Liquid Ecstasy (GHB): K.o.-Tropfen im Glas

Zu den schrecklichen Schattenseiten feuchtfröhlichen Feierns gehört es, wenn Frauen oder Männer mit Liquid Ecstasy in Form von K.o.-Tropfen betäubt werden. Welche Symptome typisch sind und wie man sich schützen kann.

K.o.-Tropfen Frauen beim Feiern
Offene Getränke und viel Alkohol sind Risikofaktoren für eine Betäubung mit K.o.-Tropfen.
© iStock.com/gradyreese

Ob an Karneval, Silvester oder beim Oktoberfest: Wo Menschen ausgelassen feiern, haben leider auch Kriminelle leichtes Spiel: K.o.-Tropfen landen unbemerkt im Getränk ahnungsloser Partygäste. Bei den Substanzen, die das Opfer außer Gefecht setzen, handelt es sich meist um Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) oder dessen Vorläufersubstanz Gammabutyrolacton (GBL).

Die Wirkstoffe sind als Partydroge unter dem Namen Liquid Ecstasy bekannt, obwohl sie chemisch nichts mit Ecstasy in Tablettenform zu tun haben. Es kommen aber auch Muskelrelaxantien zum Einsatz, ferner Substanzen wie Benzodiazepine, Atropin, Ketamin, Chloralhydrat und verschiedene Barbiturate, manchmal auch in Kombination.

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Menschen mit Liquid Ecstasy gefügig machen

Dabei sind es mitnichten immer Fremde, die anderen die willenlos machenden Drogen unterjubeln. Selbst Bekannte, Verwandte und Arbeitskollegen finden sich unter den Tätern, wie der Kölner Arbeitskreis K.o.-Tropfen in seiner Internetpräsenz berichtet.

Täter setzten die Substanzen meist ein, um Mädchen oder Frauen im Anschluss zu vergewaltigen oder sexuell zu missbrauchen. Aber auch Jungen und Männer könnten zu Opfern von K.o.-Tropfen werden. Raubdelikte werden nach dem Einsatz von K.o.-Tropfen ebenfalls häufig beobachtet.

Wie man sich vor K.o.-Tropfen schützen kann

Gerade im Karnevalstreiben oder bei großen Volksfesten haben die Täter leichtes Spiel: Beim Feiern auf den Straßen werden häufig offene Getränke im Becher aus- und weitergegeben. Außerdem falle es im Gedränge nicht weiter auf, wenn benommene Opfer untergehakt und weggebracht würden.

Die Kölner Initiative warnt nicht nur vor der Partygefahr durch Liquid Ecstasy (GHB) und andere Substanzen, sondern liefert gleich Tipps, wie sich potenzielle Opfer vor einem Angriff schützen können. Dazu zählen:

  • Keine offenen Getränke annehmen, Flaschen nur mit Originalverschluss.

  • Im Idealfall nur Getränke annehmen, deren man mit eigenen Augen beobachtet hat.

  • Im Zweifelsfall auf einen Drink verzichten

  • Getränke niemals unbeobachtet stehen lassen

  • Falls es passiert ist, den Rest wegkippen und einen frischen Drink bestellen

  • Im Freundeskreis vereinbaren, gegenseitig auf die Gläser aufzupassen und gemeinsam den Heimweg anzutreten

  • Wer beobachtet, wie jemand einer anderen Person unbemerkt etwas ins Glas schüttet, sollte das potenzielle Opfer warnen

  • Vorsicht vor zu viel Alkohol: Ein Cocktail aus Alkohol und den Substanzen in K.o.-Drogen kann eine tödliche Atemlähmung hervorrufen

Symptome von K.o.-Tropfen: GHB-Wirkung reicht von Benommenheit bis Übelkeit

Das Wirkspektrum der in K.o.-Tropfen eingesetzten Substanzen reicht je nach Dosierung von Entspannung und sexueller Enthemmung bis hin zu einem komatösen Tiefschlaf und völliger Handlungsunfähigkeit. Schon zehn bis 20 Minuten nach dem unfreiwilligen Konsum setzen die Symptome ein: erst Gefühle von Entspannung und Euphorie, die übergehen in Übelkeit und Schwindel. Das Opfer wird willenlos oder sogar bewusstlos.

Filmriss und Schlaglicht-Erinnerungen deuten auf K.o.-Tropfen hin

Zu den Beschwerden, unter denen Opfer nach einer K.o.-Attacke leiden, zählen Erinnerungslücken und -störungen sowie das dumpfe und unbestimmte Gefühl, "in Watte gepackt" worden zu sein. Auch unerklärliche Zustandsänderungen im Verlauf des Party-Abends, etwa plötzliche Übelkeit, können ein Hinweis auf K.o.-Tropfen sein. (Neben-)Wirkungen von Liquid Ecstasy und Co. umfassen zudem Schwindel, Kopfschmerzen, anfallartige Muskelkrämpfe sowie Atemnot und Verwirrtheit.

Die verwendeten Substanzen beeinträchtigen das Erinnerungsvermögen, häufig setzt das Gedächtnis dabei plötzlich aus (mnestische Lücke). Am nächsten Morgen beschleichen Betroffene häufig Zweifel, ob ihr Filmriss und die lückenhaften, schlaglichtartigen Erinnerungen an den Partyabend wirklich vom Alkoholkonsum herrühren. Das erklärt der Kölner Arbeitskreis K.o.-Tropfen.

Schneller Nachweis von GHB: So verhalten sich Opfer von K.o.-Tropfen richtig

Wer solche Symptome einer Vergiftung mit K.o.-Tropfen an sich bemerkt, der bittet möglichst das Personal der Kneipe oder mitfeiernde Freunde um Hilfe. Im Ernstfall holen diese den Notarzt oder beginnen mit Maßnahmen zur Ersten Hilfe. Außerdem gehen Betroffene am besten schnell zur Polizei und zeigen ihren K.o.-Tropfen-Verdacht an.

Wer im Nachhinein den Verdacht hat, mit K.o.-Tropfen vergiftet worden zu sein, sollte so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen. Durch Urin- und Blutproben kann er die Mittel nachweisen - je nach Substanz manchmal aber nur wenige Stunden lang. Darauf weist das Hessische Verbraucherschutzministerium hin. Im Urin bleiben die Substanzen dabei in der Regel länger (rund zwölf Stunden) nachweisbar als im Blut (bis zu sechs Stunden). Man kann den Urin auch in einem sauberen Glas für die spätere Untersuchung auf GHB in einem Labor aufbewahren.

Bei Verdacht auf Vergewaltigung am besten gleich zum Arzt

Auch Verletzungen im Intimbereich, deren Ursache nicht erinnert wird, sollten schnellstmöglich von einem Arzt abgeklärt, dokumentiert und behandelt werden, rät der Arbeitskreis K.o.-Tropfen. Wer eine Vergewaltigung anzeigt, wird von der Kripo in der Regel direkt an einen Gynäkologen/Proktologen weitervermittelt, der zum Beispiel Spermaspuren sichern kann und wenn nötig eine HIV-Behandlung einleitet. Vor der Untersuchung sollten Opfer deshalb wenn möglich nicht duschen.

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