Musikalische Früherziehung

Musik fördert die Entwicklung des Kindes

Lauthals mitsingen, Tanzen und mit dem Löffel rhythmisch auf den Topf schlagen – auch wenn es oft nicht nach Musik klingt, haben Kinder ein angeborenes musikalisches Gefühl. Wird dies gefördert, wirkt sich oft positiv auf das Verhalten zu anderen Kindern aber auch auf die eigene Motorik aus.

Erzieherin spielt auf der Gitarre
Musik fördert die kindliche Entwicklung.
© iStock.com/DaniloAndjus

Wenn Kinder Musik hören, bleiben sie nicht still sitzen. Sie springen, klatschen und singen – das zeigt Rhythmus und die Begeisterung zur Musik ist angeboren. Doch meist erinnern die ersten musikalischen Versuche eher an Krach statt an wohlige Klänge. Daher  ist es wichtig, die Begeisterung der Kleinen in die richtigen Bahnen zu lenken und damit viele motorische aber auch soziale Fähigkeiten zu trainieren.

Musik für ein gutes Miteinander

Die meisten Kinder werden auch mit musikalischer Früherziehung nicht zu Musik-Supertalenten. Darauf zielt das Erziehungsprogramm auch gar nicht ab. Viel mehr wird durch das Musizieren die Motorik, Geschicklichkeit und Kreativität gefördert. Vor allem kleine Kinder erleben die Sinne Hören, Fühlen und Spüren dadurch intensiver und sie werden mit Sprache, Tanz, Kultur und Kunst vertraut gemacht. Außerdem stärkt das Musizieren in einer Gruppe das soziale Miteinander. Denn die Kinder hören sich dabei gegenseitig zu und respektieren sich.

Musikalische Früherziehung an der Musikschule

Musikalische Früherziehung wird von verschiedenen  Musikschulen angeboten. Sie beinhalten normalerweise folgende Komponenten:

  • Musik und Bewegungserziehung
  • Grundlagen des instrumentalen Spiels und eine allgemeine Instrumentenkunde
  • Singen und Sprechen
  • die Sensibilisierung des Gehörs
  • Stärkung der sozialen Kompetenz durch Singen und Spielen mit anderen Kindern

Damit jedes Kind angemessen gefördert werden kann, sollte die Gruppe nicht zu groß sein. Ideal sind sechs bis zwölf Kinder im selben Alter. Die Erzieher sind speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen geschult, sehr flexibel und orientieren sich daran, was der Gruppe Spaß macht.

Preise für musikalische Frühförderung

Die etwa 950 öffentliche Musikschulen in Deutschland sind  im Verband Deutscher Musikschulen organisiert. Hier werden Kinder ab dem vierten Lebensjahr unterrichtet. Wie die Kosten für einen Kindergartenplatz, werden die Kosten für die Kurse von Städten und Kommunen individuell festgelegt. Im Durchschnitt werden im Jahr etwa 200 Euro für ein solches Angebot verlangt. Neben den kommunalen Angeboten gibt es auch viele private Musikschulen, die Musik für Kinder anbieten. Hier können die Preise sehr zwischen den einzelnen Anbietern variieren.

Informieren Sie sich über die angebotenen Programme, denn diese können sich inhaltlich voneinander unterscheiden. So legen einige Förderungen besonderen Wert auf Bewegung und Tanz, andere dagegen auf musikalische Fähigkeiten. Auch das Notenlernen kann sich stark unterscheiden. In einigen Kursen wird ganz auf Noten verzichtet, in anderen gibt es kindgerechte Konzepte wie Notenmännchen.

Musikalische Früherziehung für zu Hause

Mit etwas Kreativität können Sie Ihr Kind auch zu Hause von Musik begeistern. Und dazu brauchen Sie nicht einmal Instrumente. Denn um das Rhythmusgefühl und die Feinmotorik Ihres Kindes zu schulen hilft schon, zu einem Lied zu klatschen, zu summen, zu schnippen oder zu stampfen. In der musikalischen Früherziehung bezeichnet man das als körpereigenen Instrumente. Möglichkeiten ein Lied zu begleiten gibt es viele. Hier ein Beispiel:

  • Die Kinder wählen ein Lied aus, das allen bekannt ist.
  • Zum Einfinden in Melodie und Text wird das Lied gesungen und mit Klatschen begleitet.
  • Dann wird jeder Strophe mit einem anderen körpereigenen Instrument begleitet.
  • Zum Schluss wird das Lied noch einmal gesungen und jeder begleitet mit dem Instrument seiner Wahl

Neben dem typischen Begleiten von Liedern können Sie auch neue Rhythmen erschaffen und damit die Kreativität Ihrer Kinder fordern. Beispielsweise so:

  • Sie geben summend oder klatschen einen Rhythmus vor.
  • Ihr Kind spielt diesen Rhythmus nach.
  • Spielt noch ein Kind oder Erwachsener mit, überlegt er sich einen neuen Rhythmus und gibt diesen weiter.

Musik mit Instrumenten

Egal ob Holzblocktrommel, Klangstäbe,Triangel oder Rassel – Kinder sollten ihre Instrumente mit allen Sinnen erleben und nicht sofort darauf spielen. Geben Sie Ihrem Kind das Instrument in die Hand und fragen Sie wie es sich anfühlt, wie es aussieht und wofür es vielleicht zu gebrauchen sei. Manchmal lässt sich nach dem Aussehen auch auf die Bezeichnung schließen.So ist die Holzblocktrommel aus glattem schweren Holz. Danach zeigen Sie wie man das Instrument richtig benutzt und auch wie es nicht benutzt wird.

Musikinstrumente müssen nicht teuer sein. Mit etwas Kreativität können Sie verschiedene Instrumente selber basteln – das spart nicht nur Geld, sondern macht auch noch Spaß. Eine Rassel lässt sich beispielsweise aus leeren Toilettenpapierrollen bauen: Einfach Reis, Linsen oder Erbsen einfüllen und die Enden mit Paketklebeband verschließen. Schon ist das Musikinstrument fertig. Genauso einfach können Sie aus leeren Konservenbüchsen Trommeln und aus Blumentöpfen ein Glockenspiel  herstellen.

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