Frau hat Erkältung
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Cinnabaris: Homöopathischer Schleimlöser bei Erkältung

Von: Anja Lang (Medizinautorin)
Letzte Aktualisierung: 30.01.2026

Der homöopathische Wirkstoff Cinnabaris wirkt schleimlösend bei klassischen Erkältungskrankheiten der oberen Luftwege und hilft als Hautmittel außerdem gegen Warzen.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Cinnabaris wird vor allem bei Entzündungen der oberen Atemwege angewendet, etwa bei Erkältungen, Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenentzündungen mit zähem, eitrigem Schleim. Darüber hinaus findet es auch bei bestimmten Hautveränderungen wie Warzen Anwendung.

Cinnabaris wird meist in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen angewendet. Für die Selbstbehandlung kommen meist niedrige Potenzen wie D6 oder D12 zum Einsatz. Die Einnahme erfolgt mehrmals täglich und wird reduziert, sobald die Beschwerden nachlassen.

Cinnabaris gilt als wichtiges homöopathisches Medikament zur Behandlung von Entzündungen der oberen Luftwege. Es hilft zähe Sekrete in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, damit diese besser abfließen können. Darüber hinaus wirkt Cinnabaris auch auf die Haut und verspricht Linderung bei Warzen sowie Kondylomen im Genitalbereich.

Was ist Cinnabaris?

Cinnabaris wird aus Cinnabarit gewonnen. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Mineralsalz, das an Vulkanöffnungen und heißen Quellen zu finden ist. Das Quecksilbersulfit ist im Deutschen besser unter der Bezeichnung Zinnober bekannt.

Die in Zinnober enthaltenen Pigmente sind von leuchtend roter Farbe und besonders wasser- sowie säurebeständig. Im Altertum wurde Zinnober deshalb auch bevorzugt als roter Farbstoff in der Malerei verwendet.

Wirkung: Bei welchen Beschwerden wird Cinnabaris eingesetzt?

Cinnabaris wird in der Homöopathie vor allem wegen seiner schleimlösenden Wirkung geschätzt.

Haupteinsatzgebiete des homöopathischen Arzneimittels Cinnabaris sind deshalb vor allem hartnäckige oder immer wiederkehrende Entzündungen der oberen Luftwege, bei denen es zu Schwellungen der Schleimhäute mit vermehrter Schleimbildung kommt.

Dazu zählen insbesondere:

  • Erkältungen

  • Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitits)

  • Zäher, eitriger Schnupfen und Fließschnupfen

  • Stirnhöhlenentzündungen

  • Kieferhöhlenentzündungen

  • Eitrige Rachenmandeln

  • Augenentzündungen

  • Heuschnupfen

Cinnabaris hilft außerdem bei Beschwerden, die als Begleiterscheinungen der oben genannten Krankheiten auftreten, wie:

  • Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Ziliarneuralgie (Schmerzen rund ums Auge)

Darüber hinaus wirkt Cinnabaris aber auch auf die Haut, insbesondere bei:

Wem hilft Cinnabaris?

Das homöopathische Einzelmittel Cinnabaris kann bei Erwachsenen jeden Alters und jeden Geschlechts eingesetzt werden.

Da homöopathische Medikamente fast immer potenziert, also stark verdünnt, sind, ist der jeweilige Ausgangsstoff meist nur noch in sehr geringem Maße enthalten.

Durch den geringen Wirkstoffgehalt können homöopathische Arzneimittel deshalb in der Regel bedenkenlos auch von sehr schwachen Menschen und Kindern sowie von schwangeren und stillenden Frauen eingenommen werden. Sie ergänzen und unterstützen auch andere Behandlungen.

Bis einschließlich D3 ist Cinnabaris allerdings verschreibungspflichtig.

Leitsymptome für die Anwendung von Cinnabaris

Jedem homöopathischen Arzneimittel sind bestimmte Leitsymptome zugeordnet, für die es als besonders passend gilt. Als ganzheitlich orientierte Heilkunde gehören dazu nicht nur körperliche Symptome, sondern auch psychische Merkmale, Beschwerden sowie Befindlichkeiten.

Je ausgeprägter und ähnlicher die jeweils für das homöopathische Arzneimittel definierten Leitsymptome beim Patienten beobachtet werden, umso passender gilt – nach dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip – das gewählte Mittel.

Folgende Leitsymptome sprechen für die Behandlung mit Cinnabaris:

  • Starkes Druckgefühl auf die Nasenwurzel

  • Heftige Stirnkopfschmerzen

  • Stechende Schmerzen rund um die Augen (Ziliarneuralgie)

  • Druckempfindlichkeit der Nebenhöhlen

  • Häufiges Räuspern mit Schleimabsonderung

  • Sehr trockener Mund und Rachen (vor allem am Morgen)

  • Dicker, eitriger Schleim, der in den Rachen abfließt

  • Feurig rote Geschwüre

  • Rot entzündete Schleimhäute in Mund und Rachen

  • Verstopfte Nase mit ätzendem, brennendem und wässrigem Sekret

  • Gerötete Augen und Bindehautentzündung

  • Leicht blutende Warzen und Feigwarzen

  • Warzen und Hautknötchen auf den Schienbeinen

  • Warzen im Genitalbereich

  • Gefühl von Vollheit im Kopf

  • Widerwillen gegenüber geistigen Arbeiten

  • Empfindlich gegenüber Geräuschen

  • Person fühlt sich müde, schläfrig und erschöpft

  • Leicht gereizt, regt sich schon über Kleinigkeiten auf

  • Ruheloser Schlaf mit heftigen Träumen und Sprechen im Schlaf

Wie nimmt man Cinnabaris am besten ein?

Cinnabaris ist als homöopathisches Einzelmittel in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen in der Apotheke erhältlich. Für die Eigenbehandlung werden vor allem niedrige Potenzen D4, D6, D8 und D12 empfohlen.

Eine Dosis besteht aus jeweils drei Globuli, drei Tropfen oder einer Tablette, die Sie langsam unter der Zunge zergehen lassen sollten.

Sie können die Anwendung bei Bedarf anfangs stündlich wiederholen. Achten Sie jedoch darauf eine Tages-Höchstmenge von zehn Einnahmen nicht zu überschreiten.

Sobald die Symptome nachlassen, sollten Sie die Einnahmehäufigkeit reduzieren. Wenn die Beschwerden verschwunden sind, können Sie die Behandlung beenden.

Cinnabaris ist außerdem in einigen homöopathischen Komplexmitteln enthalten. Darin werden verschiedene homöopathische Wirkstoffe, die sich zur Behandlung bestimmter Krankheitsbilder gut ergänzen, miteinander kombiniert. 

Cinnabaris ist vor allem in Komplexmitteln enthalten, die zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden, wie etwa Heuschnupfen, Erkältungskrankheiten oder auch Warzen und Genitalwarzen, empfohlen werden. Verwenden Sie diese Mittel entsprechend der Angaben in der Packungsbeilage.

Höhere Potenzen wie C30, C200 oder C1000 sind für die Behandlung von starken und akuten Krankheiten sowie für chronische Beschwerden geeignet.

Homöopathische Arzneimittel in diesen sehr hohen Potenzen sollten nur durch in Homöopathie ausgebildete Therapeut*innen verordnet werden, die die Behandlung anschließend auch fachkundig begleiten und den Behandlungserfolg kontrollieren können.