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Eingewachsener (Zehen-)Nagel – was tun?

Eingewachsene Nägel sind schmerzhaft und können zu Entzündungen führen. Welche Ursachen für die Nagelveränderung verantwortlich zeichnen, was Sie selbst dagegen tun können, wie der Podologe helfen kann und wann nur noch eine Operation infrage kommt, haben wir hier zusammengefasst.

Eingewachsener Zehennagel
Eingewachsene Nägeln führen schnell zu Entzündungen und pochenden Schmerzen. Mit der richtigen Nagelpflege lässt sich das verhindern.
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Täglich sind unsere Füße und damit auch die Zehen starken Belastungen ausgesetzt: Das Gewicht, gehen, laufen und nicht zuletzt enge Schuhe setzen ihnen zu. Häufig werden die Nägel auch falsch geschnitten, nämlich oval und nicht gerade. Die Folgen: Einer der Fußnägel wächst seitlich ins Fleisch, die Stelle rötet sich und tut weh.

Die Ursachen für eingewachsene Nägel

Unsere Fuß- und Fingernägel sind von einer hufeisenförmigen Hautfalte, dem Nagelfalz oder Nagelwall, umgeben. Unter starken Belastungen, durch falsche Nagelpflege, aber auch genetisch bedingt kann es geschehen, dass die Nagelplatte in den seitlichen Nagelfalz hineinwächst. Meistens sind davon die Fußnägel, seltener aber auch ein Fingernagel betroffen.

Brüchige Nägel: Hausmittel und sanfte Hilfen

Zudem vergrößert sich das Risiko für eingewachsene Nägel auch mit dem Alter, wenn sich der Vorderfuß langsam zusammenschiebt und damit die Zehen zu eng beieinanderstehen. Die Anzeichen für einen eingewachsenen Nagel: Der Hautbereich neben dem Nagel entzündet sich und schwillt leicht an.

Starke Schmerzen entstehen, vor allem beim Tragen der Schuhe wird jeder Schritt zur Qual und im schlimmsten Fall bildet sich Eiter. Das bedeutet, Bakterien sind in die winzige Wunde eingedrungen.

Das Problem betrifft viele Menschen. "Eingewachsene Nägel gehören zu den häufigsten Fällen in der podologischen Praxis", sagt Podologin Marion Siewert, die in Bonn neben ihrer Praxis gemeinsam mit Joachim Müller-Klink eine Fußpflegeschule betreibt. Podologie ist die Fachbezeichnung für medizinische Fußpflege.

Eingewachsener Zehennagel durch hohe und zu enge Schuhe?

Bei Frauen unter 50 Jahren ist die häufigste Ursache für einen eingewachsenen Nagel Schuhwerk mit hohen Absätzen. Umso schlimmer ist es, wenn die Schuhe vorne schmal zulaufen. Denn damit lastet das gesamte Gewicht, das sich sonst über den Fuß verteilt, auf dem Vorderfuß mit den Zehen.

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"Bei vielen ist zu enges Schuhwerk der Grund für eingewachsene Nägel", bestätigt Joachim Müller-Klink von der Fußpflegeschule Siewert in Bonn. "Deshalb empfehlen wir, Schuhe zu kaufen, die bequem sind und weder auf die Nägel drücken noch die Zehen zusammenpressen."

Hausmittel zur Selbstbehandlung eines eingewachsenen (Zehen-)Nagels

Als erste Hilfe bei Problemen wegen eines eingewachsenen Finger- oder Zehennagels sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Nehmen Sie ein warmes Fußbad.

  • Desinfizieren Sie die entzündete Stelle sorgfältig.

  • Geben Sie einen dicken Strang Wund- und Heilsalbe (etwa mit Hamamelis) auf den Nagelrand und verschließen Sie das Ganze mit einem Pflaster.

  • Tragen Sie fürs erste keine engen Schuhe mehr.

  • Schneiden Sie Ihre Nägel richtig: Das bedeutet gerade, allerdings ohne spitze Ecken.

