Häufig Dumpingpreise

Schönheitsoperationen im Ausland

Der Urlaub steht vor der Tür und die Strandfigur entspricht nicht den eigenen Erwartungen: Der Bikini vom letzten Jahr zwickt, der Bierbauch stört. Und im Urlaubsland wird an jeder Ecke mit Dumpingpreisen für eine Spontanoperation in Sachen Hüftspeck geworben. Kein Wunder, wenn einige Urlauber solchen Verlockungen erliegen.

Entspannung am Traumstrand
Schönheitsoperationen im Urlaubsparadies? Oft besteht dann kein Schadensersatzanspruch.
Getty Images/Hemera

Nach dem Motto „Kleiner Preis, große Wirkung lassen sich viele Urlauber auf ein solches Angebot ein. Doch das Urlaubssouvenir kann folgenschwer sein. „Intensive Beratung, ein erfahrener Chirurg und vor allem die Nachsorge sind das A und O eines operativen Eingriffs, auch im Ausland. Oft kann das Arzt-Patienten-Verhältnis schon an der simplen Sprachbarriere scheitern, so die Warnung von Prof. Heinz G. Bull, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie e.V. (GÄCD).

In den letzten zwei Jahren konnte deutlich ein Trend zu Billigoperationen im Ausland beobachtet werden. Laut Prof. Bull gäbe es neben den Spontanentscheidern auch diejenigen, die sich ihr Urlaubsland nach den OP-Preisen auswählen würden. Hier könne man gezielt von Beautytourismus sprechen.

Für eine ästhetisch-chirurgischen Eingriff in Deutschland spricht vor allem das ganzheitliche Behandlungskonzept am Patienten, das hier zu Lande überwiegend verfolgt wird. Neben einem verantwortlichen Umgang mit Fremdstoffen, die durch eine Schönheitsoperation dem menschlichen Körper hinzugefügt werden können, beinhaltet dieses Konzept auch eine Risikoabschätzung seitens des Arztes.

Aus seinem Klinikalltag weiß Prof. Bull zu berichten, dass vor einem ästhetisch-chirurgischen Eingriff mindestens zwei ausführliche Patientengespräche geführt würden. Risikofaktoren und eingenommene Medikamente würden dokumentiert, damit die Operation optimal läuft.

Ein weiterer Faktor, den viele Beautytouristen außer Acht lassen, ist der im Ausland oft nicht bestehende Schadensersatzanspruch: In vielen Ländern kann für eine nicht korrekte Behandlung meist kein Schadensersatz gefordert werden. Aber nicht jede im Ausland durchgeführte Schönheitsoperation muss zwangsläufig ein Misserfolg sein. Anhand der folgenden Checkliste lässt sich die Seriosität von OP-Angeboten prüfen:

  1. Das Beratungsgespräch: Dem Arzt sollte es in erster Linie ums Wohl des Patienten gehen. Ein Beratungsgespräch hilft, Vertrauen aufzubauen und Risikofaktoren beim Patienten vor dem Eingriff auszuschließen. Da aber in vielen Ländern juristisch nicht das gleiche Aufklärungsniveau gefordert wird wie in Deutschland, fällt diese sehr wichtige Patientenmaßnahme im Ausland oft unter den Tisch.
  2. Fachliche Kompetenz: Vorsicht sollte geboten sein, wenn beispielsweise in einer allgemeinmedizinischen Praxis über Brustvergrößerungen oder Liposuktion aufgeklärt wird oder ein Facharzt sich nicht an seine Facharztgrenzen hält.
  3. Versicherung: Auslandskrankenversicherungen für Beauty-Operationen existieren nicht. Vor Eventualitäten können sich Urlauber bei einer Schön-OP also nicht schützen. (z.B. im Fall von Nachblutungen gleich in die Heimat zurückgebracht zu werden)
  4. Kosten: Eine Operation bei einem seriösen Arzt im Ausland kostet meist umgerechnet genauso viel wie hier in Deutschland.
  5. Schadensersatz: Bei einer misslungenen Operation besteht nicht automatisch ein Schadensersatzanspruch im Ausland.

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Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2012
Quellen: Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie e.V.

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