Hormonelle Verhütung zum Aufkleben

Verhütungspflaster: Wie das Hormonpflaster zuverlässig schützt

Pflaster aufkleben statt Pille schlucken? Wie das Verhütungspflaster wirkt, warum es einfacher anzuwenden ist als die Antibabypille, welche Nebenwirkungen durch die Mischung aus Östrogen und Gestagen auftreten können und wie viel das Hormonpflaster kostet.

Verhütungspflaster (Hormonpflaster): Die Verhütung zum Aufkleben
Das Verhütungspflaster schützt bei korrekter Anwendung sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft.
© iStock.com/PeopleImages

Äußerlich sieht das Verhütungspflaster (auch Hormonpflaster genannt) tatsächlich fast so aus, als wäre es ein ganz normales Pflaster: Es ist quadratisch (4,5 x 4,5 cm), dünn und beigefarben. Doch in seinem Inneren verbirgt sich noch mehr: Das Hormonpflaster enthält sowohl Östrogen als auch Gestagen, genauer gesagt eine Gesamtmenge von 600 Mikrogramm (µg) Ethinylestradiol und sechs Milligramm Norelgestromin. Täglich wird davon eine gleichmäßige Menge (20 µg Ethinylestradiol und 150 µg Norelgestromin) freigesetzt und über die Haut resorbiert. In der Fachsprache wird das Verhütungspflaster deshalb als transdermales Pflaster bezeichnet – "transdermal" bedeutet "durch die Haut".

Artikelinhalte auf einen Blick:

Verhütungspflaster: Wirkung

Aufgrund der freigesetzten Hormone wirkt das Verhütungspflaster genau wie eine Kombi-Pille. Es wird ein künstlicher Zyklus erzeugt, der den monatlichen Eisprung hemmt und die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert. Außerdem verändert sich die Schleimhaut im Gebärmutterhals, sodass es den Spermien erschwert wird, überhaupt zur Gebärmutter zu gelangen.

Hormonpflaster spielen übrigens nicht nur zur Empfängnisverhütung eine Rolle, ihre Wirkungsweise wird bei Frauen zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt, wenn sie sich für eine Hormontherapie entscheiden. Um während der Wechseljahre die Symptome des Östrogenmangels zu lindern, wenden sie alternativ zur Tabletteneinnahme bestimmte Hormonpflaster an.

Alternativen zur Pille

Anwendung des Hormonpflasters

Wenn zuvor keine andere Verhütungsmethode angewandt wurde oder der Umstieg von einer anderen Kombinationspille erfolgt, wird das erste Pflaster am ersten Tag der Menstruationsblutung aufgeklebt. Eine Umstellung von der Minipille auf das Hormonpflaster kann jederzeit nach dem Absetzen erfolgen – in den ersten sieben Tagen muss dann durch eine Barrieremethode, zum Beispiel per Kondom, zusätzlich verhütet werden.

Generell ist der Beginn zu jedem anderen Zeitpunkt des Zyklus möglich, wenn eine bestehende Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden kann. Jedoch wird in diesem Fall ebenfalls eine zusätzliche Verhütungsmaßnahme für die ersten sieben Tage nötig.

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Das Verhütungspflaster wird auf dem Bauch, dem Gesäß oder auf der Außenseite des Oberarms platziert. Außer an den Brüsten kann es auch an anderen Stellen des Oberkörpers befestigt werden.

Ist das erste Verhütungspflaster aufgeklebt, bleibt es dort genau für die Dauer von sieben Tagen. Über einen Zeitraum von drei Wochen wird es wöchentlich durch ein neues ausgetauscht. Die vierte Woche des Zyklus ist pflasterfrei. Während dieser "Pause" kommt es wie bei der Pille zur Entzugsblutung – der Schutz ist in dieser Zeit trotzdem vorhanden. Merken Sie sich folgendes Schema:

  • 1. Tag des Zyklus: Aufkleben des ersten Pflasters.

  • 8. Tag des Zyklus: Austausch des Pflasters durch ein neues.

  • 15. Tag des Zyklus: Austausch des Pflasters durch ein neues.

  • 22. Tag des Zyklus: Beginn der pflasterfreien Woche.

  • 29. Tag des Zyklus: Beginn der neuen Vier-Wochen-Phase – Sie starten wieder mit dem neuen "ersten" Pflaster.

Verhütungspflaster vergessen: Was jetzt?

Der Pflasterwechsel am Ende eines Wochenzyklus kann 48 Stunden lang nachgeholt werden – danach besteht kein ausreichender Schutz mehr. Hat sich das Pflaster für mehr als 24 Stunden teilweise oder ganz abgelöst, ist die Wirkung ebenfalls nicht mehr gewährleistet. In solchen Fällen kleben Sie ein neues Pflaster auf und beginnen erneut mit dem oben beschriebenen Vier-Wochen-Schema. In den nächsten sieben Tagen ist außerdem eine zusätzliche Verhütung mit Kondomen oder Femidomen erforderlich.

