Säure-Basen-Listen allein reichen nicht aus

Basische Lebensmittel und Basenräuber

Der menschliche Organismus benötigt sowohl Säuren als auch Basen. Im Unterschied zu den Säuren, die zusätzlich im Körper entstehen können, müssen Basen jedoch von außen zugeführt werden. Eine ausgewogene und basenreiche Ernährung ist deshalb wichtig, ebenso wie frische Luft, tiefe Atmung und genügend Bewegung.

Basische Kost
Farbenfrohes Obst und Gemüse von "Mutter Natur" wirkt meist basisch.
©iStock.com/cafotodigital

Der schwedische Ernährungsforscher Ragnar Berg gilt als geistiger Vater und Begründer der basischen Kost. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts veröffentlichte er sein Buch "Die Nahrungs- und Genussmittel", in dem er als einer der ersten den Mineralstoffgehalt der Nahrung zusammenfasste. Auf ihn geht auch die Unterteilung in sauer und basisch wirkende Lebensmittel zurück.

Basen-bildend: metallische Mineralstoffe

Als säurebildend gelten solche mit vorwiegend nicht-metallischen Mineralstoffen wie Phosphor, Chlor, Schwefel und Kieselerde, als basenbildend solche mit metallischen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Schmecken kann man dies zwar nicht, doch anhand der Ausscheidungen den Säuregehalt im Urin, den so genannten ph-Wert, messen. Liegt der Wert ständig unter dem Neutralwert 7, deutet dies auf eine Übersäuerung hin.

Die Fähigkeit zur Säureausscheidung nimmt mit steigendem Lebensalter und nachlassender Nierenfunktion ab. Bei gleich bleibenden Ernährungsgewohnheiten droht deshalb gerade im Alter eine chronische Übersäuerung (latente Azidose), die der Körper unter anderem durch die Freisetzung von basischen Mineralstoffen (vor allem Kalzium) aus dem Knochen zu kompensieren versucht – ein Risikofaktor für die Entstehung von Osteoporose (Knochenschwund). Ein kontinuierliches Zuviel an Säuren wirkt sich auf den Organismus ähnlich aus wie ständig saurer Regen auf die Pflanzenwelt.

Basenfasten: Übersäuerung des Körpers ausgleichen

targetvideo

Grünzeug von "Mutter Natur" ist basisch

Eine vitale und ausgewogene Ernährung sollte reicher an Basenbildnern als an Säurebildnern sein. Etwa 70 Prozent der Nahrung sollte aus basischen Lebensmitteln bestehen. Obst, Gemüse und Salate sind hierbei die wichtigsten Vertreter. Deshalb sollte man auch möglichst viel von „Mutter Natur“ zu sich nehmen. Interessant: Alles Wurzelgemüse, was in der Erde wächst, gilt als besonders basisch. Auch Obst, aber nur, wenn es voll ausgereift ist, nicht sauer schmeckt und nur in kleinen Mengen verzehrt wird, ist basisch.

Keine Angst vor Butter!

Säurehaltige Kost wie Fleisch, Fisch, Teigwaren (Nudeln, Spätzle oder Reis) kombinieren Sie am besten mit Basenspendern wie Kartoffeln, Gemüse oder Salat. Bitte keine Angst vor Butter! Bei maßvollem Genuss gehört sie zu den wertvollsten Fetten, da sie leicht verdaulich ist und eine gute Ergänzung zu den kalt gepressten Ölen darstellt.

Säurespender und Säureerzeuger finden Sie im Artikel "Alkaline Diät für den Säure-Basen-Haushalt"

Auf die Verstoffwechslung kommt es an

Warum sehen strenge Roh- und Vollwertköstler, die sich vermeintlich gesund im Sinne von basenüberschüssig ernähren, manchmal eher ungesund aus: ausgezehrt, blass, ständig frierend? Weil – so erklärt Dr. Erich Rauch – "die Auswirkung der Nahrungsmittel nicht allein von der chemischen Struktur abhängt, sondern auch vom Menschen selbst: von seiner Essweise, Essmenge, Verdauungskraft und körperlichen Bewegung. Den Hauptfehler verursacht die völlig unbeachtete Umkehrwirkung der Basenspender".

  • zum Selbsttest

    Während sich manche Abnehmstrategien für die einen prima eignen, sind sie für andere überhaupt nicht ideal. Ermitteln Sie, zu welchem Diät-Typ Sie gehören.

Was das heißt, führt er weiter aus: "Jedes basenspendende Lebensmittel, besonders alle leicht verderbliche gärungsfreudige Kost wie Obst, Kompott, Fruchtsäfte, verändert ihre Wirkung auf den Organismus, sobald sie schlecht gekaut und in zu großer Menge verzehrt wird. Das Zuviel wird im Darm vergoren und führt zur oft massiven Bildung von Säure und giftigen Fuselalkoholen. Während sich zum Beispiel eine reife Birne meist noch als wertvoller Basenspender auswirkt, werden mehrere Birnen, auf einmal gegessen, im Darm der meisten Menschen zu starken Säurespendern umgewandelt. Auf den Listen steht aber nur "Birnen" = basisch".

Saure Früchte werden zu Basenräubern

Die Nahrungsmenge, die richtig verstoffwechselt wird, ist von Person zu Person enorm verschieden! Je schwächer die Verdauungskraft, desto geringer ist die noch richtig verarbeitete Nahrung. Und desto eher kommt es zur Umkehrwirkung eines Basenspenders zum Säurelieferanten." Ebenso können auch saure Früchte (Zitrusfürchte, Zitrone, Grapefruit, Orange), die als Basenspender gelten, im Stoffwechsel zu Basenräubern werden. Dr. Rauch: "Je gesünder der Darm, desto eher wird er kleine Mengen von Obst-, Milch- und Apfel-Essigsäuren basisch verstoffwechseln. Je schwächer und blähungsfreudiger der Verdauungstrakt ist, desto schlechter wird er solche organische Säuren verarbeiten."

Den Darm können Sie gesund und leistungsstark erhalten, indem sie ihn ab und zu durch Fasten entlasten oder ihn durch spezielle Reinigungsmethoden entschlacken (Darmsanierung).

Basische und saure Lebensmittel
Gesunde Ernährung
Artikel zum Thema
Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Aktuelle Fragen aus der Community
Meistgeklickt zum Thema
Purinhaltige Lebensmittel
Gesunde Ernährung

Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten, etwa Gichtpatienten, sollten purinhaltige Lebensmittel meiden mehr...

Purinarme und purinhaltige Lebensmittel – mit Tabelle zum Download
Ernährung als Therapie

Purine sind natürliche Bestandteile vieler Lebensmittel. Im Körper werden sie in Harnsäure umgewandelt. Wer erhöhte Harnsäurewerte hat, zum Beispiel bei Hyperurikämie und Gicht, sollte diese purinhaltigen... mehr...

Purinarme oder -freie Lebensmittel
Gesunde Ernährung

Sind die Harnsäurewerte erhöht, zum Beispiel bei Gicht, sollte auf purinarme Kost geachtet werden. Doch in welchen Lebensmitteln stecken keine oder nur wenige Purine? Eine Liste gut geeigneter Lebensmittel... mehr...

Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren
Body-Mass-Index: BMI schnell und einfach berechnen!

Wie hoch ist Ihr Body-Mass-Index? Finden Sie es heraus!

mehr...

Zum Seitenanfang

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2012/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Gong Verlag GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.lifeline.de

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.