzwegerich, Tee, Zink: Wir stellen hilfreiche Hausmittel gegen eingewachsene Haare und entzündete Pickelchen vor mehr...

Peelings einfach selber machen
Schnelle Rezepte mit Hausmitteln

Peelings aus dem Kühlschrank und Küchenregal: Wir haben die Rezepte! mehr...

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Naturkosmetik
Beauty & Wellness

Ganz ohne Chemie geht es auch bei Naturkosmetik nicht! Mit welchen Inhaltsstoffe man rechnen muss & welche tabu sein sollten mehr...

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Zum Seitenanfang