Leckerer Zellschutz

Açai-Beere: Das steckt in der Superfood-Beere

Neben Goji, Acerola- und Moringabeeren zählt die Açai-Beere aus den Regenwäldern Südamerikas derzeit zu den beliebtesten Superfoods. Die lilafarbene kleine Beere enthält besonders viele Antioxidantien und schmeckt fruchtig, gleichzeitig nussig und auch etwas ölig. Welche Wirkung das Superfood auf unsere Gesundheit haben kann, wo es die Beere zu kaufen gibt und wie Sie eine farbenfrohe Açai-Bowl ganz leicht selbst zubereiten können, erfahren Sie hier.

Acai
Die Acai-Beere aus den Regenwäldern des Amazonas ist besonders reich an Antioxidantien.
© iStock.com / Beto_Junior

Sie zählt zu den Superfoods, ist also ein Lebensmittel, das im Vergleich zu anderen besonders nährstoffreich ist und damit sehr positive Effekte auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben soll. Der Açai-Beere (alternative Schreibweisen: Acai-Beere oder Acaibeere) wird unter anderem nachgesagt, die Konzentration zu fördern, Herz und Gefäße zu schützen, vorzeitiger Hautalterung entgegenzuwirken, beim Abnehmen zu helfen und vieles mehr. Ob sie tatsächlich all diese Wirkungen auf unseren Körper hat, ist bisher wissenschaftlich nicht bestätigt. Bei gut vermarkteten Superfoods steckt hinter dem Hype dennoch meist ein Fünkchen Wahrheit. Wir haben die Beere einmal genauer unter die Lupe genommen.

Die Açai-Beere auf einen Blick:

  • In ihrer Heimat Süd- und Mittelamerika wird die Frucht in einigen Gebieten als Grundnahrungsmittel geschätzt.
  • Die Açai-Beere besteht zu 90 Prozent aus einem nicht essbaren Kern.
  • Bei uns gibt es die Beere als Saft, gefrorenes Mus sowie in Pulver- und Tablettenform.
  • Die kleine Beere ist besonders reich an Antioxidantien und schützt damit unsere Zellen.
  • Açai-Beeren schmecken hauptsächlich fruchtig – ähnlich Waldfrüchten – und gleichzeitig etwas ölig, nussig und erdig. Manche beschreiben ihren Geschmack sogar als leicht schokoladig.
Von Açai-Beere bis Yakon: Wie gesund ist Superfood?

Açai-Beere: Herkunft, Aussehen und Geschmack

Die lilafarbene Beere wird auch Palmbeere genannt, da sie die Frucht der Kohlpalme (Euterpe oleraceae) ist. Die Pflanze wächst in den Regenwäldern des Amazonas und kann bis zu 20 Meter hoch werden. Die Beeren sind etwa ein bis zwei Zentimeter klein und rund. Sie wachsen zu Hunderten an den dünnen Palmästen, den sogenannten Dolden. Im Inneren der Frucht steckt ein Kern, der nicht genießbar ist und mengenmäßig den Hauptanteil der Açai-Beere ausmacht. Um den Kern herum befindet sich das dunkelviolette, süßliche, leicht nussig schmeckende Fruchtfleisch, das durch eine dünne Haut – ähnlich wie bei Heidelbeeren – geschützt wird. Bei zwei Ernten wirft eine Palme jährlich bis zu 40 Kilogramm der Superfood-Beeren ab. Die kleinen Früchte haben eine mindestens 3.000 Jahre alte Tradition. In ihrer Heimat Südamerika sind Açai-Beeren mancherorts ein Grundnahrungsmittel, das nicht selten bis zu 40 Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmacht. In ihrem Ursprungsgebiet wird die Açai-Beere auch in herzhafte Speisen integriert, wohingegen bei uns vor allem das Mus oder Pulver der Frucht beispielsweise in süßen Smoothies und Açai-Bowls beliebt ist.

Nährwerte der Superfood-Beere Açai

Da die Beere nicht bei uns beheimatet ist, gibt es sie hierzulande nicht frisch zu kaufen. Erhältlich sind die Inhaltstoffe der Beeren bei uns als Saft, gefrorenes Mus sowie in Pulver- und Tablettenform. Ihre genauen Nährwerte hängen davon ab, in welcher Form die Açai-Beere gegessen wird. Ausgewählte Nährstoffe der gefriergetrockneten Açai-Beere pro 100 Gramm:

  • Energie: 534 kcal
  • Eiweiß: 4,4 Gramm
  • Fett: 32,5 Gramm
  • Vitamin E: 24 Milligramm
  • Calcium: 260 Milligramm
  • Eisen: 4,4 Milligramm

Im Vergleich zu anderen Beeren ist das Fruchtfleisch der Açai-Beere relativ fettreich, was auch ihren leicht öligen Geschmack erklärt. Wegen des hohen Fettgehalts kommt die Frucht auch auf ihren außergewöhnlich hohen Kaloriengehalt.

