Es muss nicht gleich Botox sein

Gesichtsgymnastik: Training gegen Falten

Wer sich in seiner Haut wohl fühlt, sendet das auch aus. Positives Denken macht daher attraktiv. Die richtige Körperhaltung und Gesichtsgymnastik erledigen den Rest. Vier Strategien gegen Falten.

Training gegen Falten
Falten können durch das richtige Training vermindert werden.
(c) Stockbyte

Gesichtsgymnastik sind ein gutes Training, um Falten aktiv angehen. Gezielte Übungen trainieren die Muskeln des Gesichts und haben auch Wirkung auf tiefe Schichten der Haut. Heike Höfler beschreibt die Vorteile von Gesichtsgymnastik so: "Die Methode ist einfach, natürlich und absolut frei von Nebenwirkungen. Sie erhält die gesunde, attraktive Spannkraft der Gesichthaut, sorgt für einen lebendigen Gesichtsausdruck und regt darüber hinaus die Regenerationskräfte der Haut an." In ihrem Buch "Fitnesstraining fürs Gesicht" stellt die Sportlehrerin zahlreiche Übungen vor, illustriert mit Fotos. Gegen hängende Oberlider empfiehlt Höfler zum Beispiel: Reißen Sie die Augen weit auf und ziehen Sie die Oberlider nach oben bis das Weiße über den Pupillen erscheint. Die übrigen Muskeln im Gesicht, am Hals und an den Schultern bleiben entspannt. Die Spannung etwa sechs Sekunden halten, dann die Augen schließen und entspannen. "Täglich morgens oder abends fünf bis zehn Minuten Training reichen völlig aus und werden ihre Wirkung gegen Falten nicht verfehlen. Suchen Sie sich fünf bis acht Übungen zu den verschiedenen Gesichtspartien aus und wiederholen Sie jede Übung zehn bis 20 Mal. Zwischen den einzelnen Übungen können Sie Massagegriffe einsetzen. Einmal in der Woche sollten Sie sich mit einem längeren Gesichtsgymnastikprogramm, das aus Übungen, Massagegriffen und einer besonderen Gesichtsentspannung besteht, verwöhnen", rät Höfler.

Falten vorbeugen mit Gesichtsgymnastik

Auch Ihre Gesichtsmuskulatur können Sie trainieren. Das bewusste Anspannen der Gesichtsmuskulatur soll diese kräftigen und entspannen. Die Gesichtskonturen können sich straffen und Falten wird vorbeugt:

  • Schließen Sie fest Ihre Augen.
  • Halten Sie kurz die Spannung.
  • Öffnen Sie jetzt die Augen so weit wie möglich.
  • Rümpfen Sie jetzt kurz die Nase.
  • Halten Sie diese Spannung für einige Sekunden.
  • Lächeln Sie jetzt und halten Sie auch diese Spannung.
  • Öffnen Sie den Mund und formen ihn so, als wollten Sie "o" sagen.
  • Halten Sie auch diese Spannung wiederum kurz an.
  • Entspannen Sie jetzt alle Gesichtsmuskeln und lassen Sie diese Übungen eine Weile auf sich wirken.

Strategie 2: Mimik entspannen

Angespannte Körperhaltungen können über Jahre tiefe Falten ins Gesicht fräsen. Da hilft nur ein konsequentes Training der Mimik. Ein populäres Beispiel sind Denkerfalten, die viele Menschen sich durch starkes Konzentrieren beim Lesen zuziehen oder um eine Kurzsichtigkeit auszugleichen. Leider sehen diese Steilfalten über der Nase genauso aus wie Zornesfalten. Das kann ein Problem werden: Unsere Mitmenschen antworten nämlich auf die Gefühle, die sie in unserem Gesicht sehen. Viele Leute imitieren sogar unbewusst den Ausdruck ihres Gegenübers. Das kommt daher, dass ihr Gehirn auf die Signale reagiert, die Muskulatur und Haut des Gesichts aussenden, konnten Münchner Wissenschaftler mit Magnetresonanztomographien (einem bildgebenden Verfahren) zeigen. Dazu milderten sie die Zornesfalten von Versuchspersonen, indem sie ihnen Botox spritzten. Das Ergebnis war, dass die Gehirne der anderen Teilnehmer keine Wut registrierten und zornige Antwortblicke ausblieben. Für Menschen, die lieber ein Lächeln anstelle eines bösen Blickes ernten, ist eine gewisse Mimikkontrolle also sinnvoll. Dabei hilft es, die Gesichtzüge regelmäßig bewusst zu entspannen. Eine einfache Übung dazu ist das "innere Lächeln". Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Schließen Sie die Augen und lächeln Sie sich innerlich zu. Entspannen Sie dabei Ihr Gesicht, auch den Kiefer und die Zunge. Spüren Sie, wie sich das Lächeln über Ihr ganzes Gesicht ausbreitet.

