Neurodermitis: Wichtige Symptome im Überblick
Von: Annika Lutter
(Medizinredakteurin), Dagmar Schüller
(Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin)
Letzte Aktualisierung: 24.11.2022
Über zehn Prozent aller Babys und Kinder leiden an Neurodermitis, die sich oft durch juckende Ekzeme im Gesicht, an den Händen, am Hals oder an den Gelenken zeigt. Bei vielen Betroffenen verschwinden die Symptome in der Pubertät, bei manchen bleiben sie bestehen. An welchen Symptomen erkennt man Neurodermitis?
Neurodermitis: Ekzeme ohne erkennbare Ursache
Neurodermitis: Ekzeme ohne erkennbare Ursache
Juckende und rote Ekzeme sowie Papeln sind Hauptsymptome der Neurodermitis. Die entzündlichen Veränderungen der Haut entwickeln sich ohne einen nachvollziehbaren Grund. Neurodermitis wird auch endogenes oder atopisches Ekzem sowie atopische Dermatitis genannt.
Symptome: Entzündete Haut an Kopf und Hals
Symptome: Entzündete Haut an Kopf und Hals
Die roten und entzündeten Hautstellen (Ekzeme) zeigen sich bei Babys und Kleinkindern häufig zuerst an Augenbrauen, Wangen, Stirn, Hals und hinter den Ohren. Rund jedes zehnte Vorschulkind leidet an Symptomen einer Neurodermitis. Die Ausprägung kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Milchschorf bei Säuglingen
Milchschorf bei Säuglingen
Schorfige Krusten auf dem Kopf, an den Ellbogen oder Knien sind bei Babys ein erstes Anzeichen für Neurodermitis. Die Bezeichnung „Milchschorf“ für die betreffenden Hautstellen kommt vom Aussehen, das an verbrannte Milch erinnert. Die Hautveränderungen verschwinden meist von alleine.
Neurodermitis: Das Baby weint oft und ist unruhig
Neurodermitis: Das Baby weint oft und ist unruhig
Neurodermitis beim Baby beginnt typischerweise zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. Es bildet sich zunächst Milchschorf am Kopf. Der hochrote, nässende und teilweise verkrustete Ausschlag juckt sehr stark. Die Babys schreien und kratzen sich – besonders in der Nacht.
Sensibles Immunsystem bei Neurodermitis
Sensibles Immunsystem bei Neurodermitis
Die Ursache für Neurodermitis ist ein überschießendes Immunsystem. Auslöser der Hautkrankheit kann etwa eine Allergie sein. Treten daneben entzündliche Hautveränderungen auf, kann das auf eine Neurodermitis hindeuten.
Juckreiz bei Neurodermitis
Juckreiz bei Neurodermitis
Die bei Neurodermitis entzündeten Hautstellen jucken oft stark. Der Juckreiz plagt vor allem nachts. Doch Vorsicht: Durch das Kratzen gelangen Schmutz oder Bakterien an die entzündete Haut. Die Stellen fangen an zu eitern und es bilden sich Krusten. Um dem vorzubeugen, gibt es speziell für Babys und Kleinkinder leichte Handschuhe für die Nacht.
Neurodermitis-Symptom: Anfälligkeit für Hautinfektionen
Neurodermitis-Symptom: Anfälligkeit für Hautinfektionen
Besonders Patient*innen mit Neurodermitis haben aufgrund des veränderten Aufbaus der Haut eine gestörte Barriere, die sie empfindlich macht für Hautinfektionen. Herpesviren, Pilze oder Bakterien wie Staphylokokken haben leichteres Spiel und breiten sich schneller aus.
Symptom bei Neurodermitis: Doppelte Lidfalte unter dem Auge
Symptom bei Neurodermitis: Doppelte Lidfalte unter dem Auge
Die Dennie-Morgan-Falte und dunkle Hautringe unter den Augen gelten als Hinweis auf eine atopische Veranlagung. Über die Hälfte aller Neurodermitiker*innen haben diese doppelten Lidfalten unter den Augen. Im Erwachsenenalter sind sie weniger stark ausgeprägt als in der Kindheit.
Neurodermitis: Ausgedünnte Augenbrauen als Symptom?
Neurodermitis-Symptom: Extrem blasser Teint
Symptomfrei im Erwachsenenalter?
Symptomfrei im Erwachsenenalter?
Mit zunehmenden Alter können die Ekzemschübe wesentlich milder verlaufen. Bei vielen Betroffenen klingt die Neurodermitis während oder nach der Pubertät ganz ab. Doch die Veranlagung für ein überschießendes Immunsystem bleibt. Manche entwickeln dann Allergien oder Asthma.
Über zehn Prozent aller Babys und Kinder leiden an Neurodermitis, die sich oft durch juckende Ekzeme im Gesicht, an den Händen, am Hals oder an den Gelenken zeigt. Bei vielen Betroffenen verschwinden die Symptome in der Pubertät, bei manchen bleiben sie bestehen. An welchen Symptomen erkennt man Neurodermitis?
Letzte Aktualisierung: 24.11.2022
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Quellen
- S2k-Leitlinie Neurodermitis [atopisches Ekzem, atopische Dermatitis] der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, AWMF-Registernummer: 013-027: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (Abruf: 11/2022)
- Ritter, V. et al.: Neurodermitis – Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Springer, Band 3, 2019
- Biedermann, T.: Neurodermitis: Ein Register sorgt für Durchblick, Journal of the German Society of Dermatology, Januar 2017: doi.org/10.1111/ddg.13167 (Abruf: 11/2022)
- Hintzen, S.: Auf dem Weg zu einer neuen Behandlungsqualität der Neurodermitis – Die Versorgung der atopischen Dermatitis im Deutschlandvergleich, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 1. Auflage, 2018
- Haufe, E. et al.: Verminderte berufliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei Patienten mit moderater bis schwerer Neurodermitis – Ergebnisse aus dem Deutschen Neurodermitisregister TREATgerman, Der Hautarzt, Oktober 2018, Vol. 69, Issue 10, S. 815-824
- Fölster-Holst, R.: Neurodermitis – Atopie an der Haut, Der Ophthalmologe, Juni 2017, Volume 114, Issue 6, S. 498-503
- Schön, M. et al.: Symptoms, pathogenesis and therapy of atopic dermatitis, Pharmakon, Vol.7, Issue 1, Jan 2019: https://www.ingentaconnect.com/content/govi/pmakon/2019/00000007/00000001/art00004 (Abruf: 11/2022)
- Online-Informationen von Deximed: Atopisches Ekzem: deximed.de/home/klinische-themen/haut/krankheiten/schuppige-hauterkrankungen/atopisches-ekzem (Abruf: 11/2022)