Kleinkindentwicklung

So geht das Kind aufs Töpfchen

Die frühe Sauberkeitserziehung von Kleinkindern war früher Mutters ganzer Stolz. Heute sieht man diese Dinge gelassener. Das Kind muss nicht mehr aufs Töpfchen gehen, kaum dass es sitzen kann. Wer Kinder zum Windelverzicht drängt, erreicht oft das Gegenteil. Lässt man den Kleinen ihr eigenes Tempo, fördert man ihre Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein.

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Wann das Kind eigenständig aufs Töpfchen geht, ist ganz individuell
(c) Ryan McVay

Welche Mutter von Kleinkindern träumt nicht davon, die schmutzigen Windelberge hinter sich zu lassen, und ein Kind zu haben, welches den Umgang mit Töpfchen oder Toilette möglichst früh mit Bravour beherrscht? Ab wann ist diese Wunschvorstellung realistisch ist und wie kann man die Kleinen beim Verzicht auf die Windel unterstützen?

Irgendwann zwischen zwei und vier ...

Wie bei allen Entwicklungsschritten hat jedes Kind auch beim Gang aufs Töpfchen sein eigenes Tempo. Frühestens mit 18 Monaten ist das Kontrollzentrum für die Schließmuskeln im Gehirn des Kindes so weit entwickelt, dass es seinen Stuhl- oder Harndrang bewusst wahrnehmen kann. Vorher läuft die Entleerung reflexartig ab. Um die Schließmuskeln steuern zu können müssen Kinder aber noch zusätzlich lernen, Bauchgrummeln und ein Druckgefühl auf der Blase mit ihren Ausscheidungen in Verbindung zu bringen. Auch ein Zeitgefühl müssen sie entwickeln, um abschätzen zu können, wie eilig der Gang zum stillen Örtchen ist. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, können Kinder auf ihre Windeln verzichten.

Bei den meisten Kindern tritt dieser Zustand zwischen zwei und vier Jahren ein. Bei den Erfolgsmeldungen von Kindern, die schon sehr früh das Töpfchen benutzt haben, handelt es sich selten um eine erfolgreiche Sauberkeitserziehung. Hier beobachten die Eltern lediglich den Rhythmus ihres Kindes genau und kontrollieren ihn perfekt.

Sanfte Unterstützung statt Druck stärkt das Selbstbewusstsein

Sobald das Kind versteht, dass es seine Ausscheidungen beeinflussen kann, wird der Gang zum Töpfchen oder zur Toilette interessant. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es sinnvoll ist, mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. An folgenden Verhaltensweisen erkennen Eltern, dass das Kind dazu bereit ist, windelfrei zu werden:

  • Es folgt Eltern und Geschwistern interessiert auf die Toilette.
  • Es will sich nicht mehr windeln lassen.
  • Die volle Windel stört – es fordert saubere Windeln.
  • Es macht durch darauf zeigen und seiner Lautbezeichnung auf die volle Windel aufmerksam.
  • Es deutet mit Mimik und Gestik an, dass es "etwas produziert".
  • Gerne zieht es sich beim Verrichten des Geschäfts in eine bestimmte, ruhige Ecke zurück.

Entwickelt das Kind von allein kein Interesse am Windelinhalt, kann man um den zweiten Geburtstag herum das Töpfchen oder die Toilette probeweise anbieten. Wenn es diese neue Sache nicht ausprobieren möchte, sollte man abwarten, bis das Interesse größer wird. Da kleine Kinder ihre Eltern und Geschwister nachahmen möchten, passiert das ein paar Monate später meistens von selbst. Kinder, die ohne Druck ihrer Eltern sauber werden, sind stolz darauf, diesen wichtigen Schritt allein geschafft zu haben und werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

So gelingt dem Kind der Gang aufs Töpfchen

Natürlich gibt es beim Sauberwerden Rückschläge. Wenn gelegentlich noch etwas daneben geht, sollte das kein Drama sein. Eine gute Zeit für erste Versuche mit dem Töpfchen ist der Sommer, da das Kind dann leicht bekleidet oder nackt herumtollt. Sie können Ihrem Kind den Gang zu Toilette und Töpfchen erleichtern, wenn Sie:

  • aus Ihrem Toilettengang kein Geheimnis machen und keinen Ekel an diesen Vorgängen zeigen.
  • das Kind selbst zwischen Töpfchen und Toilette (mit Kinderaufsatz) wählen lassen.
  • Ihrem Kind aufs Töpfchen helfen, wenn sie Anzeichen für ein kommendes Geschäft bemerken.
  • Ihrem Kind erlauben, das saubere Töpfchen auch zum Spielen zweckzuentfremden.
  • dafür sorgen, dass Ihr Kind sich selber ausziehen kann (keine Bodys oder Latzhosen).

Der Großteil der Kinder wird erst sauber und dann trocken. Zunächst gelingt dieses tagsüber, nach einigen Wochen bis Monaten dann auch nachts. Damit das Kind beim Schlafen nicht einnässt, sollte es vor dem Zubettgehen noch einmal aufs Töpfchen gehen.

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Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2002

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