Medizin-Mythos der Woche (11)

Sport ist Mord – oder doch Medizin?

Nur wenige Freizeitsportler wissen, was ihrer Gesundheit wirklich gut tut. Welches Halbwissen rund um das Thema Sport stimmt, erläutert Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule in Köln.

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Zu viel sportliche Anstrengung ist auch wieder verkehrt. Welche Sportmythen sonst noch Unfug sind und welche stimmen, klärt Fachmann Ingo Froböse.

Apfelschorle ist das perfekte Sportlergetränk, Erkältungen lassen sich ausschwitzen und viel hilft viel? Alles verkehrt, sagt der Sportmediziner Ingo Froböse. Welche Sportmythen Humbug sind und welche wahr, erklärt der Experte hier.

Magnesium hilft gegen Krämpfe

Es gibt eine Studie, wonach Sportler 400 bis 600 Milligramm Magnesium zu sich nehmen müssten, um überhaupt eine krampflösende Wirkung zu spüren. „Blöd nur, dass das garantiert zu Durchfall führt“, erteilt Sportwissenschaftler Froböse diesem Mythos eine Absage.

Dehnen schützt vor Verletzungen

„Zum Aufwärmen ist Dehnen wunderbar“, stellt Froböse klar. Es schütze aber nicht vor Muskelrissen – „die können bei Belastung immer passieren.“ Als Nachbereitung der Anstrengung seien Dehnübungen aber ebenfalls hilfreich.

Muskelkater braucht Ruhe

Da hilft nur ein gesunder Mittelweg, ist Froböse überzeugt. „Leichte, moderate Belastung ist das Optimum.“ Mit zu viel Ruhe fehle eine ausreichende Durchblutung der Mikroeinrisse im Muskel.

Sportler werden seltener krank

„Klar leben Sportler gesünder“, bestätigt Fachmann Ingo Froböse. Übertreiben sollte es aber trotzdem niemand. Denn wer das tut, riskiere eine Überforderung seines Immunsystems, „das Cortisol-Schutzschild geht verloren“, sagt er. Auch das vermeintliche Muskelkater-Wundermittel Kirschsaft sieht Froböse kritisch und empfiehlt stattdessen Wärmeanwendungen.

Viel Training hilft viel

Dieses Gerücht stimmt eben nicht. „Der Körper kann sich nur bei systematischem und regelmäßigem Training optimal entwickeln“, erläutert Froböse. Zu viel Training könne auf genannte Weise dem Immunsystem schaden.

Wer schwitzt, ist nicht fit

„Sportler besitzen eine bessere Thermoregulation, ihre Muskeln und Zellen sind leistungsfähiger, geben bei hoher Belastung mehr Schweiß ab“, erklärt Froböse. Das glatte Gegenteil des Mythos trifft  also zu: Wer schwitzt, ist fit.

Wer stark schwitzt, muss viel mehr trinken

Auch das stimme nicht, sagt Ingo Froböse. „Unser Körper kann nur 0,8 Liter pro Stunde verarbeiten. Bei zu hoher Flüssigkeitszufuhr werden Mineralien ausgeschwemmt, sogar 'Ertrinken' droht“, erläutert der Wissenschaftler.

Erkältungen lassen sich „ausschwitzen“

Das sei keine gute Idee, betont der Experte: „Wer an einem grippalen Infekt leidet und trotzdem Sport treibt, belastet seinen Körper zusätzlich.“ Vorsicht ist geboten, denn das Herz wird enorm geschwächt. „Ärzte raten nach Fieber zu drei Tagen Pause“, sagt Froböse – und dazu, nur Sport zu treiben, wenn die Symptome lediglich den Bereich vom Hals aufwärts betreffen.

Apfelschorle ist das ideale Sportler-Getränk

Darauf antwortet der Experte mit einem klaren „Nein“, denn Apfelschorle enthalte zu viel Zucker. „Außerdem braucht der Körper zwei Stunden, um die Kohlenhydrate zu verbrennen“, erklärt Froböse. Besser sei Wasser mit Zitrone oder Ingwer.

Tipps für ein gesundes Workout

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2013
Quellen: dpa

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Forum Wechseljahre
    Sport ist Mord?
    23.08.2009 | 07:55 Uhr

    Wir haben heute einen kleinen Familienausflug gemacht, mit Picknick im Grünen, nicht weit...   mehr...

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