Ein Mann überprüft zwei Medikamente in seiner Hausapotheke im Badezimmer
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Das gehört in die homöopathische Hausapotheke

Von: Dagmar Schüller (Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin)
Letzte Aktualisierung: 01.09.2026

Eine homöopathische Hausapotheke enthält meist verschiedene Mittel, die traditionell bei leichten, vorübergehenden Beschwerden eingesetzt werden. Welche Präparate infrage kommen, richtet sich in der Homöopathie nicht allein nach der Erkrankung, sondern nach den individuellen Symptomen. Was bei Auswahl, Einnahme und Aufbewahrung zu beachten ist und wann ärztliche Hilfe notwendig wird.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Häufig werden unter anderem Arnica, Nux vomica, Pulsatilla, Rhus toxicodendron, Apis mellifica und Belladonna genannt. Welche Mittel tatsächlich sinnvoll erscheinen, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Eine kleine, übersichtliche Auswahl ist meist zweckmäßiger als eine umfangreiche Sammlung.

Für die Selbstbehandlung werden traditionell häufig D6, D12 oder C12 angeboten. Die Dosierung richtet sich nach der Packungsbeilage. Hochpotenzen sollten nur nach fachkundiger Beratung verwendet werden.

Was gehört in eine homöopathische Hausapotheke?

Kopfschmerzen, Übelkeit, ein leichter Infekt oder eine kleinere Verletzung: Manche Menschen greifen bei alltäglichen Beschwerden ergänzend zu homöopathischen Arzneimitteln. Eine homöopathische Hausapotheke umfasst deshalb üblicherweise eine Auswahl an Einzelmitteln, die nach homöopathischer Lehre zu unterschiedlichen Beschwerdebildern passen sollen.

Anders als bei konventionellen Arzneimitteln wird ein Mittel in der klassischen Homöopathie nicht nur anhand einer Diagnose ausgewählt. Berücksichtigt werden beispielsweise:

  • Art und Ort der Beschwerden
  • begleitende Symptome
  • mögliche Auslöser
  • Situationen, in denen sich die Beschwerden bessern oder verschlechtern
  • das allgemeine Befinden

So können zwei Personen mit ähnlichen Beschwerden nach homöopathischem Verständnis unterschiedliche Mittel erhalten. Eine umfangreiche Sammlung zahlreicher Präparate ist für den Hausgebrauch dennoch meist nicht erforderlich. Sinnvoller ist eine überschaubare Auswahl.

Welche Potenzen eignen sich für die Hausapotheke?

Homöopathische Arzneimittel werden in unterschiedlichen Verdünnungsstufen angeboten, den sogenannten Potenzen. Häufig anzutreffen sind D- und C-Potenzen. Der Buchstabe bezeichnet das jeweilige Verdünnungsverhältnis:

  • Bei D-Potenzen wird die Ausgangssubstanz in jedem Herstellungsschritt im Verhältnis 1 zu 10 verdünnt.
  • Bei C-Potenzen erfolgt die Verdünnung jeweils im Verhältnis 1 zu 100.

Für die Selbstbehandlung werden traditionell vor allem niedrigere und mittlere Potenzen wie D6, D12 oder C12 verwendet. Hochpotenzen wie C200 sollten nicht ohne fachkundige Begleitung eingesetzt werden.

Für die Dosierung sind die Angaben in der Packungsbeilage maßgeblich. Auch eine Beratung in der Apotheke kann bei der Auswahl und Anwendung sinnvoll sein.

Häufige Mittel der homöopathischen Hausapotheke

Die folgenden Einzelmittel gehören traditionell zu den häufig genannten Bestandteilen einer homöopathischen Hausapotheke.

  • Arnica montana, auch Bergwohlverleih genannt, wird in der Homöopathie vor allem mit stumpfen Verletzungen in Verbindung gebracht. Dazu zählen beispielsweise Prellungen, Blutergüsse oder Muskelbeschwerden nach ungewohnter körperlicher Belastung.

  • Nux vomica wird aus den Samen der Brechnuss hergestellt. Nach homöopathischer Vorstellung kommt das Mittel bei Übelkeit, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden infrage, insbesondere wenn diese nach üppigem Essen oder Alkoholkonsum auftreten.

  • Pulsatilla wird aus der Küchenschelle gewonnen. In der Homöopathie gilt sie unter anderem als Mittel bei wechselnden Beschwerden, Verdauungsproblemen nach fettreichen Speisen sowie Erkältungs- und Menstruationsbeschwerden.

  • Rhus toxicodendron, der Giftsumach, wird traditionell bei Beschwerden des Bewegungsapparates verwendet. Nach der homöopathischen Arzneimittellehre gelten Schmerzen, die zu Beginn einer Bewegung stärker sind und sich durch vorsichtige Bewegung bessern, als charakteristisch.

  • Ruta graveolens wird aus der Gartenraute hergestellt. In homöopathischen Ratgebern wird das Mittel häufig bei Überlastungsbeschwerden sowie Verletzungen von Sehnen und Bändern genannt.

  • Bryonia, die Zaunrübe, gehört ebenfalls zu den klassischen homöopathischen Einzelmitteln. Traditionell wird sie mit trockenen Schleimhäuten sowie stechenden Schmerzen in Verbindung gebracht.

  • Gelsemium wird aus dem Gelben Jasmin gewonnen. In der Homöopathie wird das Mittel unter anderem bei ausgeprägter Schwäche, Zittern und Beschwerden verwendet, die in belastenden Situationen wie Prüfungen auftreten.

  • Apis mellifica wird aus der Honigbiene hergestellt und gehört häufig zu den Mitteln einer homöopathischen Reise- oder Hausapotheke. Nach homöopathischer Lehre wird es bei geröteten, geschwollenen und brennenden Hautveränderungen verwendet, etwa nach einem Insektenstich.

  • Belladonna wird aus der Tollkirsche hergestellt. In der Homöopathie gilt sie als Mittel bei plötzlich auftretenden Beschwerden, die mit Hitze, Rötung, pochenden Schmerzen und Fieber einhergehen.

  • Okoubaka wird aus der Rinde eines westafrikanischen Baumes gewonnen. Das Mittel findet sich häufig in homöopathischen Reiseapotheken und wird traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Homöopathische Hausapotheke richtig aufbewahren

Homöopathische Arzneimittel sollten entsprechend den Angaben der Herstellerunternehmen trocken, lichtgeschützt und außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden. Badezimmer und Küche sind wegen der schwankenden Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist ungeeignet.

Wichtig ist außerdem, die Präparate in der Originalverpackung aufzubewahren. So bleiben Mittelname, Potenz, Haltbarkeitsdatum und Anwendungshinweise erkennbar. Abgelaufene, beschädigte oder nicht mehr eindeutig zuzuordnende Präparate sollten entsorgt werden.

Die homöopathische Hausapotheke sollte regelmäßig überprüft werden. Sie ersetzt jedoch nicht die klassische Grundausstattung mit Verbandmaterial, Wunddesinfektion, Fieberthermometer und individuell benötigten Medikamenten.