Pulsatilla: Globuli gegen Stimmungsschwankungen und Schmerzen
Pulsatilla ist ein häufig angewandtes homöopathisches Arzneimittel, das vor allem bei einem häufigen Wechsel seelischer und körperlicher Beschwerden zum Einsatz kommt. Wissenswertes über Einsatzgebiete, Potenzierung und Dosierung der Küchenschelle.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Pulsatilla soll beruhigend auf die Psyche wirken und besonders bei emotionaler Empfindlichkeit, schneller Stimmungsschwankung und dem Bedürfnis nach Trost oder Zuwendung helfen.
Pulsatilla wird manchmal vor der Geburt eingesetzt. Es soll dem Baby in die richtige Geburtsposition verhelfen und den Geburtsprozess sanft fördern. Es ersetzt jedoch keine medizinische Betreuung.
Pulsatilla D12 wird häufig bei akuten, aber nicht stark ausgeprägten Beschwerden angewendet, wie zum Beispiel bei Unwohlsein. Die Einnahme erfolgt meist 1- bis 2-Mal täglich, sollte jedoch individuell abgesprochen werden.
Was ist Pulsatilla?
Die Küchenschelle ist ein heimisches Hahnenfußgewächs, das den lateinischen Namen Pulsatilla pratensis trägt. Berührungen der Pflanze lösen Hautreizungen aus, und der Verzehr kann zu Magenbeschwerden führen. In homöopathischer Dosierung fungiert das enthaltene Gift jedoch als Heilmittel, das bereits in der Antike als Arznei gegen Menstruationsbeschwerden verwendet wurde.
Anwendungsgebiete von Pulsatilla
- Erbrechen, Magenverstimmung
- Ängste, Panikattacken, Einsamkeit, Niedergeschlagenheit
- wiederkehrende Infektionen
- wandernde Schmerzen in Kopf oder Gelenken
- Augenbeschwerden, tränende Augen
- Mittelohrentzündung
- ausbleibende oder unregelmäßige Monatsblutung, prämenstruelles Syndrom (PMS), Wechseljahresbeschwerden
- in der Schwangerschaft: Brechdurchfall, zur Geburtsvorbereitung, bei Milchbildungsstörung
- Babys: zur Unterstützung der Entwicklung
- Kinder: Augenentzündung, Erbrechen durch Ernährungsfehler, Zahnungsbeschwerden
Leitsymptome für die Anwendung von Pulsatilla
Leitsymptome sind Beschwerden, anhand derer ein*e ausgebildete*r Homöopath*in die passende Medikation erkennen kann. Häufig werden nicht nur Krankheitssymptome, sondern auch Persönlichkeitsmerkmale einbezogen.
Stimmungsschwankungen mit Neigung zum Weinen
abwechselnd launisch und liebesbedürftig
ständiger Wechsel der körperlichen und seelischen Beschwerden
häufiges Frieren, starke Hitzewallungen
geringes Durstempfinden
ausgeprägte Infektneigung
Absonderung weißlich-milchigen Schleims der entzündeten Organe
Schweregefühl in den Beinen
Krampfadern mit Entzündungsneigung
Übelkeit, Aufstoßen, Erbrechen einige Zeit nach dem Essen
Neigung zu Unverträglichkeit und Verdauungsbeschwerden als Reaktion auf Fettes und Kaltes
übler Mundgeruch (besonders morgens)
Mundtrockenheit, dabei aber kein Durstgefühl
Hautentzündungen und unreine Haut während der Pubertät und vor der Periode
hormonelle Störungen, unregelmäßige Periodenblutung, Wechseljahresbeschwerden
Es gibt natürlich auch Männer, die auf Pulsatilla ansprechen. Vorwiegend sind es aber Frauen, denen entsprechende Präparate nützen. Pulsatilla-Patienten besitzen einen eher sanften, schüchternen Charakter und zeigen unvorhergesehene Stimmungen, die von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt reichen. Es mangelt an Entscheidungsfähigkeit und es besteht eine Neigung zur Melancholie und Weinerlichkeit. Vor oder während der Monatsblutung kann die Stimmung gereizt sein.
Typische Potenzen und Dosierung: Pulsatilla D6, D12, D30
Pulsatilla wird gewöhnlich in den Potenzen D6 oder D12 verabreicht. Erwachsene nehmen dreimal täglich fünf Globuli, Kinder drei Globuli, Kleinkinder (bis drei Jahre) zwei Globuli. Säuglinge (bis zwölf Monate) bekommen ein Kügelchen in die Wangentasche. Bei wandernden Kopfschmerzen, Erkältungen und rissigen Lippen kommt D30 alle vier Stunden zum Einsatz, bis Besserung eintritt.
Homöopathische Mittel können auch als Tropfen oder in Tabletten verabreicht werden. Jedoch sollte man im Vorfeld immer mit einem*r homöopathisch geschulten Arzt*Ärztin oder Apotheker*in über die ideale Dosierung und Häufigkeit der Anwendung sprechen. Diese können je nach Symptomen stark variieren.
Vor der Einnahme sollten die Schleimhäute 15 Minuten nicht in Kontakt mit Speisen oder Getränken, Alkohol oder Nikotin kommen. Auch Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol sollte man meiden, um eine bestmögliche Wirkung zu gewährleisten.
Pulsatilla: Ähnlich wirkende homöopathische Mittel
Ignatia: ständig wechselnde, widersprüchliche Stimmungen
Nux vomica: gegen Verdauungsstörungen
Kalium sulfuricum: wandernde Schmerzen, Besserung an frischer Luft, ähnliche Charakteristik des dicken, bitteren Hustenauswurfs
Rhus toxicodendron: Beschwerden bessern sich durch Bewegung