Energiebilanz

Fettverbrennung ankurbeln

Speckpolster einfach weg zu schmelzen - und zwar möglichst ohne Verzicht und Anstrengung - scheint eine verlockende Option zu sein. Doch die Begeisterung für Substanzen, welche die Fettverbrennung ankurbeln sollen, entspringt eher Wunschträumen als der wissenschaftlichen Realität.

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Ausdauersportarten bringen die Fettverbrennung auf Touren

Egal, ob es sich um Fett in der Nahrung oder um Fettpolster an Hüften und Bauch handelt: Fettverbrennung bewerkstelligt der Körper, indem er Fett aufspaltet zu Fettsäuren, die ihm dann für den Energieumsatz ("Verbrennung") zur Verfügung stehen. Der Energiegehalt ("Brennwert") von Fett beträgt 39 Kilojoule pro Gramm (kJ/g), was 9,3 Kilokalorien (kcal/g) entspricht. Fettverbrennung findet unentwegt statt, rund um die Uhr! In welchem Ausmaß dies geschieht, hängt vom Energiebedarf (also vom Energieverbrauch) ab.

Jedoch besteht Fettgewebe im Körper nicht ausschließlich aus Fett. Durch das Verbrennen von einem Gramm Körperfett werden sieben Kilokalorien (29 kJ) an Energie frei. Ein Kilogramm Fettgewebe baut man demnach ab, so man 7000 kcal (29000 kJ) verbraucht. Fett ist (neben den Kohlenhydraten) für unseren Körper nichts anderes als ein Energiespeicher.

Allerdings stimmt es nicht, dass man erst den Zuckervorrat verbrennen muss, bevor Fettreserven abgebaut werden. Nicht bestätigt hat sich ebenso die These, dass die Fettverbrennung beim Sport erst nach einer halben Stunde beginnt. Mittlerweile geht man davon aus, dass der Körper alle Energiespeicher gleichzeitig anzapft.

Allerdings dauert das Verstoffwechseln ("Metabolisierung") von Fett etwas länger als das von Kohlenhydraten. Darum setzt der Körper Zucker für kurze, intensive Leistungen ein, verbrennt hingegen bei niedriger, anhaltender Belastung (etwa beim Laufen Schwimmen, Radfahren) vorwiegend Fett. Steht die Fettverbrennung im Fokus des Interesses, sollte man demnach eher mit geringer Intensität, dafür aber in längeren Zeitintervallen aktiv werden. Dies gilt wohl besonders für die weniger durchtrainierten. Denn in Studien lief der Fettstoffwechsel bei routinierten Sportlern bei einer Belastungsintensität von 65 Prozent der Maximalleistung auf Volltouren. Waren die Probanden jedoch weniger fit, erreichte die Fettverbrennung unter etwa 50 Prozent der maximalen Anstrengung ihren Höhepunkt.

Für anhaltende jedoch mäßige Anstrengung eigenen sich beispielsweise Joggen, Biken, Schwimmen, Nordic Walking, Walking und Skating. Wer Ausdauertraining im Fitnessstudio bevorzugt, sollte sich vor allem am Laufband, Fittness-Bike und Cross-Trainer betätigen.

Klar sollte jedoch sein: Zur Gewichtsreduktion kommt es nicht darauf an, wie viel Fett beim Sport verbrannt wird, sondern wie viel Energie man verbraucht und wie viel man zuführt - also auf die Energiebilanz!

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Um vermehrt Fett zu verbrennen, bräuchte man riesige Mengen an Koffein.
Getty Images/iStockphoto
Fatburner sind wirkungslos, manche gar gefährlich

Unter Fatburner (= Fettverbrenner) wird alles Mögliche angeboten, was dem Körperfett zu Leibe rücken kann, etwa Ernährungsratgeber, Trainingsanleitungen oder Diät-Bücher. Meist ist bei Fatburnern aber von Lebensmittel-Inhaltsstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln oder Tees die Rede, denen nachgesagt wird, die Fettverbrennung des Körpers anzukurbeln.

Allerdings gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass diese Stoffe, die als "Fatburner" beworben werden, die Fettverbrennung tatsächlich steigern. Die meisten der derart angepriesenen Substanzen dürften wirkungslos sein, wie etwa L-Carnitin.

Bei Verwendung von einigen der vermeintlichen Fatburnern sind Gefahren für die Gesundheit nicht auszuschließen (beispielsweise Synephrin oder Coffein).

Und auch mit einem die Fettverbrennung fördernden Effekt von Enzymen - beispielsweise Papain, Chymopapain, Lysozym und Lipase aus der Papaya, Bromelain aus der Ananas oder Kiwi-Enzyme - ist nicht zu rechnen. Denn Enzyme sind Eiweiße, die im Magen gespalten werden. Als für den Stoffwechsel relevante Bausteine stehen sie demnach dem Körper gar nicht zur Verfügung.

Der Effekt von Tees, welche die Fettverbrennung fördern sollen, - etwa Lapacho-, Mate- oder Pu-Erh-Tee - dürfte vor allem auf deren Koffeingehalt beruhen. Durch Aufnahme von Koffein ist jedoch keine Wirkung auf das Körpergewicht zu erwarten. Vielmehr käme es bei den hohen Dosierungen, die zum Abnehmen nötig wären, längst zu unerwünschten Wirkungen wie Schwitzen, Unruhe oder Herzrasen. Dringend abzuraten ist davon, Hormone (etwa Wachstumshormone, Glukagon, Schilddrüsenhormone) zu schlucken, mit dem Ziel, die die Fettverbrennung anzukurbeln.

Fette

Neben Kohlenhydraten und Proteinen gehören Fette zu den drei Nährstoffgruppe, aus denen sich unsere Ernährung zusammensetzt. Zu fettreiches Essen ist allerdings ungesund und erhöht unter anderem das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Entscheidend ist auch die Art der aufgenommenen Fette.

Deutsche Welle via Youtube

Autor: ah / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2011
Quellen: Stellungnahme der DGE: Fatburner (Stand 09/2011) http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=410 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Substanzen zur Gewichtsreduktion (Stand 09/2011) http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=print&sid=797

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