(Neben-)Wirkungen und Tagesbedarf

Taurin – was ist das und wie wirkt es?

In Energy-Drinks soll die organische Säure so stark wie ein Stier machen. Doch die Wirkung von Taurin ist umstritten. Allerdings erfüllt die Substanz verschiedene Funktionen im Körper, die essentiell für Muskeln und Gehirn sind. Die wichtigsten Fakten zu Taurin, was es alles kann und welche Mengen Sie davon täglich brauchen.

Taurin
Nicht nur Bodybuilder und Sportler setzen auf Taurin. Die Säure soll die Leistung steigern und auch beim Partymachen Dauertanzen ermöglichen.
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Bekannt ist Taurin vor allem durch Energy-Drinks, in denen der Stoff häufig enthalten ist. Zusammen mit hohen Mengen an Koffein soll der Aminosäuren-Abkömmling besonders gut aufputschen und ungeahnte Kraftreserven mobilisieren. Andererseits gab es bereits Todesfälle unter Jugendlichen, die besonders viele Energy-Drinks konsumiert hatten. Was ist also dran an Taurin – wie gesund oder wie gefährlich ist der Stoff tatsächlich?

Was ist Taurin?

Taurin stammt nicht aus Stierhoden, auch wenn das oft behauptet wird. Erstmals wurde die organische Säure im 19. Jahrhundert aus Stiergalle herausgefiltert. Deshalb bezeichneten Chemiker die Substanz aus der Gallensäure als Taurin, nach dem griechischen Wort tauros für Stier. Taurin ist aber keine Aminosäure, sondern ein Abbauprodukt der Aminosäuren Cystein und Methionin. Bei der Synthese von Taurin ist .

Zehn Lebensmittel mit Taurin

Der menschliche Körper bildet Gallensäure und damit auch Taurin also selbst. Zusätzlich erhält der Organismus über viele natürliche Lebensmittel Taurin, vor allem aus Fleisch. Mit beiden Quellen – Herstellung in der Leber und Aufnahme mit Lebensmitteln – kommt man pro Tag durchschnittlich auf eine Menge von mindestens 500 Milligramm Taurin. Damit ist der Tagesbedarf gedeckt.

Wer jedoch kein Fleisch isst, wie etwa , könnte in einen Taurin-Mangel geraten. Denn Obst und Gemüse enthalten kein Taurin. Vegetarier sind also auf die Menge Taurin angewiesen, die ihre Leber bildet. Allerdings existieren keine Studien darüber, ab wann ein Taurin-Mangel droht, welche Folgen die Unterversorgung hat und ob die Zufuhr von außen mit taurinhaltigen Lebensmitteln deshalb unverzichtbar ist. Vermutlich reicht die Menge des selbstproduzierten Taurins aus, damit der Aminosäurenabkömmling im Körper seine Funktionen erfüllen kann.

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Die Wirkung von Taurin

Taurin hat im Körper verschiedene Aufgaben. Die wichtigsten sind:

  • Taurin stabilisiert die Zellmembranen und regelt den Flüssigkeitshaushalt der Zellen.

  • Der Bestandteil der Gallensäure spielt eine Rolle bei der Reizübertragung im Gehirn und ist wichtig für die Nervenfunktion.

  • Auch der Herzrhythmus wird in geringem Maße von Taurin beeinflusst.

  • Der Körper braucht Taurin für einen gut funktionierenden Fettstoffwechsel. Die Säure hilft dabei, Fette aus der Nahrung aufzuspalten.

  • Beim Embryo ist Taurin wichtig für die Ausbildung der Augen und des Gehirns.

Valide Studien zu Taurin stehen noch aus

Außerdem soll Taurin das Immunsystem stärken, Entzündungen bekämpfen und die Leber stärken. Dieser Effekt konnte jedoch nur in Tierstudien und Laboruntersuchungen festgestellt werden. Aussagekräftige Tests mit menschlichen Probanden stehen noch aus.

Die leistungssteigernde Wirkung, die Taurin immer wieder nachgesagt wird, konnten Studien nicht bestätigen. Ebenso verhält es sich mit dem aufputschenden Effekt von synthetischem Taurin, wie ihn die Hersteller von Energy-Drinks versprechen. Bewiesen ist diese Wirkung des künstlichen Taurins ebenfalls nicht.

Medikamente mit Taurin

Allerdings wird Taurin medizinisch genutzt. Frühgeborene, deren Leber den Stoff noch nicht selbst bilden kann, erhalten Gallensäure im Rahmen der künstlichen Ernährung als Infusion. Damit sollen die Augen voll ausgebildet werden. Bei Frühgeborenen besteht sonst die Gefahr, dass Probleme mit der Netzhaut entstehen.

Daneben enthalten viele Nahrungsergänzungsmittel synthetisches Taurin. Sie sollen mehr Muskelkraft erzeugen, Gehirn, Sehleistung und Abwehrkräfte stärken. Bodybuilder setzen deshalb oft auf taurinhaltige Produkte. Bewiesen sind diese Effekte allerdings nicht.

Die Nebenwirkungen von Taurin

Zu viel Taurin kann jedoch ungünstige Wirkungen entfalten. Deshalb dürfen seit Juni 2013 Energy Drinks nicht mehr als 4.000 Milligramm (vier Gramm) Taurin pro Liter enthalten. Allerdings sind schädliche Nebenwirkungen von Taurin nicht durch valide Studien festgehalten worden. Es gibt nur Hinweise darauf, dass Taurin vor allem in Kombination mit Koffein folgende Effekte entfalten kann:

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb Kindern, Schwangeren sowie Stillenden, auf Energy-Drinks zu verzichten.

Koffein, Taurin und Alkohol: Ein gefährlicher Mix

In der Partyszene werden Energy-Drinks häufig mit Wodka oder Whisky gemischt. Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit hat gezeigt, dass jeder Zweite sie zusammen mit Alkohol trinkt. Doch vor allem diese Kombination aus Koffein, Taurin und Alkohol kann zu dramatischen Nebenwirkungen führen, die vom Kreislaufkollaps bis zum Nierenversagen und Herzstillstand reichen können.

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