- Home
- Home
- Magen und Darm
- Fakten zum Darm
12 faszinierende Fakten über den Darm
Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan – er beeinflusst das Immunsystem, die Stimmung und sogar die Gehirnfunktion. Dieses faszinierende Organ beherbergt Billionen von Mikroorganismen, die gemeinsam als Darmflora oder Mikrobiom bekannt sind.
In dieser Bildergalerie entdecken Sie 12 spannende Fakten rund um den Darm, die Sie bestimmt noch nicht kannten.
Der Darm ist sieben Meter lang
Der Darm ist sieben Meter lang
Bis zu sieben Meter Länge misst der menschliche Darm – Dünn- und Dickdarm zusammen genommen. Während der Dünndarm für die Nährstoffaufnahme sorgt, dient der Dickdarm vor allem der Wasserresorption. Würde man den Darm ausrollen, käme er auf eine Oberfläche von bis zu 500 Quadratmetern – etwa so groß wie ein Basketballfeld.
Billionen Bakterien leben im Darm
Billionen Bakterien leben im Darm
Der menschliche Darm beherbergt eine gigantische Gemeinschaft: Über 100 Billionen Mikroorganismen, die zusammen das Darmmikrobiom bilden. Tatsächlich übersteigen die Bakterienzellen im Darm die Gesamtzahl menschlicher Körperzellen um ein Vielfaches. Die Darmbakterien sind lebenswichtig – sie helfen bei der Verdauung, produzieren Vitamine und sind wichtig für das Immunsystem.
Lesetipp: Immunsystem stärken – Tipps, um die Abwehrkräfte zu steigern
Jeder Mensch hat ein einzigartiges Mikrobiom
Jeder Mensch hat ein einzigartiges Mikrobiom
Die Zusammensetzung der Mikroorganismen ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Sie beginnt bereits im Säuglingsalter. Forschende haben bisher rund 2.000 Bakterienstämme identifiziert, die im Darm vorkommen können. Im Schnitt leben in jedem Menschen davon rund 300 bis 500 unterschiedliche Arten. Die Darmflora wird etwa durch Ernährung, Lebensstil und Alter beeinflusst.
Darm hat ein eigenes Nervensystem
Darm hat ein eigenes Nervensystem
Der Darm besitzt ein eigenes Nervensystem, das sogenannte enterische Nervensystem. Mit rund 100 Millionen Nervenzellen übertrifft es sogar das Rückenmark. Dieses "Bauchhirn" steuert die Verdauung unabhängig vom Gehirn und kommuniziert über komplexe Signale mit dem zentralen Nervensystem. Forschende vermuten, dass dieses Nervengeflecht weit mehr als nur Verdauungsprozesse lenken kann.
Lesetipp: Gehirn – 12 Mythen und überraschende Fakten
Ein gesunder Darm macht gute Laune
Ein gesunder Darm macht gute Laune
Der Darm verdaut nicht nur: Er produziert zahlreiche Botenstoffe, darunter 90 Prozent des gesamten Serotonins – das auch als Glückshormon bekannt ist. Ein gesunder Darm kann sich also positiv auf die Stimmung auswirken. Störungen der Darmflora werden dagegen mit depressiven Verstimmungen in Verbindung gebracht.
Lesetipp: Happy Food – 22 Lebensmittel mit Gute-Laune-Garantie
Antibiotika können Darmmikrobiom schädigen
Antibiotika können Darmmikrobiom schädigen
Antibiotika bekämpfen nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch nützliche Darmbewohner. Eine einzige Antibiotikakur kann das Mikrobiom stark verändern – manche Bakterienstämme erholen sich nur langsam oder verschwinden ganz. Dies führt mitunter zu Verdauungsproblemen und einer erhöhten Infektanfälligkeit.
Lesetipp: Darmsanierung nach Antibiotika
Ballaststoffe sind Futter für den Darm
Ballaststoffe sind Futter für den Darm
Darmbakterien sind wählerisch: Sie lieben Ballaststoffe, die in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse stecken. Diese unverdaulichen Pflanzenfasern dienen als Nahrungsquelle für die Bakterien und fördern ihre Vermehrung. Wer sich ballaststoffreich ernährt, kann damit aktiv seine Darmflora unterstützen und gleichzeitig die Verdauung verbessern.