Strategie 3: Positiv denken

Um Falten zu bekämpfen, muss es nicht gleich eine Botox-Spritze oder ein Facelift sein. Ein einfaches Training hilft auch. Billiger und vor allem nachhaltiger ist es, die Kraft der Gedanken zu nutzen. Wem es gelingt, die positiven Seiten des Lebens zu betonen, strahlt das auch aus. Wie Menschen sich fühlen, spiegelt sich nämlich in ihrem Gesicht. Das hat eine US-Studie eindrucksvoll belegt. Darin mussten Studenten die Führungsqualitäten von Firmenchefs anhand von Fotos beurteilen. Obwohl sie nicht wussten, wessen Gesichter zu sehen waren, konnten sie erfolgreiche von weniger erfolgreichen Managern klar unterscheiden. Die Vorstandsvorsitzenden florierender Unternehmen strahlten mehr Kompetenz, Dominanz, Reife, Sympathie und Vertrauenswürdigkeit aus als die Bosse weniger gut gehender Betriebe.

Strategie 4: Haltung annehmen

Ein Klassiker für das Training gegen Falten stammt von Benita Cantieni. Die Schweizerin geht die Sache ganzheitlich an. Sie sagt: Die Körperhaltung spiegelt sich im Gesicht. Das sei anatomisch bedingt: "Becken und Brustkorb verhalten sich zueinander wie Unterkiefer und Oberkiefer. Sie können diese Behauptung leicht nachprüfen. Entspannen Sie Mund und Kiefer. Kippen Sie Ihr Becken kraftvoll nach vorne, und spüren Sie nach, wie sich auch der Unterkiefer vorschiebt. Umgekehrt: Wird das Becken nach hinten verschoben, in ein auffälliges Hohlkreuz, zieht sich auch der Unterkiefer nach hinten", erklärt sie in ihrem Buch "New Faceforming". Die richtige Haltung des Körpers sei daher der erste Schritt zu einem glatten Gesicht. Dazu die Wirbelsäule aufrichten, den Brustkorb dehnen und den Kopf gerade halten, empfiehlt Cantieni. Außerdem hat die Schweizerin ein Training entwickelt, das gezielt gegen Falten im Gesicht wirken soll. Ihrer Ansicht nach rühren die meisten und tiefsten Falten im Gesicht von Verspannungen der tief unter der Haut liegenden Muskulatur. Ihr Tipp, um Zornesfalten zu glätten: Je einen Finger von unten oder von der Seite auf den inneren Ansatz der Augenbrauen neben der Nasenwurzel legen. Dann ultrazart Richtung Brauenknochen pulsieren. Das Programm "New Faceforming" lehrt, die Muskeln des Kopfes wahrzunehmen, zu dehnen, zu kräftigen und zu vernetzen. Es soll auch bei Zähneknirschen, Spannungskopfschmerzen und chronisch verspannten Nackenmuskeln gute Erfolge zeigen.

Autor:
Letzte Aktualisierung:12. Januar 2009
Quellen: wissenschaft.de; Psychological Science; Benita Cantieni: New Faceforming, Südwest-Verlag 2008; Heike Höfler, Fitness-Training fürs Gesicht, Trias-Verlag

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