Ob Sport, Schwimmen oder Saunagänge – das Verhütungspflaster ist dafür ausgelegt, größeren Belastungen standzuhalten. In einigen Fällen kann es sich dennoch ablösen. profamilia nennt dazu folgende Zahlen:

  • Bei weniger als zwei Prozent der Frauen hat sich das Pflaster einmal vollständig abgelöst.

  • Bei knapp drei Prozent der Frauen hat sich das Pflaster teilweise abgelöst.

Tipps zur sicheren Anwendung des Verhütungspflasters

  • Sie müssen das Pflaster immer am selben Wochentag wechseln. Machen Sie sich eine Notiz in Ihrem Kalender.

  • Die Uhrzeit spielt beim Wechseln des Pflasters keine Rolle.

  • Auch wenn die Blutung nach der Pausenwoche noch nicht beendet ist, starten Sie pünktlich am 29. Tag des Zyklus mit dem Aufkleben des neuen Pflasters.

  • Kleben Sie das Pflaster nach dem Duschen auf trockene, nicht eingecremte Haut. Drücken Sie es fest an.

  • Befestigen Sie das neue Pflaster immer an einer anderen Klebestelle als das Pflaster zuvor.

  • Überprüfen Sie täglich, ob das Pflaster korrekt sitzt.

  • Hat sich das Pflaster nur kurz abgelöst, kann es wieder aufgeklebt werden. Allerdings nur dann, wenn es immer noch gut und sicher haftet.

Wie sicher ist das Verhütungspflaster?

Wird das Verhütungspflaster korrekt angewendet, ist es so sicher wie die Pille und bietet einen zuverlässigen Schutz. Der Pearl Index liegt bei 0,72 bis 0,9 (Pille: 0,1 bis 0,9). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt folgende Versagerraten an:

  • bei perfekter Anwendung: 0,3 bis 1 Prozent
  • bei typischer Anwendung: 2,4 bis 9 Prozent

Wie bei der Pille kann die Wirkung auch beim Verhütungspflaster beeinträchtigt werden, wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen. Lesen Sie hierzu die Packungsbeilage des Produkts und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Studien haben gezeigt, dass bei Frauen mit einem Körpergewicht von über 90 Kilogramm die Verhütungswirkung verringert sein kann. Ihnen wird dieses Verhütungsmittel deshalb nicht empfohlen. Lassen Sie sich bei einer starken Gewichtszunahme von Ihrem Arzt beraten.

Mögliche Nebenwirkungen des Verhütungspflasters

Da es sich bei dem Verhütungspflaster um eine hormonelle Verhütungsmethode mit einer Wirkungsweise wie bei der Pille handelt, sind auch hier Nebenwirkungen möglich. Dazu gehören:

Ob das Verhütungspflaster bei der persönlichen Familien- und Krankheitsgeschichte infrage kommt, klärt der Arzt individuell mit jeder Patientin. Bei Thrombose, Bluthochdruck oder einer östrogenempfindlichen Krebserkrankung darf es beispielsweise nicht angewendet werden.

Verhütungspflaster: Vor- und Nachteile des Hormonpflasters

Im Vergleich zur Pille hat das Hormonpflaster zwei Vorteile: Zum einen fällt die Anwendung leichter, weil nicht jeden Tag an eine Einnahme gedacht werden muss, zum anderen wird der Magen-Darm-Trakt bei der Hormonaufnahme umgangen. Letzteres bedeutet: Erbrechen, Durchfall und chronische Magen-Darmerkrankungen haben keinen Einfluss auf den Schutz. Wie bei der Pille nehmen Menstruationsbeschwerden mit dem Verhütungspflaster ab und Hautunreinheiten verbessern sich.

Als nachteilig wird die Sichtbarkeit des Verhütungspflasters empfunden – seine Anwendung ist weniger "diskret" als die von anderen Verhütungsmitteln. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich das Pflaster unbemerkt ablöst. Nebenwirkungen machen sich vor allem durch den hohen Hormonspiegel bemerkbar. Ein weiterer Nachteil: Das Pflaster bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Verhütungspflaster: Kosten

In der Dreimonatspackung kosten die Verhütungspflaster rund 40 Euro. Zum Vergleich: Abhängig vom Präparat fallen für die Dreimonatspackung der Pille Kosten zwischen zwölf und 45 Euro an. Je nach Krankenkasse können die Kosten bis zum 20. Lebensjahr übernommen werden, danach müssen sie selbst getragen werden. Das Verhütungspflaster ist verschreibungspflichtig und mit einem entsprechenden Rezept vom Arzt in der Apotheke erhältlich.

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