Lesetipp: Ballaststoffreiche Lebensmittel – Die besten Lieferanten
Der Darm ist ständig im Einsatz
Der Darm ist ständig im Einsatz
Ein gesunder Darm ist ständig aktiv. Selbst im Schlaf arbeitet das Organ weiter, um den Nahrungsbrei zu bewegen und die Verdauung voranzutreiben. Im Laufe des Lebens hat der Darm viel zu tun. So verarbeitet er etwa im Leben einer 75-jährigen Person rund 30 Tonnen Lebensmittel. Dazu kommen gut 50.000 Liter Flüssigkeit.
Stress beeinflusst den Darm
Stress beeinflusst den Darm
Hektik und Anspannung schlagen auch auf den Darm. Stress kann die Darmbewegungen hemmen oder übermäßig beschleunigen, was zu Verstopfung oder Durchfall führt. Zudem kann chronischer Stress die Zusammensetzung der Darmflora verändern. Entspannungstechniken, Bewegung und eine bewusste Ernährung helfen, die Verdauung im Gleichgewicht zu halten.
Lesetipps: Stress abbauen – Tipps und Übungen für mehr Entspannung
Der Darm produziert 1,5 Liter Gas am Tag
Der Darm produziert 1,5 Liter Gas am Tag
Im Durchschnitt entstehen im Darm täglich bis zu 1,5 Liter Gas. Hauptverantwortlich sind Bakterien, die unverdauliche Nahrungsreste abbauen. Dabei entstehen Gase wie Methan, Wasserstoff und Kohlendioxid. Normalerweise werden sie unbemerkt abgegeben. Eine gestörte Darmflora oder blähende Lebensmittel können jedoch für unangenehme Blähungen sorgen.
Stuhl besteht zum Großteil aus Darmbakterien
Stuhl besteht zum Großteil aus Darmbakterien
Stuhl besteht nur zu etwa 25 Prozent aus Nahrungsresten. Der größte Anteil, rund 75 Prozent, setzt sich aus Wasser, abgestorbenen Darmzellen und vor allem Darmbakterien zusammen. Ein gesunder Stuhlgang ist daher nicht nur ein Zeichen guter Verdauung, sondern auch ein Spiegelbild des Darmmikrobioms.
Lesetipp: Stuhlgang – Das verraten Ihnen Farbe, Konsistenz und Geruch
Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan – er beeinflusst das Immunsystem, die Stimmung und sogar die Gehirnfunktion. Dieses faszinierende Organ beherbergt Billionen von Mikroorganismen, die gemeinsam als Darmflora oder Mikrobiom bekannt sind.
In dieser Bildergalerie entdecken Sie 12 spannende Fakten rund um den Darm, die Sie bestimmt noch nicht kannten.
Letzte Aktualisierung: 07.02.2025
Autor*in
Quellen
- Online-Informationen des Helmoltz Zentrums für Infektionsforschung: Das Mikrobiom – Nur gemeinsam sind wir stark: www.helmholtz-hzi.de/de/wissen/wissensportal/unser-immunsystem/das-mikrobiom/ (Abruf: 02/2025)
- Dumas, A., Bernard, L., Poquet, Y., Lugo-Villarino, G., Neyrolles, O.: The role of the lung microbiota and the gut-lung axis in respiratory infectious diseases. Cell Microbiol. 2018 Dec,20(12): e12966. doi: 10.1111/cmi.12966. Epub 2018 Oct 30. PMID: 30329198: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30329198/ (Abruf: 02/2025)
- Budden, K.F., Gellatly, S.L., Wood, D.L., Cooper, M.A., Morrison, M., Hugenholtz, P., Hansbro, P.M.: Emerging pathogenic links between microbiota and the gut-lung axis. Nat Rev Microbiol. 2017 Jan,15(1):55-63. doi: 10.1038/nrmicro.2016.142. Epub 2016 Oct 3. PMID: 27694885: www.nature.com/articles/nrmicro.2016.142 (Abruf: 02/2025)
- Online-Informationen von Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.: Psyche & Verdauungssystem: www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/psyche-koerper/psyche-verdauungssystem.html (Abruf 02/2025)
- Online-Informatione0 vom MVZ Institut für Mikroökologie GmbH: Darmflora: www.ifm-herborn.de/darmflora-insgesamt-100-billionen-mikroorganismen (Abruf: 02/2025)
- Online-Informationen von DocCheck: Stuhl: flexikon.doccheck.com/de/Stuhl (Abruf: 02/2025)
- Online-Informationen von Westdeutscher Rundfunk Köln: Das Geheimnis unseres Bauchgehirns: www.quarks.de/gesundheit/medizin/das-geheimnis-unseres-bauchgehirns/ (Abruf: 02/2025)