Analfissur
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Riss am After

Analfissur: Symptome und wie sie sich behandeln lässt

Von: Frederike Rausch (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 25.09.2026

Eine Analfissur verursacht oft Symptome wie stechende Schmerzen beim Stuhlgang. Für viele Betroffene wird der Gang zur Toilette zu einer Qual. Wie sich eine Analfissur behandeln lässt, welche Hausmittel helfen können und wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Was ist eine Analfissur?

Eine Analfissur ist ein länglicher Einriss der empfindlichen Haut im Analkanal, dem sogenannten Anoderm. Sie entsteht meist an der Rückseite des Analkanals in Richtung Steißbein. Seltener befindet sich der Riss an der Vorderseite.

Analfissuren sind häufig. Sie können grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen. Bei Frauen können Analfissuren unter anderem im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt entstehen.

Akute und chronische Analfissur

Generell unterscheiden Fachleute zwischen einer akuten und einer chronischen Analfissur.

  • akute Analfissur: Frische Analfissuren haben eine gute Heilungstendenz und lassen sich meist konservativ behandeln. Wichtig ist vor allem, den Stuhl weich zu halten und eine Verkrampfung des Schließmuskels zu vermeiden.

  • chronische Analfissur: Bestehen die Beschwerden über mehrere Wochen oder heilt der Einriss nicht ab, kann sich eine chronische Analfissur entwickeln. Häufig zeigen sich dann typische Gewebeveränderungen wie eine verdickte Hautfalte am äußeren Ende der Fissur, die sogenannte Vorpostenfalte.

Analfissur erkennen: Diese Symptome sind typisch

Typische Beschwerden bei einer Analfissur sind:

  • starke Schmerzen während und nach dem Stuhlgang: Die Schmerzen werden häufig als stechend, brennend oder reißend beschrieben. Sie können noch Minuten bis Stunden nach dem Toilettengang anhalten.

  • hellrotes Blut: Oft finden sich kleine Mengen frischen Blutes auf dem Toilettenpapier oder außen auf dem Stuhl. Blut im Stuhl sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, da auch andere Erkrankungen dahinterstecken können.

  • Brennen und Juckreiz: Zusätzlich kann die Haut rund um den After gereizt sein.

Die Schmerzen können so stark sein, dass Betroffene den Stuhlgang möglichst lange hinauszögern. Dadurch kann der Stuhl jedoch härter werden und die Beschwerden zusätzlich verstärken.

Behandlung: Analfissur behandeln mit Salbe

Eine akute Analfissur wird zunächst in der Regel ohne Operation behandelt. Ziel ist es, den Stuhl weich und geformt zu halten, Schmerzen zu lindern und den verkrampften Schließmuskel zu entspannen.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • eine ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichend Flüssigkeit
  • gegebenenfalls Flohsamenschalen oder andere Quellmittel
  • bei Bedarf stuhlregulierende Medikamente nach ärztlicher Rücksprache
  • warme Sitzbäder zur kurzfristigen Linderung der Beschwerden
  • gegebenenfalls örtlich betäubende Salben gegen Schmerzen

In manchen Fällen können zusätzlich spezielle Analdehner zum Einsatz kommen. Sie werden vorsichtig in den Analkanal eingeführt und sollen dazu beitragen, den verkrampften Schließmuskel zu entspannen. Die Anwendung sollte nach ärztlicher Anleitung erfolgen. 

Welche Salben helfen können

Bei anhaltenden Beschwerden können verschreibungspflichtige Salben eingesetzt werden, die den inneren Schließmuskel entspannen. Dazu gehören beispielsweise Präparate mit Calciumkanalblockern wie Diltiazem oder Nifedipin sowie nitrathaltige Salben. 

Bei chronischen oder hartnäckigen Analfissuren kommt außerdem eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage. Der Wirkstoff entspannt den inneren Schließmuskel vorübergehend und kann dadurch die Heilung unterstützen.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, wie lange die Analfissur bereits besteht und wie ausgeprägt die Beschwerden sind.

Analfissur mit Hausmitteln behandeln

Einige Maßnahmen können die ärztliche Behandlung unterstützen. Besonders wichtig ist ein weicher, geformter Stuhl. Sowohl Verstopfung als auch häufiger Durchfall können die empfindliche Analhaut zusätzlich reizen und die Heilung erschweren.

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann die Verdauung regulieren. Geeignet sind beispielsweise:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Obst und Gemüse
  • Nüsse und Samen

Ballaststoffe benötigen ausreichend Flüssigkeit, um im Darm aufquellen zu können. Auch regelmäßige Bewegung kann die Verdauung unterstützen.

Flohsamenschalen können ebenfalls helfen, die Stuhlkonsistenz zu regulieren. Sie sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Hausmittel: Analfissur mit Sitzbädern behandeln

Warme Sitzbäder können Schmerzen lindern und dazu beitragen, dass sich der Schließmuskel entspannt. Ein heilender Effekt ist jedoch nicht eindeutig belegt.

