Wintersport

Eislaufen - Traditionssport im Trend

Eine lange Tradition hat das Eis- oder Schlittschuhlaufen zwar, deshalb ist die Sportart aber noch lange nicht out. Nicht nur auf dem Lande, sondern gerade in den Großstädten erfreut sich der Schlittschuhsport zunehmender Beliebtheit. Hier finden Sie einige Tipps, wo und wie man am besten über das Eis gleiten kann.

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Eislaufen bedeutet Spaß für Jung und Alt und macht nebenbei noch fit.
(c) Ryan McVay

Ob nun kunstvoll Pirouetten drehend, sanft gleitend die Schönheit der Natur oder die Skyline der Großstadt im Blick: Eislaufen macht Laune und hält den Körper fit. Es trainiert Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer, das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt. Der moderate Kalorienverbrauch sorgt für Gewichtsabnahme. Ebenso bietet das Eislaufen den Vorteil, dass man die körperliche Belastung je nach persönlicher Kondition gut steuern kann. Das sanfte Gleiten der Kufen auf dem Eis wird möglich, weil die Eisoberfläche selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt noch eine dünne Schicht aus flüssigem Wasser aufweist. Zusätzlich löst der Druck des Körpers auf das Eis ein vorübergehendes Schmelzen an der Eisoberfläche aus, was diesen Effekt noch verstärkt.

Eislaufen als Jogging-Alternative

Bei großer Kälte in die Turnschuhe zu steigen, um joggend die Ausdauer zu trainieren, liegt nicht jedem Freizeitläufer. Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln rät deshalb, im Winter lieber öfter mal die Schlittschuhe hervorzuholen und ein paar Runden über eine Eisbahn zu drehen. Die Belastung sei vergleichbar mit dem Inline-Skaten. Eine halbe Stunde am Stück stärke gerade in der kalten Jahreszeit das Immunsystem. Neben der Ausdauer lässt sich mit Eislaufen auch der Gleichgewichtssinn trainieren.

Zu kühn sollte sich aber niemand aufs Eis wagen. Froböse rät, sich Zeit zur Gewöhnung zu geben, damit man auch wirklich sicher auf dem Eis steht. Wer sich sicher fühlt, könne dann aber Variationen beim Laufen einbauen, um die Körperkoordination und das Gleichgewicht zu schulen. Als Beispiele nennt er Gleitphasen auf einem Bein, Drehungen oder Rückwärtsfahren. Vor allem Anfänger tragen am besten Knie- und Handgelenksschoner. So beugen sie bei den ersten unsicheren Fahrversuchen leichten Verletzungen vor.

Trendige Eislaufbahnen mitten in deutschen Großstädten

Mussten die Eissportfreunde früher noch auf winterliche Temperaturen hoffen, kann dem Vergnügen längst schon künstlich der Weg bereitet werden. In den Ballungszentren halten ganzjährig Eissporthallen ihre Pforten geöffnet. Zu den größten Attraktionen zählen jedoch zweifelsfrei die Freilufteisbahnen im Innercity-Bereich vieler Großstädte. Alljährlich von Ende November bis Ende Januar zieht beispielsweise der Münchner Eiszauber am Stachus viele Liebhaber des Kufensports an. Mitten in Münchens historischer Altstadt kann man hier nach schönen Klängen seine Runden drehen. Auch Berlin und Köln bieten mit künstlichen Eisbahnen am Potsdamer Platz und in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom (Kölner Eiszauber) in den Wochen um den Jahreswechsel ein atemberaubendes Ambiente. In Hamburg lockt eine der größten Freiluft-Kunsteisbahnen der Welt (4.300 qm), die „Planten und Blomen" in den großen Wallanlagen nahe der U-Bahnstation St. Pauli, von Mitte November bis März, unzählige Besucher an.

Gut passende Schlittschuhe beugen Druckstellen und Stürzen vor

Wer sich aufs Eis begibt, sollte aber auch vorsichtig und gut ausgerüstet sein, denn die Verletzungsgefahr ist nicht gering. Ein Sturz oder eine Kollision kann bekanntlich schnell zu Blutergüssen, Knochenbrüchen, Prellungen und Bänderzerrungen führen. Aus sportmedizinischer Sicht spielt aber auch der so genannte „Schlittschuhfuß" eine Rolle, der durch schmerzhafte Druckstellen an exponierten Fußstellen wie Zehen, Fußrändern, Ballen und Fersen gekennzeichnet ist und im weiteren Verlauf mit der Ausbildung von Überbeinen (Exostosen), Gefühlstaubheit und Fußkribbeln einhergehen kann. Mit dieser Symptomatik muss rechnen, wer über lange Zeit zu enge und steife Schlittschuhstiefel trägt.

So sind Sie gut ausgerüstet fürs Eislaufen

  • Achten Sie darauf, dass Ihrer Eislaufschuhe genau passen. Die Schuhe müssen dem Fuß Halt geben und vor allem seitlich sehr stabil sein, sonst kann der Fuß leicht umknicken. Ein guter Lederschuh kann diese Anforderungen erfüllen.
  • Die Eisen müssen der Länge des Schuhs entsprechen, der hintere Steg sollte mittig der Ferse sitzen.
  • Die in die Kufen eingebrachten Zacken erfüllen eine wichtige Sicherungsfunktion. Sie dürfen nicht durch Rost, ungeeigneten Untergrund oder unsachgemäßes Schleifen beschädigt werden. Bewahren Sie Ihre Schlittschuhe deshalb stets trocken auf, versehen Sie sie beim Laufen außerhalb der Eisfläche mit Kufenschonern und lassen Sie sie nur durch einen Spezialisten schleifen.
  • Leichte Kleidung, die Bewegungsfreiheit ermöglicht, und eine Wind und Kälte abweisende Jacke sorgen für ungetrübtes Schlittschuhvergnügen, ohne dass eine Erkältung droht.
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