Brust-OP: Welche gibt es und was ist zu bedenken?

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Wer über eine Brust-OP nachdenkt, hat im Vorfeld meist viele Fragen. Dazu gehören Überlegungen, wie man den richtigen Arzt findet oder was tun, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist. Und mit welchen Kosten muss man bei einer Brust-OP rechnen?

Frau misst ihre Brust mit Maßband
Der Wunsch nach einer Brust-OP kann aus verschiedenen Gründen bestehen.
© Getty Images/Westend61

Grundsätzlich sollte jede Frau vorher für sich klären: Will sie die Brust-OP wirklich für sich oder stecken womöglich andere Beweggründe wie das Drängen des Partners dahinter? In diesen Fällen ist von einer Brust-OP abzuraten. Steht hingegen der eigene Wunsch nach mehr Attraktivität im Vordergrund, spricht aus psychologischer Sicht nichts gegen eine Brust-OP.

Artikelinhalte im Überblick:

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Welche Brust-OP gibt es?

Zu den möglichen Verfahren bei einer Brust-OP gehören die Bruststraffung (Lifting, Mastopexie) zum Anheben und Neuformen erschlaffter Brüste, die Brustverkleinerung, bei der Brustdrüsengewebe entfernt und gleichzeitig die Haut gestrafft wird, sowie die Brustvergrößerung mit Implantaten (Augmentationsplastik). Zusätzlich lassen sich Korrekturen wie die Verkleinerung eines überdehnten oder zu großen Warzenhofes vornehmen.

Dennoch hängt viel von den individuellen körperlichen Anlagen der betreffenden Person ab, ob die Brust-OP im gewünschten Ausmaß durchgeführt werden kann. So übertrifft manche Größenvorstellung schlichtweg die existierenden Weichteilverhältnisse und wäre ohne Gewebeüberdehnung und nachteilige Langzeiteffekte trotz Brust-OP gar nicht machbar.

Im Beratungsgespräch mit dem*der Arzt*Ärztin müssen viele Fragen vorab geklärt werden. Dazu gehört die Frage nach dem geeigneten Implantat bei der Brustvergrößerung, das schließlich den Vorstellungen der späteren Trägerin entsprechen soll. Aber auch die Operationstechnik, die Schnitttechnik und die daraus resultierenden Narben sowie die Risiken der Brust-OP sollten besprochen werden. Ein oder zwei Vorgespräche vor der Planung eines Eingriffs sollten auf jeden Fall stattfinden. Sind diese nicht eingeplant, spricht das für mangelnde Seriosität des Anbieters.

Medizinische Einwände gegen eine Brust-OP

Kritisch sollte eine Brustvergrößerung bei Frauen gesehen werden, die mit einem hohen familiären Brustkrebsrisiko leben. Denn jedes Brustimplantat kann die bildgebende Kontrolle durch die Mammografie in der Vorsorge beeinträchtigen oder erschweren. Dasselbe gilt für Brustkrebs-Patientinnen, die sich in einer brusterhaltenden Therapie befinden, da sich das Verkapselungsrisiko des Implantats nach einer Bestrahlung der Brust deutlich erhöht.

Frauen mit Kinderwunsch sollten bedenken, dass eine nachfolgende Schwangerschaft das Ergebnis der Brust-OP beeinträchtigen kann. In Ausnahmefällen, etwa bei Brustverkleinerungen, kann auch die Stillfähigkeit eingeschränkt oder nicht mehr gegeben sein.

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Risiken einer Brust-OP

Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen infolge einer Brust-OP gehören Nachblutungen und Blutergüsse, bakterielle Entzündungen und verrutschte Implantate. Langfristig besteht das Risiko der Implantatverhärtung (Kapselfibrose). Manchmal kann die Wundheilung gestört sein, sodass das spätere Narbenbild beeinträchtigt ist. All diese Komplikationen können eine weitere Brust-OP erforderlich machen und gegebenenfalls auch dazu führen, dass zum Beispiel eingesetzte Implantate wieder entfernt werden müssen.