Behandlung dauernd eingewachsener Fußnägel

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, sollten Sie einen Termin in der podologischen Praxis ausmachen. "Wir haben verschiedene Möglichkeiten, eingewachsene Nägel zu behandeln", sagt Experte Müller-Klink. "In den meisten Fällen kann den Betroffenen bereits mit einer Tamponade, die vorsichtig seitlich unter die Nagelplatte geschoben wird, geholfen werden." Meist werden bereits durch diese einfache Maßnahme die Schmerzen deutlich schwächer.

Außerdem kommen verschiedene weitere Techniken zum Einsatz, je nachdem, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist:

  • Schneiden und Schleifen des Zehennnagels, um den Druck auf den Nagelfalz zu mildern
  • Orthosen (Hilfsmittel zur Druckentlastung, die die Zehen auseinanderhalten)
  • Spangen

Der Podologe kennt unterschiedliche Spangenarten: Solche, die aus flachen Stahl- oder Kunststofffedern bestehen und andere, die aus Edelstahldraht gefertigt werden. Der Podologe befestigt die Spange quer über den Nagel, wobei die Enden einen leichten, ständigen Zug auf den Nagel ausüben. Damit wird sein Wachstum korrigiert. "Alle vier bis fünf Wochen muss sie erneut angepasst werden. Mit einer Besserung kann nach einem bis sechs Monaten gerechnet werden", erklärt Marion Siewert.

Die Kosten für die Spange übernimmt in der Regel die Krankenkasse. Dafür ist es nötig, dass Sie nach Absprache mit dem Podologen Ihren Hausarzt deswegen kontaktieren, der ein Rezept ausstellen kann.

Eingewachsener Zehennagel – wann Sie zum Arzt sollten

Die Erfolgsquoten der konservativen Methoden mit Tamponade, Orthose und falls nötig Nagelkorrekturspange sind außerordentlich hoch. Nur in den seltensten Fällen und bei schlechter Pflege entzündet sich der Nagel derart, dass eine ärztliche Behandlung nötig ist. Ansprechpartner ist dann zuerst der Hautarzt (Dermatologe). Er kann unter örtlicher Betäubung das entzündete Gewebe am Nagelfalz entfernen. Mit der entsprechenden Nachsorge heilt meist alles problemlos ab.

Therapie-Optionen: Tamponade, Nagelkorrekturspange und Nagelkeilexzision

Erst wenn danach der Nagel wieder einwächst und eine heftige Entzündung auslöst, kann der Chirurg das Nagelbett operativ verkleinern. Dabei schneidet er keilförmig den seitlichen Nagel und den betroffenen Nagelfalz heraus (Nagelkeilexzision). Der Nagel wird dadurch schmaler und die Gefahr, dass er seitlich einwächst, besteht kaum noch.

Den gesamten Nagel zu entfernen, was früher oft empfohlen wurde, ist heute nicht mehr üblich. Denn die anderen Maßnahmen helfen meist sehr gut gegen eingewachsene Zehennägel.

Wie man eingewachsenen Zehennägeln vorbeugt

Damit Sie in Zukunft keine Probleme mehr mit schmerzhaften, eingewachsenen Nägeln haben, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Verzichten Sie weitestgehend auf zu enge und hohe Schuhe.
  • Schneiden Sie Ihre Zehennägel immer gerade, niemals oval.

Wenn Sie familiär bedingt zu eingewachsenen Nägeln neigen: Gehen Sie regelmäßig zur Fußpflege. Eine Rundum-Behandlung mit Fußbad, Hornhautentfernung, Nagelpflege und Eincremen kostet etwa 30 Euro. Die medizinische Fachkraft schneidet nicht nur die Nägel richtig, sondern bemerkt bereits den ersten Ansatz eines eingewachsenen Nagels und kann sofort etwas dagegen unternehmen, etwa mit einer Tamponade – daraus resultierende Probleme wie Schmerzen oder gar eine Entzündung mit Eiterbildung werden so verhindert.

Gesunde Maniküre - so geht's

Autor:
Letzte Aktualisierung:25. Dezember 2015
Durch: mp

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