Pflege im Takt der Haut

Hautpflege von morgens bis abends

Unsere Körperhülle folgt ihren eigenen Rhythmen. Die Pflege sollte daher auf den Rhythmus der Haut abgestimmt sein. Tagsüber verstärkt die Haut ihre Abwehrkräfte, nachts schaltet sie auf Erholen und saugt Wirkstoffe gut auf. Auch innerhalb eines Monats variiert das Hautbild.

hautpflege - frau cremt sich ein
Auch die Haut hat einen Biorhythmus. Wer ihn kennt und berücksichtigt, wird mit reinerer, strafferer Haut belohnt.
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In unserem Körper ticken Milliarden biologischer Uhren. Jede einzelne Zelle hat einen eigenen Taktgeber. Auch die Haut folgt einem eigenen Rhythmus. Der bestimmt, wann sich die Zellen erneuern, wie viel Wasser die Haut abgibt, wo der pH-Wert liegt, wie hoch die Hauttemperatur und wie aktiv die Hautbarriere ist. Daher ist nicht nur die Bestimmung des eigenen Hauttyps wichtig, sondern auch die „innere Uhr“ der Haut. Wer sie kennt, kann die Pflege danach richten und optimieren:

Am Morgen braucht die Haut eine Pflege mit Feuchtigkeit

Tagsüber verstärkt die Haut ihre Abwehrkräfte, um sich gegen Umwelteinflüsse zu wappnen. Eine Pflege, die Feuchtigkeit spendet und antioxidative Wirkstoffe – wie etwa die Vitamine C und E – enthält, kann die Immunkraft unterstützen und die Haut widerstandsfähiger machen. Die Tagescreme sollte zudem einen UV-Schutz aufweisen. Da die Haut vormittags am belastbarsten ist, verträgt sie auch eine gründliche Reinigung. Die ideale Tageszeit für einen Besuch im Kosmetik-Studio.

Mittags glänzt die Haut besonders stark

Die Leistungsfähigkeit des Körpers sinkt. Der pH-Wert der Haut dagegen erlangt mittags sein Maximum und macht sie schutzloser. Pflege ist nun besonders wichtig. Auch die Produktion des hauteigenen Fetts (Sebum) erreicht um diese Zeit ihren Höhepunkt. Ein Ergebnis: Die Nase glänzt.

Am Nachmittag muss Hautpflege gegen Fältchen helfen

Nachmittags empfinden wir Schmerz weniger stark. Eine gute Zeit um Augenbrauen zu zupfen oder Haare mit Wachs oder Epiliergeräten zu entfernen. Der Nachmittag eignet sich ebenfalls prima für eine Pflege mit tiefenwirksamen Peelings, da die Haut extrem durchblutet ist.

Jedoch treten nachmittags auch Falten stärker hervor. Der Grund ist wahrscheinlich, dass unsere Hülle Feuchtigkeit verliert. Eine Feuchtigkeitscreme oder ein Serum mit reiner Hyaluronsäure kann der Haut einen Frischkick geben und Fältchen ausgleichen. Mehr Tipps zur Anti-Aging-Hautpflege lesen Sie auch hier.

Am Abend reagiert die Haut schnell zimperlich

Abends ist die Haut sehr empfindlich und braucht eine sanfte Pflege. Ihre Barrierefunktion wird schwächer und sie verliert noch mehr Feuchtigkeit als tagsüber. Wenn Sie die Hautbarriere jetzt durch aggressives Reinigen oder ein grobes Peeling schädigen, erholt sie sich deutlich langsamer als tagsüber. Vor dem Zubettgehen sollten Sie daher Ihr Gesicht bloß mit einem milden Mittel reinigen.

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In der Nacht schaltet die Haut auf Erholung

Während wir schlafen, regeneriert sich die Haut. Ihre Temperatur steigt und die Durchblutung verbessert sich. Nachts kann die Haut wirkstoffreiche Pflege besonders gut aufnehmen. Sie wirkt über Nacht intensiver und hilft der Haut beim Erholen.

Das Ergebnis sehen Sie morgens: Die Haut sieht frisch und relativ faltenfrei aus. Denn nachts hat der Körper in der Regel etwas Wasser eingelagert und die Haut so von innen aufgepolstert. Nachts ist aber auch die entzündliche Aktivität der Haut am höchsten. Das erklärt, warum Menschen mit Neurodermitis vorm Zubettgehen am stärksten unter Juckreiz leiden.

Frauen-Haut braucht zyklusbedingt eine andere Pflege

Die Haut unterliegt nicht nur einem Tagesrhythmus. Auch im Laufe eines Monats und innerhalb des Jahres verändert sich das Hautbild und unsere Hülle reagiert unterschiedlich, die Pflege sollte daran angepasst werden. Bei Frauen ist die Haut im Allgemeinen in der ersten Woche des weiblichen Menstruationszyklus – dieser beginnt mit dem ersten Tag der Regel – trockener.

Um das auszugleichen, empfiehlt sich eine zusätzliche Pflege mit Feuchtigkeitsgelen oder reiner Hyaluronsäure. In der letzten Zykluswoche reagiert die Haut besonders empfindlich auf UV-Strahlen – ein erhöhter Sonnenschutz ist daher gut. Zumal auch die Hautbarriere zwischen dem 22. und 26. Tag des Zyklus herabgesetzt ist.

Männer hingegen weisen generell eine saurere Haut und höhere Talgproduktion auf und kann Feuchtigkeit besonders in jungen Jahren besser speichern.

Hautpflege im Laufe des Jahres: Winterhaut braucht Fett

Im Jahresverlauf muss die Haut saisonale Umweltveränderungen meistern, doch für jede Jahreszeit gibt es die passende Pflege. Vom Frühjahr bis zum Sommer entstehen mehr freie Radikale, die die Haut schädigen können. Das liegt möglicherweise an der erhöhten Sonneneinstrahlung. Dagegen helfen Pflegepräparate, die zum Beispiel Vitamin C und E und einen UV-Breitbandfilter enthalten. Mehr über Vitamine in der Hautpflege lesen Sie hier.

Im Winter dagegen steigt der pH-Wert der Haut und ihr Gehalt an Feuchtigkeit und Fett sinkt. Das mindert den natürlichen Schutzwall unserer Körperhülle und sie reagiert empfindlicher. Trockene Heizungsluft und niedrige Außentemperaturen verschärfen die Situation zusätzlich. Im Winter braucht die Haut daher besondere Zuwendung mit einer fettreichen Pflege und natürlichen Feuchthaltern wie zum Beispiel Harnstoff und Hyaluronsäure.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Naturkosmetik

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2015
Durch: sw
Quellen: Nach Informationen von Sabine Ellsässer, Körperpflegekunde und Kosmetik, Springer-Verlag Heidelberg.

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