Narkose bei der Brust-OP

Einfachere Operationen, bei denen der Brustmuskel nicht beteiligt ist, können auf Wunsch der Patientin mit örtlicher Betäubung operiert werden. In diesem Fall wird die Patientin während des Eingriffs in einen Dämmerschlaf versetzt. Brustvergrößerungen, bei denen das Implantat unter der Brustmuskulatur platziert wird, verlangen zwingend eine Vollnarkose und zusätzlich die Beatmung während der Brust OP.

Brust-OP: Ambulant oder stationär?

Brustoperationen können in der Regel sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Im Falle der Implantatplatzierung unter dem Brustmuskel sowie bei Operationen in Kombination mit Straffung und Hautmantelanpassungen, ist der Eingriff länger und aufwendiger, manchmal kommt es zu Schmerzen nach der Brust OP. In diesen Fällen empfiehlt sich zur besseren Betreuung und Pflege der Patientin ein in der Regel kurzer stationärer Aufenthalt.

Nachsorge einer Brust-OP

Zu einer Brust-OP gehört neben der Nachsorge beim Arzt auch die Nachsorge zu Hause. Bei letzterer spielen die unterstützende Narbenpflege und die Schonung der frisch operierten Brüste die dominierende Rolle. Ärzte empfehlen das Tragen eines geeigneten Sport-BHs, möglichst durchgängig in den Wochen nach der Brust-OP. Machen Sie sich vor der Operation auch klar, dass Sie auf Sportarten, die die Brust stark beanspruchen wie Joggen und Reiten in den ersten Monaten nach der Brust-OP verzichten müssen. Dasselbe gilt für Solariengänge und Sonnenbäder. Die Strahleneinwirkung kann frisch operierte Hautstellen reizen und so die Wundheilung und Narbensstruktur beinträchtigen.

Kosten einer Brust-OP

Bei Schönheitsoperationen gibt es keine unverbindlichen Preisempfehlungen. Die Kosten hängen von der Dauer des Eingriffs und dem Aufwand ab und können zudem von Arzt zu Arzt variieren. Erst nach einer ausführlichen Beratung und Untersuchung kann der Plastische Chirurg einen individuellen Kostenplan für die Brust-OP erstellen. Folgende Preisspannen können somit auch nur als relative Richtwerte gelten:


  • Brustvergrößerung 3.500 bis 6.000 Euro
  • Bruststraffung 2.900 bis 5.000 Euro
  • Brustverkleinerung 4.000 bis 6.000 Euro

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

In der Regel muss eine Brust-OP privat getragen werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, wenn medizinische Gründe für die die Operation bestehen. Dann übernehmen private und gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Brust-OP. Wann genau diese Voraussetzungen erfüllt sind, sollte man vorab mit seiner Krankenkasse klären.

  • Deformation der Brust nach einem Unfall oder einer Erkrankung
  • Nach Amputationen wegen Brustkrebs
  • Asymmetrische Brüste (Mammaasymmetrie)
  • Unterentwickelte Brüste (Mammaaplasie)
  • Schlauchförmige Brüste
  • Mehr als zwei Brustwarzen

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Eine Brustoperation sollte von einem in der Brustchirurgie geschulten und erfahren Operateur durchgeführt werden. Das können in Deutschland Ärzte*Ärztinnen der plastischen Chirurgie, Gynäkologie oder Allgemeinchirurgie sein. Idealerweise sollte der Arzt oder die Ärztin die in Deutschland erworbene Bezeichnung als "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" tragen. Außerdem sollte er oder sie einer Fachgesellschaft wie der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) angehören.

Wichtig sind zudem das persönliche Geschick, die Erfahrung, die Reputation und die Seriosität der Klinik, in der die Operation durchgeführt wird. Interessenten einer Brust-OP sollten bedenken, dass der Begriff "Schönheitschirurg" in Deutschland nicht gesetzlich geschützt ist und sich vor dem geplanten Eingriff gut informieren.

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Beratender Experte
Herr Dr. med. Daniel Wallstein

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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