Gesichtsfalten

Ärzte raten zu abbaubaren Faltenfüllern

Falten mit Eigenfett oder lieber mit Poly-L-Milchsäure aufspritzen? Silikon injizieren oder besser mit Hyaluronsäure glätten? Manche Füllstoffe kann der Körper nicht abbauen. Das birgt Risiken.

Wer seine Gesichtfalten unterspritzen lassen will, hat die Qual der Auswahl bei den Substanzen, die dafür zur Verfügung stehen. Dabei gibt es im Groben zwei Klassen: abbaubare und dauerhafte Füller.

Es klingt zwar verlockend, Falten mit einer Behandlung für immer zu tilgen, so wie es nicht abbaubare Substanzen versprechen. Doch permanente Füller bergen Risiken. Diese sogenannten Dauerimplantate können verrutschen, Allergien auslösen oder zu Knötchen führen. Daher rät die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland davon ab, nicht abbaubare Faltenfüller zu verwenden.

Außerdem spricht ein ästhetischer Grund gegen permanentes Füllmaterial: Die Unterhaut verliert mit den Jahren Fettgewebe und Fettpolster sacken ab. Das verändert das Gesicht. Dauerhafte Füllsubstanzen passen sich diesem Umbau nicht an und können mit der Zeit störend aus dem Gesicht ragen.

Oft benutzte Faltenfüller im Überblick

Füllstoffe, die der Körper wieder abbaut

  • Hyaluronsäure ist ein Stoff, der natürlich im Körper vorkommt. Für die Faltenbehandlung verwenden Ärzte jedoch synthetisch hergestellte Hyaluronsäure. Da die Substanz sehr geschmeidig ist, eignet sie sich gut zum Glätten feiner Falten, z.B. an Mund und Augen, aber auch zum Ebnen von Aknenarben kommt Hyaluronsäure oft zum Einsatz. Der Körper baut Hyaluronsäure vergleichsweise rasch ab. Der Effekt hält etwa drei bis neun Monate.
  • Kollagen kommt im menschlichen Körper im Bindegewebe vor. Das Kollagen für Faltenbehandlungen stammt meistens von Rindern. Die Domäne der Substanz sind eher feine Fältchen. Eine Kollagenbehandlung wirkt zirka drei bis neun Monate.
  • Poly-L-Milchsäure orientiert sich an der körpereigenen Milchsäure, wird zu therapeutischen Zwecken aber synthetisch hergestellt. Poly-L-Milchsäure eignet sich besonders für die sogenannten Nasolabialfalten, die von den Nasenflügeln zum Mund verlaufen sowie zum Anheben der Mundwinkel. Auch großflächiges Auffüllen, etwa von eingesunkenen Wangen, ist möglich. Der Effekt einer Faltenbehandlung mit Poly-Milchsäure ist bis zu zwei Jahre sichtbar.
  • Eigenfett gewinnt der Arzt aus dem Körper der Patientin bzw. des Patienten, indem er es zunächst abgesaugt und dann aufbereitet. Eigenfett findet oft Verwendung, um mittlere bis tiefe Mimikfalten und eingefallene Wangen aufzufüllen. Die Haltbarkeit unterscheidet sich stark von Patient zu Patient und kann von mehreren Wochen bis zu Jahren reichen.
  • Plasma-Gel stammt aus dem Serum des eigenen Blutes des Patienten bzw. der Patientin. Plasma-Gel eignet sich, um Falten aufzufüllen und größere Hautareale zu glätten. Der Effekt hält vier bis sechs Monate.
  • Calcium-Hydroxylapatit (CaHa) kommt in ähnlicher Form in unseren Knochen und Zähnen vor. Für die Faltentherapie spritzen Ärzte eine synthetische Version in die Haut. CaHa kommt vor allem zum Einsatz, um tiefe Falten an Nase und Mund zu glätten, z.B. die Nasolabialfalten, die von der Nase zum Mund verlaufen und sogenannte Marionetten-Falten, die sich vom Mundwinkel senkrecht nach unten ziehen. Für die Augenregion ist CaHa nicht geeignet. Calcium-Hydroxylapatit hält ein Jahr und länger. Füllstoffe, die der Körper nicht abbaut
  • Silikon ist eine synthetische Substanz, die als Öl zum Glätten von Nasenlippen- und Stirnfalten dienen kann. Einmal injiziertes Silikonöl lässt sich jedoch kaum wieder aus dem Gewebe entfernen, ohne dort große Defekte zu verursachen.
  • Aptos-Fäden, auch "Russische Fäden" genannt, bestehen aus Polyurethan. Der Arzt zieht sie mit einer Nadel in das erschlaffte Unterhautfettgewebe, wo das Bindegewebe die Fäden mit der Zeit umhüllt und aufpolstert. So lassen sich z.B. Hängebäckchen und hängende Mundwinkel anheben.
  • Polymethylmethacrylat, auch PMMA genannt, sind Kunststoffkügelchen in Kollagen. Während sich das Kollagen langsam abbaut, bildet sich neues Bindegewebe um die Kunststoffkügelchen und fixiert diese damit an der Injektionsstelle. Das polstert die Haut auf und ebnet Falten ein.
  • Hyaluronsäure mit Acrylhydrogel kann vor allem Lippenkonturen, Nasenlippenfalten und Stirnfalten auffüllen. Der Körper baut die Hyaluronsäure ab, nicht aber den Kunststoff. Daran lagern sich körpereigene Zellen an und Falten erscheinen mit der Zeit wie geliftet.

Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2009
Quellen: Nach Informationen der Rosenparkklinik, von Dr. Boris Sommer/Dr. Dorothee Bergfeld: Sanfte Schönheit -Faltentherapie mit Botox & Co, Trias-Verlag 2005 und der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD)

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