Neue Behandlungsoption auf dem Prüfstand

Mit Botox gegen Schmerzen?

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Botulinomtoxin kann bei bestimmten Schmerzformen eventuell Linderung bringen.
(iStockphoto)

Das Botulinumtoxin, ein Bakteriengift, wird erfolgreich gegen überaktive Muskelstörungen eingesetzt. Doch hilft es auch gegen den myofaszialen Schmerz? Ein amerikanischer Schmerzarzt prüfte Studien, die diese Frage bejahen, und kommt zu einem anderen Ergebnis.

Das Nervengift Botulinumtoxin – kurz „Botox“ – wir bereits seit längerer Zeit als Mittel zur Faltenbehandlung oder auch bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrosis) eingesetzt. Doch kann Botox auch Schmerzen lindern?  Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass möglicherweise die krampflösende Wirkung hilfreich bei chronischen Schmerzen sein könnte.

Das bekannte Botulinumtoxin, eine Substanz aus dem Bakterium Chlostridium botulinum, zählt zu den wirksamsten natürlichen Nervengiften, die derzeit bekannt sind. Stark verdünnt wird es beispielsweise gegen Falten, Schielen, Lidzittern, Störungen der Halsmuskeln und bei übermäßigem Schwitzen  eingesetzt. Hierbei halten die Besserungen z.T. monatelang an, bevor eine Wiederholung notwendig wird.

Einsatz von Botulinumtoxin als Schmerzmittel?

Seit einigen Jahren steigt zudem das Interesse, die Substanz auch als Schmerzmittel einzusetzen, wobei Muskelschmerzen aufgrund der entkrampfenden Wirkung von Botox im Vordergrund stehen. Unterschiedliche Untersuchungen berichten bereits von überwiegend guten Ergebnissen, auch wenn manche Kritiker hier dennoch auf den unzureichenden Nachweis der Wirksamkeit hinweisen.

Den Untersuchungen nach könnte Botox unter Umständen bei Muskelverspannungen und Kopfschmerzen als Behandlungsoption in Betracht gezogen werden. Die Wirkung hält etwa drei bis maximal sechs Monate an.

Ob Botox eventuell auch bei Migräne oder chronischen Spannungskopfschmerzen als Möglichkeit der Schmerzlinderung eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten – hier stehen weitere Studienergebnisse aus.

Grundsätzlich wichtig zu wissen: Die Zulassung von Botox gegen Kopfschmerzen ist noch nicht erfolgt, Nebenwirkungen wie beispielsweise vorübergehende Muskellähmungen sollten in Betracht gezogen werden. 

Ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Arzt des Vertrauens ist hier also Grundvoraussetzung.

Autor: JH, Stand: 26.01.2012, Publisher: DAGST
Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2012
Quellen: Abram SE: Does Botulinum Toxin Have a Role in the Management of Myofascial Pain? Anesthesiology 2005;103:223-4.

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