Meist reicht klares, angenehm warmes Wasser aus. Badezusätze sind nicht notwendig und können empfindliche Haut unter Umständen zusätzlich reizen.

Analfissur: Wann hilft eine Operation?

Heilt eine chronische Analfissur trotz konsequenter konservativer Behandlung nicht ab, kann ein operativer Eingriff infrage kommen.

Mögliche Verfahren sind unter anderem:

Fissurektomie: Dabei wird chronisch verändertes und vernarbtes Gewebe im Bereich der Fissur entfernt. Die Wunde heilt anschließend offen ab.

Lappenplastik: In bestimmten Fällen wird die Wunde mit gesundem, gut durchblutetem Gewebe aus der Umgebung bedeckt.

Laterale Internus-Sphinkterotomie: Dabei wird ein kleiner Teil des inneren Schließmuskels durchtrennt, um dessen Spannung zu verringern. Das Verfahren ist sehr wirksam, kann jedoch das Risiko für eine Stuhlinkontinenz erhöhen und kommt deshalb vor allem in ausgewählten Fällen infrage.

Welche Methode gewählt wird, hängt von der individuellen Situation und möglichen Risikofaktoren für eine Stuhlinkontinenz ab.

Ursachen: Wie entsteht eine Analfissur?

Meist entsteht eine Analfissur, wenn die empfindliche Haut im Analkanal mechanisch verletzt oder stark gereizt wird. Häufiger Auslöser ist harter Stuhl bei Verstopfung. Starkes Pressen kann die Entstehung zusätzlich begünstigen.

Aber auch häufiger oder anhaltender Durchfall kann die Analhaut reizen und anfälliger für Einrisse machen.

Weitere mögliche Auslöser sind:

  • Verletzungen bei der Geburt
  • mechanische Belastungen des Analbereichs
  • Analverkehr oder das Einführen von Gegenständen, insbesondere ohne ausreichend Gleitmittel

Sekundäre Analfissur

Selten steckt eine andere Erkrankung hinter den Einrissen. Fachleute sprechen dann von einer sekundären Analfissur. Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • bestimmte Infektionskrankheiten wie Syphilis oder Tuberkulose
  • Erkrankungen, die mit einer Immunschwäche einhergehen
  • in seltenen Fällen Tumorerkrankungen im Analbereich

Vor allem Analfissuren, die seitlich liegen, an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten oder trotz Behandlung nicht abheilen, sollten deshalb genauer untersucht werden.

Diagnose der Analfissur: Wann zum Arzt?

Bei starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Schmerzen am After sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Auch Blut im Stuhl sollte abgeklärt werden.

Zunächst werden die Beschwerden und mögliche Vorerkrankungen erfragt. Anschließend wird der Analbereich vorsichtig untersucht. Eine typische Analfissur lässt sich häufig bereits bei der äußeren Betrachtung erkennen.

Eine Untersuchung des Analkanals mit dem Finger oder einem Untersuchungsinstrument kann bei einer akuten Fissur sehr schmerzhaft sein. Ob sie unmittelbar durchgeführt wird, hängt deshalb von den Beschwerden und dem Befund ab.

Besteht der Verdacht auf eine andere Erkrankung, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise eine Proktoskopie oder eine Darmspiegelung. Welche Diagnostik notwendig ist, wird individuell entschieden.

Verlauf und Prognose einer Analfissur

Akute Analfissuren heilen häufig innerhalb einiger Wochen ab. Voraussetzung ist, dass weitere Verletzungen vermieden werden und die Bedingungen für die Wundheilung günstig sind.

Bleibt die Fissur bestehen, kann sie chronisch werden. Dann entstehen mitunter narbige Veränderungen und die Heilung wird schwieriger. Eine gezielte medikamentöse oder operative Behandlung kann dann notwendig sein.

Anhaltende Schmerzen oder wiederkehrende Blutungen sollten nicht über längere Zeit ausschließlich selbst behandelt werden. Eine ärztliche Untersuchung stellt sicher, dass keine andere Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.

Analfissur vorbeugen

Eine Analfissur lässt sich nicht immer verhindern. Das Risiko kann jedoch gesenkt werden, wenn der Stuhl weich und geformt bleibt.

Hilfreich sind:

  • eine ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichend Flüssigkeit
  • regelmäßige Bewegung
  • starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden
  • den Toilettengang nicht unnötig hinauszögern
  • eine sanfte Analhygiene ohne aggressive Reinigungsprodukte

Bei Analverkehr oder der Verwendung von Sexspielzeug sollte ausreichend Gleitmittel verwendet und besonders behutsam vorgegangen werden, um Verletzungen der empfindlichen Analhaut zu vermeiden.