Die Açai-Beere enthält viele Antioxidantien

Die dunkle Farbe der Açai-Beere zeigt an, dass sie voller wertvoller Antioxidantien steckt. Diese schützen unsere Zellen, indem sie freie Radikale abfangen. Damit wirken sie Entzündungen entgegen und haben einen positiven, immunstärkenden Effekt auf den gesamten Körper. Tatsächlich wurde in Tierversuchen und Studien mit Menschen gezeigt, dass die Kombination aus Polyphenolen und Fettsäuren in Açai-Beeren das Potential haben könnte, die nachteiligen Folgen von oxidativem Stress und Entzündungen zu reduzieren. Die antioxidative Wirkung der Beere ist trotz der Untersuchungen allerdings nicht so außergewöhnlich, dass wir uns durch ihren Verzehr Wunder erhoffen können.

Açai-Beere im Vergleich mit der heimischen Heidelbeere

Die Superfood-Beere wurde von Ernährungswissenschaftlern auch in Bezug auf andere Inhaltsstoffe auf den Prüfstand genommen und mit der heimischen Heidelbeere verglichen. Wie schneidet die Açai Beere (gefriergetrocknet) im direkten Vergleich mit der heimischen (Konzentrat) ab? Das Ergebnis: Auch die heimische Heidelbeere, im Volksmund häufig Blaubeere genannt, hat echtes Superfoodpotential.

Kalorien: Mit einem für Beeren relativ hohen Fettanteil hat die Açai-Beere einen beinahe doppelt so hohen Kaloriengehalt wie die Heidelbeere. Wer vor allem auf eine schlanke Linie achten möchte, ist mit Heidelbeeren also besser bedient.

Vitamin C: In der Açai-Beere ist Vitamin C lediglich in sehr geringen Mengen enthalten, dafür ist die Heidelbeere mehr als reichlich mit dem essentiellen Nährstoff bestückt.

Calcium: Hier liegt die exotische Frucht klar vor der heimischen Heidelbeere.

Antioxidantien: Die antioxidative Wirkung eines Lebensmittels ist nicht einfach zu bestimmen, da hier verschiedene Inhaltsstoffe und Werte eine Rolle spielen. Tatsächlich steht die Heidelbeere der Açai-Beere in Sachen Antioxidantien in nichts nach. Sieht man sich beispielsweise den stark antioxidativ wirkenden Phenolanteil der beiden Beeren an, kommt die Heidelbeeren auf einen mehr als doppelt so hohen Gehalt.

Der Vergleich zeigt: Superfoods müssen nicht erst von anderen Kontinenten eingeflogen werden, wir können sie auch im heimischen Garten antreffen. Auch wenn vor allem eine gute Vermarktungsstrategie hinter der Beliebtheit der Açai-Beeren steckt, können die Beeren eine tolle Option sein, um eine gesunde Ernährung zu bereichern und etwas Abwechslung und stimmungsgebende Farbtupfer in den Speiseplan zu bringen.

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Açai-Beeren kaufen 

Da die Açai-Beere in Südamerikas feuchtwarmen Regenwäldern beheimatet ist und aufgrund des dort vorherrschenden Klimas nach der Ernte sehr schnell verdirbt, sind die Früchte bei uns in ihrer natürlichen, frischen Form nicht erhältlich. Durch Trocknen oder Einfrieren werden die wertvollen Inhaltsstoffe der Açai-Beere transport- und lagerfähig gemacht. Da Produkte aus Açai-Beeren bis zu uns einen weiten Weg zurücklegen und ausgesprochen gut vermarktet werden, haben sie einen stolzen Preis. In gut sortierten Bio-Läden sind die Beeren meist in Pulverform – häufig als Nahrungsergänzungsmittel ausgezeichnet – oder als Saft zu finden. Seltener gibt es auch das gefrorene Mark (Pulpe), also pürierte Açai-Beeren im Handel. Im Internet ist die Auswahl für das Mus deutlich größer. Als Nahrungsergänzungsmittel ist die gesunde Beere auch in konzentrierter Form in Kapseln erhältlich.

Beim Kauf von Açai-Pulver, Açai-Saft, Açai-Tabletten und Açai-Mus sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt zu 100 Prozent aus reinen Açai-Beeren besteht und keine zusätzlichen Süßungsmittel, Farb- oder Konservierungsstoffe enthält. 

Rezept für eine gesunde, farbenfrohe Açai-Bowl

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Die Açai-Bowl besticht nicht nur durch ihre tolle Farbe, denn in dem Frühstück stecken nur gute Zutaten. Mit einer Açai-Bowl kommt in jedem Fall ein trendiges Power-Frühstück für einen gesunden Start in den Tag auf den Tisch.

Zutaten für circa zwei Portionen:

  • 2-3 EL Açai-Pulver, zum Beispiel im Bio-Laden oder Internet erhältlich

  • 200 g gefrorene Beeren, zum Beispiel Heidelbeeren oder Himbeeren 

  • 1 Banane   

  • 300 g Sojajoghurt oder 200 ml einer pflanzlichen Milchalternative, zum Beispiel etwas Mandelmilch

  • Topping: zum Beispiel etwas Granola oder Haferflocken, gehackte Nüsse, Kakaonibs oder Chiasamen, frische Früchte oder etwas Nussmus

Zubereitung der Açai-Bowl:

Das Açai-Pulver, die gefrorenen Beeren und die Banane werden zusammen püriert. Damit alles schön cremig wird, kommt dann noch etwas Sojajoghurt oder die pflanzliche Milchalternative hinzu. Die fertige Masse in zwei Schüsseln füllen. Beim Topping sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sehr gut passt zum Beispiel etwas Granola oder Haferflocken, ein paar Kakaonibs und Bananenscheiben dazu.

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